Im Pazifik gelandet
Tonnenschweres Raketenteil sorgte in Europa für Aufregung

Ein Teil einer Rakete, die Nutzlast wie Satelliten oder Sonden ins All befördert, hat auf dem Rückweg zur Erde für Alarmstimmung gesorgt – auch in Europa.
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Aufnahme des 11 Tonnen schweren Raketenteils in einer Höhe von ungefähr 280 Kilometern.
Foto: EU-SST

Die EU-Weltraumüberwachungs- und Verfolgungszentren haben am Freitag den Wiedereintritt eines Weltraumobjekts in die Erdatmosphäre überwacht. In der Fachsprache wird das Objekt ZQ-2 R/B genannt. Das EU-SST erklärt, dass es sich hierbei um einen Teil einer chinesischen Testrakete handelt, um Nutzlast wie Satelliten oder Raumsonden ins All zu befördern.

Auf der Website der Überwachungs- und Verfolgungszentren hiess es, dass das Objekt sehr genau beobachtet werde, um das Wiedereintrittsfenster präziser zu bestimmen. Es wurde damit gerechnet, dass das Raketenteil am Freitag zwischen 11.32 Uhr und 13.08 Uhr auf der Erdoberfläche einschlägt.

Fast nur unbewohntes Gebiet

Mit einer Bahnneigung von 56,94 Grad konnte das Objekt zwischen plus/minus 57 Breitengraden eintreten. Das umfasst ein gigantisches Gebiet, das fast ausschliesslich Ozean oder unbewohnte Zonen beinhaltet. Aber eben nicht nur. Das Raketenteil könnte auch Europa treffen, wurde befürchtet.

«Je näher der Wiedereintritt rückt, desto präziser werden die Vorhersagen, doch aufgrund der unkontrollierten Natur des Objekts bleiben Unsicherheiten bestehen», heisst es in dem Bericht von EU-SST. Das Objekt sei relativ gross, was eine sorgfältige Überwachung erfordere. Die geschätzte Gesamtmasse beträgt elf Tonnen und eine Länge von ungefähr 12 bis 13 Metern.

Objekt zerfällt

Gestartet war die Rakete bereits am 3. Dezember 2025. Es wird vermutet, dass eine Attrappe der Nutzlast an diesem mittleren Teil der Rakete hängenblieb. Dieser Teil zerfalle seither scheinbar unkontrolliert.

Die Angst in Europa vor einem Einschlag des Raketenteils war schlussendlich umsonst: Der Weltraumschrott stürzte schliesslich auf der anderen Seite der Welt in den Pazifik – rund 2000 Kilometer südöstlich von Neuseeland.

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