Darum ist Polin nicht Maddie: Schweizer Firma erklärt die Gesichtserkennungs-Software(01:58)

Sie behauptet, Maddie zu sein
Britische Polizei lehnt DNA-Test von Polin ab

Julia Faustyna sorgt weiterhin für Wirbel. Sie will unbedingt beweisen, dass sie die entführte Maddie McCann ist. Doch die Polizei lehnt einen DNA-Test ab. Die Beamten sind fest davon überzeugt, dass die Britin bereits tot ist.
Publiziert: 24.02.2023 um 11:07 Uhr
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Aktualisiert: 24.02.2023 um 14:14 Uhr
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Julia Faustyna aus Polen behauptet, dass sie Maddie sei.

Seit mehr als 15 Jahren fehlt von Maddie McCann jede Spur. Kürzlich stand das Kind aber erneut in den Schlagzeilen – wegen einer Frau aus Polen, die behauptet, die vermisste Britin zu sein. Mit ihren Posts ging Julia Faustyna (21) viral – und hat innerhalb weniger Tage über eine Million Instagram-Follower generiert.

Mittlerweile hat sich auch die Londoner Polizei zu den Aussagen der jungen Frau geäussert. Die Behörde sieht keine Notwendigkeit, einem DNA-Test zuzustimmen.

Für sie ist klar, dass Maddie nicht mehr am Leben ist. Die Ermittler sind davon überzeugt, dass die Britin damals von Christian B.* entführt und getötet wurde. Der Deutsche war wegen Sexualdelikten vorbestraft und lebte von 1995 bis 2007 regelmässig an der Algarve. Ausserdem stimme das Alter nicht. Sollte Maddie noch leben, würde sie heute 19 Jahre alt sein.

Gegenüber der britischen Zeitung «Dailystar» gab Faustyna an, eine sehr schwierige Kindheit gehabt zu haben. Sie berichtet von traumatischen Erlebnissen und sexuellen Misshandlungen, die sie in dieser Zeit erlebt habe. Ihr Peiniger sei der deutsche Christian B. gewesen. Gleichzeitig behauptet sie, sich kaum an ihre Kindheit erinnern zu können. Faustyna versuchte mit Vergleichen von Körpermerkmalen zu belegen, dass sie Maddie sein muss.

Auf ihrem Instagram-Account: Polin erklärt, wieso sie Maddie sein soll(01:24)

Familie von Polin will auch keinen DNA-Test

Trotz der Aussagen der jungen Polin hat die Londoner Stadtpolizei versichert, dass es nicht genügend Gründe gebe, den Behauptungen der Frau Glauben zu schenken. Zuvor konnte eine Schweizer Firma mit einer Gesichtserkennungs-Software zu fast 100 Prozent ebenfalls ausschliessen, dass es sich bei der Polin um Maddie handelt.

Faustyna wird jetzt von einer der Amerikanerin Fia Johansson, die sich als Psychologin und Medium bezeichnet, betreut und vertreten. Gegenüber der «Sun» hat sie erklärt, dass sie bereits Morde aufgedeckt und Terroristen aufgespürt habe. Weiter gab Johansson an, eine hellseherische Vision gehabt zu haben, dass Maddie noch am Leben sei.

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Sie wolle den Fall so schnell wie möglich lösen und tue ihr Bestes, die Familie McCann nicht unnötig zu verletzen. Am besten wäre es laut Johansson, wenn Faustynas Eltern einen DNA-Test machen würden. Ihrer Auskunft zufolge weigert sich die Familie der Polin aber bisher strikt.

In den vergangenen Jahren haben zahlreiche junge Frauen fälschlicherweise behauptet, Maddie zu sein. Ein weiterer Grund für die Londoner Polizei anzunehmen, dass es sich wieder um einen solchen Fall handelt. (ene)

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