Schon dritter Fall in zwei Monaten in Indien
Gehirnfressende Amöbe tötet Teenager nach Bad im Teich

Ein Teenager geht in einem Teich schwimmen. Kurz darauf stirbt er. Der Junge hatte sich mit einer gehirnfressenden Amöbe infiziert. Es ist bereits der dritte Todesfall innerhalb von zwei Monaten in der Region.
Publiziert: 05.07.2024 um 15:27 Uhr
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Aktualisiert: 09.07.2024 um 12:12 Uhr
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Die hirnfressende Amöbe Naegleria fowleri hat einen Jungen in Indien getötet.
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Johannes HilligRedaktor News

Nach einer kurzen Abkühlung in einem Teich ging es einem Jugendlichen (†14) im indischen Bundesstaat Kerala gar nicht gut. Am Ende kam er ins Spital. Sein Zustand verschlechterte sich rapide. Die Ärzte konnten sein junges Leben nicht mehr retten, wie indische Medien berichten.

Der Teenie hatte sich beim Baden mit einer gehirnfressenden Amöbe infiziert. Der korrekte Name: Naegleria fowleri. Es ist schon der dritte Todesfall in der Region innert zwei Monaten. Die anderen Opfer waren ein Mädchen (†5) und eine 13-Jährige, die am 21. Mai und 25. Juni verstarben.

Parasit gelangt über Nase ins Gehirn

Infektionen mit dem Parasiten sind extrem selten, verlaufen jedoch fast immer tödlich. Laut dem deutschen Robert-Koch-Institut ist der Organismus besonders in den Subtropen und Tropen verbreitet. Auch in schlecht desinfizierten Pools kann er sich ausbreiten. In Salzwasser kann er nicht überleben, und er kann auch nicht von Mensch zu Mensch übertragen werden.

Der Parasit breitet sich hauptsächlich in warmen Gewässern aus und kann beim Schwimmen über die Nase in das Gehirn eines Menschen gelangen. Dort kann er eine Hirnhautentzündung, die sogenannte primäre Amöben-Meningoenzephalitis (PAM), hervorrufen, die in den meisten Fällen zum Koma und zum Tod führt. Zwar kommt es selten vor, dass Menschen von dem Parasiten befallen werden. Weltweit sind laut Experten erst rund 250 Fälle von PAM bekannt. Es wird aber eine hohe Dunkelziffer vermutet.

Das Heimtückische: Die Symptome sind zunächst unscheinbar und können erst zwölf Tage nach der Infektion auftreten. Dazu zählen Kopfschmerzen, Übelkeit und Fieber. Danach wird es immer schlimmer.

Mädchen starb in den Ferien mit Familie

Erst letztes Jahr sorgte der Fall der kleinen Stefania Villamizar González (†10) weltweit für Schlagzeilen. Sie war mit ihrer Familie in den Ferien in Kolumbien. Alle Familienmitglieder badeten dort in einem See.

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Wieder daheim brach bei dem Mädchen ein scheinbar unbedenkliches Fieber aus. Zu diesem Zeitpunkt war noch niemanden klar, dass die Sache ein tödliches Ende nehmen würde. Zum Fieber kamen Übelkeit, Erbrechen und heftige Ohrenschmerzen. Doch dann erholte sich Stefania relativ schnell wieder.

Zwei Wochen vergingen, bis sie plötzlich von unkontrollierbaren Krämpfen geschüttelt wurde. Eine weitere Woche später war sie tot. Diagnose: Naegleria fowleri.

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