Darum gehts
- Daniil Jandukov wächst seit der 7. Klasse nicht mehr
- Wachstumshormon-Behandlung erfolglos, akzeptiert Zustand, kämpft gegen Vorurteile
- Youtube-Video macht ihn über Nacht bekannt
In der siebten Klasse bemerkte Daniil Jandukov (21), dass er nicht mehr wächst. Viele hätten sich in dieser Situation zurückgezogen. Ganz anders der Russe: Er fand eine Möglichkeit, diese vermeintliche Schwäche in eine Stärke zu verwandeln. Dass er heute noch immer wie ein Zehnjähriger aussieht, ist mittlerweile sein Markenzeichen.
Der Russe ist 140 Zentimeter gross und wiegt nur 23 Kilogramm. In einem Interview mit dem russischen Youtube-Kanal Spektr erzählte er, wie ihn seine Mitschüler ab einem bestimmten Alter nicht mehr ernst nahmen. «In der siebten Klasse war ich der Letzte, der beim Sportunterricht ins Team gewählt wurde.» Und weiter: «Während alle anderen wuchsen und reifer wurden, blieb ich klein.»
Türsteher glauben seinem Ausweis nicht
Die Eltern des jungen Manns suchten jahrelang nach einer medizinischen Erklärung für das Phänomen. Nachdem in verschiedenen Spitälern Untersuchungen – darunter auch Gentests – durchgeführt worden waren, konnte laut Jandukov lediglich ein Mangel an Wachstumshormonen festgestellt werden. Bis zu seinem 18. Geburtstag injizierte er sich die Hormone, was jedoch keine Wirkung zeigte. Sobald er volljährig war, brach er die Behandlung ab und akzeptierte seinen Zustand.
Wie Jandukov in der Dokumentation erzählte, sind nicht seine Grösse oder sein Gewicht ein Problem für ihn. Hingegen stört ihn die Art, wie ihn andere deshalb behandeln. «Es ärgert mich, dass Leute in Geschäften manchmal unhöflich zu mir sind, weil sie mich für ein Kind halten. Aber warum sollte ein Erwachsener unhöflich zu einem Schuljungen sein?» Hinzu komme, dass er ständig seine Ausweispapiere vorzeigen muss. Wenn er Alkohol kaufen oder auf eine Party möchte, trauen die Verkäufer und Türsteher oft seinen Dokumenten nicht.
Sein Humor kommt gut an
Das Youtube-Video zeigt, dass Jandukov im Alltag andere Herausforderungen hat. Er muss zu Hause eine Leiter benutzen, um an hohe Regale zu gelangen. Seine Kleidung kauft er entweder in der Kinderabteilung oder lässt sie sich massschneidern. Auch beim Autofahren, wo er den Sitz ganz nach vorn stellen muss, schauen ihn andere Lenker verwirrt an, weil sie denken, ein Kind sässe am Steuer.
Trotz aller Schwierigkeiten lernte der Russe, die Situation mit Humor zu nehmen. Auf einem Blog veröffentlicht er Videos, in denen er sich etwa ein Bier bestellt oder Passanten nach einer Zigarette fragt. Aufgrund der lustigen Reaktionen gewann der Blog schnell an Popularität. Jedoch vermuteten die Betreiber der Seite ebenfalls, er sei minderjährig und sperrten vorerst sein Konto.
Seine Grösse machte ihn landesweit bekannt
Jadunkov arbeitete zunächst selbst als Kellner und machte dabei «ausgezeichnetes Trinkgeld». Dann wurde er durch die Youtube-Dokumentation von Spektr über Nacht landesweit bekannt und überhäuft von Film- und Interviewanfragen.
Kurzerhand kündigte er seinen Kellnerjob und fokussierte sich ganz auf seinen Blog und eine Schauspielkarriere. Unterdessen erhielt er bereits ein bedeutendes Angebot für einen autobiografischen Film. Aber auch für andere Filmprojekte hofft er, dass ihm sein markantes Aussehen zugutekommt.
Dieser Artikel erschien zuerst auf blic.rs. Das serbische Newsportal gehört wie Blick zu Ringier.