«Sie tat mir leid»
Schweizerin zockt hilfsbereite Konstanzer ab

Eine Betrügerin aus Bern hält Konstanz auf Trab. Mit einem perfiden Trick erschleicht sie Geld von Passanten. Bereits fünf Geschädigte meldeten den Fall der Polizei.
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Im Lago-Parkhaus in Konstanz wurde eine Frau abgezockt.
Foto: Marco Latzer

Darum gehts

  • Schweizer Betrügerin täuscht in Konstanz Opfer seit Januar mit Geldnot vor
  • Eine Frau gab ihr 40 Euro aus Mitleid, Geld blieb aus
  • Fünf Geschädigte haben sich bisher bei der Polizei gemeldet
Die künstliche Intelligenz von Blick lernt noch und macht vielleicht Fehler.
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Janine EnderliRedaktorin News

Eine Schweizer Betrügerin treibt in Konstanz (D) ihr Unwesen. Die Frau wendet einen fiesen Trick an, wie der «Südkurier» berichtet. Eine betroffene Frau hat der Zeitung von ihrem Erlebnis Mitte Januar erzählt. 

«Die Frau sprach mich an und sagte, sie sei extra aus Bern hierhergefahren, habe aber ihr Portemonnaie zu Hause vergessen. Sie wollte 100 Euro (93 Franken), weil sie nun schon in Konstanz sei, um einzukaufen», berichtet die Betroffene. Zunächst habe sie abgelehnt: «Ich sagte ihr, dass ich nichts geben wolle, weil ich bereits mehrfach Betrügern aufgesessen bin.»

Das Geld kam nie an

Danach habe die Frau ihr Gegenüber gezielt in ein Gespräch verwickelt – offenbar mit dem Ziel, Mitleid zu erwecken.

«Sie tat mir leid, also gab ich ihr doch die 40 Euro (37 Franken), die ich dabeihatte. Sie versprach, das Geld zu überweisen.» Doch das Geld kam nie an. 

Die Deutsche warnte auf Facebook vor der Frau und ahnte nicht, dass sie damit etwas auslöste. Bei ihr meldeten sich weitere Geschädigte. Eine andere Frau, die lange in Konstanz gelebt hat, begegnete der Schweizerin im Parkhaus des Lago-Einkaufszentrums. «Sie wirkte vertrauenswürdig», sagt auch diese Frau. Insgesamt verlangte die mutmassliche Betrügerin 200 Euro (186 Franken), die sie ihr dann auch gab. Das Geld kam nicht.

Die betroffene Frau, die mittlerweile in der Schweiz lebt, meldete sich daraufhin bei der Polizei. Laut Recherchen des «Südkurier» sind mehrere Personen betroffen. 

Behörden ermitteln

Auf Anfrage des «Südkuriers» bestätigt die Thurgauer Kantonspolizei den Eingang von zwei Anzeigen – eine im Oktober, eine am 21. Januar. Der Aufenthaltsort der Frau ist unbekannt. «Der erste Fall wurde schon an die Staatsanwaltschaft übergeben. Wir sind auch im Austausch mit dem Polizeipräsidium Konstanz», so ein Sprecher. 

Immer häufiger geraten Menschen ins Visier professioneller Betrügerinnen – teils sogar im Rahmen organisierter krimineller Netzwerke. Anfang 2025 erbeuteten falsche «Schamaninnen» in Deutschland, Österreich und der Schweiz insgesamt zehn Millionen Franken.

Aktuell dominieren Betrugsmaschen, bei denen künstliche Intelligenz eingesetzt wird. Vergangene Woche wurde ein Fall aus dem Kanton Schwyz bekannt. Ein Geschäftsinhaber ist Opfer eines sogenannten CEO-Fraud-Versuchs geworden. Die Täterschaft nahm telefonisch Kontakt zu dem Mann auf und gab sich als Geschäftspartner aus. Mit Hilfe einer KI-Stimme bauten die Täter Vertrauen zum Schweizer auf und veranlassten ihn dazu, Geldüberweisungen in der Höhe von mehreren Millionen Franken zu unternehmen.

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