Darum gehts
- Natascha Kampusch (38) erlitt laut Familie einen schweren Zusammenbruch
- «Sie lebt in einer eigenen Welt», sagt ihre Schwester Claudia
- 2006 gelang ihr nach acht Jahren Gefangenschaft die Flucht aus Kellerverlies
Ihr Schicksal hielt die ganze Welt in Atem. Natascha Kampusch (38) wurde 1998 als Zehnjährige entführt und wurde acht Jahre lang in einem Kellerverlies gefangen gehalten. 2006 gelang der damals 18-Jährigen die Flucht – seitdem trat Kampusch immer wieder öffentlich auf und verarbeitete ihre Geschichte in Büchern.
Laut ihrer Familie hat Kampusch nun einen schweren Zusammenbruch erlitten. Ihre Schwester Claudia Nestelberger berichtet, dass sich die 38-Jährige zuletzt komplett zurückgezogen habe. «Jeder weiss, wie Natascha früher vor der Kamera gesprochen hat. Das gibt es jetzt überhaupt nicht mehr. Sie ist meist in einer eigenen Welt», sagt sie gegenüber ORF. «Sie ist wieder in einer Art Gefangenschaft. Es ist herzzerreissend und wir fühlen uns hilflos.»
Familie will Spekulationen unterbinden
Die Familie hat sich bewusst entschieden, an die Öffentlichkeit zu gehen. 2026 jährt sich Kampuschs Flucht zum 20. Mal. Die Angehörigen wollen verhindern, dass über sie spekuliert wird und Missverständnisse vermeiden.
Gleichzeitig beleuchtet die Dokumentation «Natascha Kampusch – Gefangen in Freiheit» 20 Jahre nach der Flucht insbesondere ihr Leben in Freiheit und zeigt, wie sehr Kampusch mit Zweifeln und Mobbing konfrontiert war. Obwohl mehrere Untersuchungen ihre Aussagen bestätigten, wurde ihre Geschichte immer wieder infrage gestellt.