Psychologie-Professor erklärt
So entlarvst du einen Narzissten, bevor es zu spät ist

Eine Beziehung mit einem Narzissten beginnt wie ein Traum und endet oft mit Tränen. Professor Žarko Trebješanin erklärt, warum Narzissten vor Liebe fliehen und wie ihre toxischen Muster entstehen.
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Professor Trebješanin erklärt, wie man Narzissten und ihr Verhalten früh erkennt.
Foto: Žena. rs

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Professor Trebješanin erklärt Narzissmus und warum Beziehungen mit Narzissten oft scheitern
  • Narzissten fliehen vor Nähe, benutzen Partner zur Bestätigung ihrer Selbst
  • Häufige Ursache: Unsichere Kindheit, oft durch kalte oder dominante Eltern
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Heutzutage wird der Begriff «Narzisst» inflationär verwendet. Doch wissen wir wirklich, wem wir gegenüberstehen, wenn wir uns auf einen solchen Mann oder Frau einlassen? Professor Žarko Trebješanin erklärt, wann diese Bezeichnung tatsächlich zutrifft – und vor allem, wie man problematische Verhaltensmuster rechtzeitig erkennt, bevor es zu spät ist.

Narzissmus ist nicht immer eine klinische Diagnose, sondern stellt oft ein Verhaltensmuster mit einem übertriebenen Gefühl der Selbstwichtigkeit dar. Eine Beziehung mit einem Narzissten endet meist schmerzhaft, weil dieser vor Intimität flieht und eigentlich keinen wirklichen Partner braucht.

Extremes Selbstbewusstsein

Viele Menschen fühlen sich zu Beginn vom Selbstbewusstsein des Gegenübers angezogen, doch es ist entscheidend, den Unterschied zwischen einer selbstbewussten Person und einem Narzissten zu erkennen. Professor Trebješanin weist darauf hin, dass Narzissmus nicht immer eine klinische Diagnose (narzisstische Persönlichkeitsstörung) darstellt, sondern vielmehr die Beschreibung bestimmter Denk- und Verhaltensmuster.

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Es ist völlig normal und eigentlich wünschenswert, dass ein Mensch Selbstvertrauen und innere Stärke besitzt, sich nicht von jeder fremden Meinung verunsichern lässt und von sich selbst überzeugt ist. Beim Narzissten jedoch kippt dieses gesunde Selbstbewusstsein ins Extreme: Es überschreitet jede Grenze und steigert sich zu einem Gefühl der Allmacht, das mit seinem wahren inneren Wesen oft nur wenig zu tun hat.

Beginn wie ein Märchen

Warum bleiben wir in Beziehungen, in denen wir leiden? Die Antwort liegt darin, dass Narzissten anfangs überwältigend sind. «Narzissten sind sehr charmant und attraktiv. Ihr Selbstbewusstsein beeindruckt ihre Partner. Sie sehen ihn als sicheren Partner und Beschützer», erklärt Professor Trebješanin.

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Dieser Charme wirkt wie ein Magnet, doch das Problem entsteht, wenn die Masken fallen. Dann ist es meist schon zu spät, denn Menschen, die sich nach Liebe sehnen, haben sich bereits emotional gebunden und glauben, endlich den oder die Richtige gefunden zu haben. 

Ein Katz-und-Maus-Spiel

In einer Beziehung mit einem Narzissten kommt es zum fatalen Zusammenprall zweier völlig unterschiedlicher Liebesvorstellungen. Während eine Frau Nähe sucht, liebt ein Narzisst in Wahrheit nur sich selbst und braucht keine echte Partnerin für eine tiefere Beziehung. Er benutzt seine Partnerin lediglich als Bestätigung seiner Attraktivität und Macht und je mehr Bestätigung er erhält, desto besser fühlt er sich. 

Die grösste Gefahr liegt in der Bindung. Ein Narzisst hat panische Angst vor Bindung, weil er nicht abhängig werden will, während die Frauen, die sich trotzdem an ihn klammern, oft ein starkes Bedürfnis nach Liebe haben. «Je mehr sie ihm näherkommen will, desto mehr erdrückt sie ihn. Das treibt ihn von ihr weg, und schliesslich flieht er», warnt Trebješanin und fügt hinzu, dass dies das klassische und häufigste Ende solcher Geschichten sei. Zwar bestehe theoretisch die Möglichkeit, dass der Narzisst sein Problem erkennt und versteht, doch in der Praxis geschehe dies äusserst selten.

Die Wurzel des Problems

Hinter der Fassade von Grandiosität und Egozentrik verbirgt sich meist eine tiefe Leere aus der Kindheit. Der Professor weist darauf hin, dass Narzissten in der Regel einen «vermeidenden Bindungsstil» haben, da sie als Kinder keine sichere Bindung zu ihren Eltern aufbauen konnten. Die Ursache können oft eine kalte Mutter oder ein übermässig dominanter Elternteil sein, der das Kind erdrückt habe. Dadurch habe es gelernt, Nähe zu meiden, um das Trauma des Verlassenseins nicht erneut zu erleben. 

Neben der Familie übe die heutige «narzisstische Kultur», in der wir leben, einen enormen Einfluss aus. Der Druck, schön, jung, reich und so selbstbewusst wie möglich zu sein, sei extrem.

Dieser Artikel erschien zuerst auf blic.rs Die serbische Newsplattform gehört wie Blick zu Ringier. 

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