Darum gehts
- Ex-Angestellter überfiel eigene Supermärkte, erhielt vier Jahre Haftstrafe
- Mit Air-Soft-Waffe bedrohte er Angestellte, fesselte sie mit Kabelbindern
- Zwischen Februar und Dezember 2023 erbeutete er insgesamt 42'000 Euro
Ein ehemaliger Supermarkt-Angestellter, der seine eigenen Filialen überfallen hatte, ist am Mittwoch am Wiener Landesgericht zu einer vierjährigen Freiheitsstrafe verurteilt worden.
Akute Geldnot hätte den bisher Unbescholtenen zu insgesamt fünf Raubüberfällen verleitet, meinte sein Verteidiger. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Der 30-Jährige akzeptierte die Strafe, die Staatsanwältin gab vorerst keine Erklärung ab.
Er drohte, die Angestellten zu erschiessen
Der Angeklagte war früher als Kassier in einer Supermarkt-Filiale in Wien-Meidling beschäftigt, später arbeitete er bei derselben Kette als stellvertretender Filialleiter in Wien-Donaustadt. 2023 raubte er in diesen zwei Filialen und in zwei weiteren Zweigstellen jeweils die Tageseinnahmen, indem er sich bei Geschäftsschluss in den Supermärkten einsperren liess und in einem Versteck abwartete, bis die Angestellten den Tag abrechneten.
War es so weit, trat er jeweils maskiert und mit einer täuschend echt aussehenden Air-Soft-Waffe auf den Plan und verlangte Geld, wobei er den Angestellten mit dem Erschiessen drohte und sie mit Kabelbindern fesselte.
«Er hatte Insider-Wissen»
Bei den vier Coups, die er zwischen dem 11. Februar und 21. Dezember 2023 verübte, erbeutete der Mann insgesamt 42'000 Euro (39'000 Franken). Zimperlich ging er dabei nicht vor. In einem Fall zwang er zwei weibliche Angestellte auf die Knie, nachdem er die Waffe gegen ihre Körper gerichtet hatte, und fesselte ihnen dann die Hände auf den Rücken. Einen männlichen Angestellten liess er hilflos an Händen und Füssen gefesselt am Boden liegen und flüchtete mit seiner Beute.
«Als ehemaliger Mitarbeiter war er mit den Örtlichkeiten vertraut. Er hatte Insider-Wissen», betonte die Staatsanwältin. So hätte der Mann beispielsweise nach dem An-sich-Bringen von Bargeld stets nach sogenannten Safe Bag-Säcken verlangt beziehungsweise gewusst, wo sich diese befanden, um die Beute darin zu verstauen und beim Verlassen der Geschäfte nicht aufzufallen.
«Ich bekenne mich schuldig», zeigte sich der 30-Jährige umfänglich geständig, «mein Motiv waren meine Schulden. Privatschulden und Mietrückstände.» Er habe Angst gehabt, seine Wohnung zu verlieren. Ausserdem hätte ihn eine Scheidung recht viel Geld gekostet.