Sensation im All
Forscher entdecken erdähnlichen Planeten

Forscherinnen und Forscher haben einen Planeten entdeckt, der möglicherweise lebensfreundlich sein könnte. Der Exoplanet «Wolf 1069 b» habe eine erdähnliche Masse, teilte die Max-Planck-Gesellschaft am Freitag in München mit.
Publiziert: 04.02.2023 um 10:49 Uhr
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Aktualisiert: 15.02.2023 um 10:49 Uhr
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So könnte der Exoplanet «Wolf 1069 b» aussehen.

Forscherinnen und Forscher haben einen Planeten entdeckt, der möglicherweise lebensfreundlich sein könnte. Der Exoplanet «Wolf 1069 b» habe eine erdähnliche Masse, teilte die Max-Planck-Gesellschaft am Freitag in München mit.

Möglicherweise besitzt er auch eine Atmosphäre. Seinen Heimatstern, den Zwergstern «Wolf 1069 b», umkreist er in einer Entfernung, in der flüssiges Wasser auf der Planetenoberfläche möglich wäre. Eine Suche nach Leben könne sich dort lohnen.

Als Exoplaneten werden planetare Himmelskörper ausserhalb des Sonnensystems bezeichnet. «Wolf 1069 b» umkreise seinen Stern innerhalb von 15,6 Tagen. Ihr Abstand zueinander entspreche etwa einem Fünfzehntel des Abstands zwischen Erde und Sonne. Trotz des geringen Abstands zum Stern empfange «Wolf 1069 b» nur etwa 65 Prozent der Strahlungsleistung, welche die Erde von der Sonne erhält. Das mache den Planeten potenziell lebensfreundlich.

Bis zu 13 Grad sind möglich

Die Rotation sei vermutlich an die Umlaufbahn um den Zentralstern gebunden. «Wolf 1069 b» wende seinem Zentralstern immer dieselbe Seite zu. Auf der einen Seite herrsche ewiger Tag, auf der anderen ewige Nacht. Das sei auch der Grund dafür, dass von der Erde aus immer die gleiche Seite des Monds zu sehen sei.

Nimmt man an, dass «Wolf 1069 b» ein kahler und felsiger Planet ist, läge die Durchschnittstemperatur auf der sternzugewandten Seite bei minus 23 Grad Celsius. Es sei aber möglich, dass der Planet eine Atmosphäre habe. Unter dieser Annahme könnte die Temperatur dort laut einer Computersimulation auf plus 13 Grad angestiegen sein. Somit bliebe Wasser flüssig, und es könnten lebensfreundliche Bedingungen herrschen.

Eine Atmosphäre gilt als Voraussetzung für die Entstehung von Leben. Diese könnte «Wolf 1069 b» zudem vor elektromagnetischer Strahlung schützen, die Biomoleküle zerstören würde. Es sei sogar möglich, dass der Planet ein Magnetfeld habe, das ihn vor geladenen Sternwindteilchen schütze.

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«Wir werden wahrscheinlich noch zehn Jahre darauf warten müssen»

Vor rund 30 Jahren war der erste Exoplanet entdeckt worden. Von den bisher mehr als 5000 identifizierten Planeten dieser Art hat nur rund ein Dutzend ähnliche Merkmale wie «Wolf 1069 b». Der nun neu entdeckte Exoplanet befindet sich 31 Lichtjahre von der Erde entfernt. Von den möglicherweise lebensfreundlichen Exoplaneten ist er von der Entfernung her der sechstnächste zur Erde.

Ob dort tatsächlich lebensfreundliche Bedingungen herrschen, lässt sich nach Angaben der Forscher derzeit noch nicht klären. «Wir werden wahrscheinlich noch zehn Jahre darauf warten müssen», erklärte Forschungsleiterin Diana Kossakowski vom Max-Planck-Institut für Astronomie. In Chile wird derzeit das sogenannte Extremely Large Telescope gebaut. Dieses könnte in der Lage sein, die Zusammensetzung der Atmosphäre von Exoplaneten zu untersuchen und Hinweise auf Leben aufzuspüren.

Mitte Januar konnten Astronomen der Nasa bereits einen Exoplaneten entdecken. Der Name ist etwas sperrig, aber die Hoffnung ist gross: TOI 700 e ist so gross wie unsere Erde. Ob der Exoplanet eine Atmosphäre ähnlich unserer Erdatmosphäre habe, ist noch unklar. Laut den ersten Daten ist der Planet felsig und umkreist einen kleinen Stern, also eine Sonne. «Dies ist eines der wenigen uns bekannten Systeme mit mehreren kleinen Planeten in bewohnbaren Zonen. Das macht das TOI 700-System zu einer spannenden Perspektive für weitere Nachverfolgungen», erklärt Nasa-Expertin Emily Gilbert. In der bewohnbaren oder habitablen Zone eines Sterns ist flüssiges Wasser möglich. Wäre der Planet näher bei seiner Sonne, ist es zu heiss. Wäre er weiter weg, zu kalt. (SDA/jmh)

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