Spanische Kampagne sorgt für Diskussionen
«Alle Körper sind Strandkörper»

Die spanische Regierung will mittels einer Kampagne Frauen ermutigen, an den Strand zu gehen, ohne sich Sorgen um ihr Aussehen zu machen. Nicht alle finden die Idee gut.
Publiziert: 28.07.2022 um 17:17 Uhr
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«Der Sommer gehört auch uns». Mit dem Plakat ermuntert die spanische Regierung Frauen, stolz auf ihre Körper zu sein.
Foto: Twitter / IreneMontero

Wir schreiben das Jahr 2022. Wir schicken Touristen ins All, tragen Computer im Hosensack und zelebrieren gleichgeschlechtliche Eheschliessungen. Und trotzdem gibt es weiterhin Bereiche, in denen die Welt noch im Mittelalter zu verweilen scheint.

Um einen davon in die Gegenwart zu bringen, hat die spanische Regierung eine Kampagne unter dem Motto «Der Sommer gehört auch uns» gestartet. Das Ziel: Frauen zu einer positiven Einstellung zu ihrem Körper zu ermutigen.

Im Mittelpunkt: Fünf Frauen, jung, alt, dick, dünn, mit und ohne Zellulite, punkig, schwarz, weiss – die gemeinsam am Strand sitzend von einem Plakat strahlen, die meisten im Bikini, eine oben ohne, mit vernarbter Brust. Sie soll eine Frau darstellen, die eine Mastektomie hinter sich hat, die Entfernung einer Brustdrüse, was beispielsweise nach einer Krebserkrankung passieren kann.

«Ein Sommer für alle»

«Alle Körper sind Strandkörper», twittert Ione Belarra, Ministerin für soziale Rechte, zum Plakat. Man wolle «einen Sommer für alle anstossen, ohne Stereotype und ohne ästhetische Gewalt gegen unsere Körper», teilt das Fraueninstitut mit, das die Kampagne initiierte.

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«Alle Körper sind wertvoll und wir haben das Recht, das Leben so zu geniessen, wie wir sind. Ohne Schuld oder Scham. Der Sommer ist für alle da», ergänzt Irene Montero (34), Gleichstellungsministerin Spaniens.

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«Gipfel der Absurdität»

Die Idee kommt aber nicht überall gut an. Einige fragten sich, ob die Kampagne nicht auch auf Männer ohne sogenannte Standardkörper ausgeweitet werden sollte, berichtet die «BBC». Der spanische Links-Politiker Cayo Lara (70) bezeichnet die Kampagne gar als «Gipfel der Absurdität». Es werde ein Problem geschaffen, wo keins existiere.

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Andere sagen, Frauen hätten noch nie eine Bewilligung gebraucht, um an den Strand zu gehen.

Ángela Rodríguez Pam (32), Staatssekretärin für Gleichstellung und gegen geschlechtsspezifische Gewalt in Spanien, antwortet darauf: «Natürlich gehen wir an den Strand. Aber wir gehen davon aus, dass wir Hass auf uns ziehen, wenn wir Körper präsentieren, die nicht dem Standard entsprechen.» (vof)

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