Nach Bedrohungslage am iranischen Konsulat in Paris
Täter erhält Bewährungsstrafe

Am vergangenen Freitag lief ein grosser Polizeieinsatz in Paris. Die Einsatzkräfte hatten sich vor dem iranischen Konsulat versammelt. Eine Person tauchte dort mit Sprengstoffgürtel auf. Nun wurde der Iraner verurteilt.
Publiziert: 19.04.2024 um 14:53 Uhr
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Aktualisiert: 23.04.2024 um 13:04 Uhr
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Grosseinsatz der Polizei in Paris!

Wegen einer möglichen Bedrohungslage ist die französische Polizei am iranischen Konsulat in Paris im Einsatz. Ein Zeuge gibt an, gegen 11 Uhr einen Mann mit einer Granate oder einem Sprengstoffgürtel gesehen zu haben, der das Konsulat betreten habe. Der Mann soll Berichten zufolge damit gedroht haben, sich selbst in die Luft zu sprengen. 

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Laut «Le Parisien» soll das Motiv für die Tat Rache sein. Zeugen wollen demnach gehört haben, dass der Täter den Tod seines Bruders rächen will.

Verdächtiger war offenbar vorbestraft

Eine Spezialeinheit der Polizei rückt an, das Gebiet wird abgesperrt. Auf Fernsehbildern waren zahlreiche, teils schwer bewaffnete, Polizisten zu sehen. Um 14.45 Uhr wird der Mann festgenommen. Eine nahe gelegene Metro-Station wurde zeitweise geschlossen, der Verkehr auf zwei Metro-Linien eingestellt. 

Nun wurde der Täter (61) zu einer zehnmonatigen Bewährungsstrafe verurteilt. Der gebürtige Iraner, der seit langem in Frankreich lebt, erklärte vor Gericht, er habe sich an der iranischen Regierung rächen wollen. «Ich habe erfahren, dass mein Cousin gehängt wurde und meine Schwester festgenommen wurde», sagte er am Montag.

Wie die Pariser Staatsanwaltschaft mitteilte, kam der Mann alleine aus dem Gebäude «und zu diesem Zeitpunkt wurde weder bei ihm noch vor Ort Sprengstoff gefunden». Der Verdächtige soll laut «Actu17» vorbestraft sein. Er verbrannte im vergangenen September Autopneus vor dem iranischen Konsulat. Dafür erhielt er ebenfalls eine Bewährungsstrafe und ein Reiseverbot nach Paris. 

Experten waren zu dem Ergebnis gekommen, dass seine Urteilsfähigkeit nicht eingeschränkt sei. Die Richter verpflichteten den Mann am Montag allerdings, sich psychologisch behandeln zu lassen. (nad/SDA/AFP)

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