Löwin – oder doch nicht? Video aus Berlin zeigt ausgebüxtes Tier(00:15)

Erster Labor-Bericht da!
Erster Labor-Bericht zur vermeintlichen Löwen-Jagd ist da

Seit Donnerstag suchen Hunderte von Polizisten in Berlin nach einer ausgebüxten Löwin – laut neusten Erkentnissen handelt es sich nun aber um ein anderes Tier. Blick berichtet im Ticker.
Publiziert: 24.07.2023 um 14:36 Uhr
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Aktualisiert: 24.07.2023 um 14:37 Uhr
24.07.2023, 14:27 Uhr

Erste Ergebnisse aus dem Labor da!

Das endgültige Ergebnis der sichergestellten Proben steht zwar noch aus, erste Labor-Ergebnisse deuten allerdings daraufhin, dass es sich bei dem in Berlin gesuchten Wildtier nicht um eine Löwin handelt. Die Proben werden vom Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung analysiert. Nun wurden erste Erkenntnisse der Kleinmachnower Verwaltung in einem Vorabbericht übermittelt, wie «Focus» berichtet.

Ein einzelnes aufgefundenes Haar habe demnach keine Eigenschaften, die man von Katzenhaaren kenne. Es habe eine Grundsteifigkeit, liess sich nicht leicht verformen, sondern nahm wieder seine gebogene Form an. Löwenhaare sind leicht verformbar.

Ein Ende sei zerfasert, auf der Hautseite sei es dunkel, Löwenhaare sind dagegen am Anfang hell. Rein visuell könnte es sich also um ein Wildschweinhaar handeln.

Dass es tatsächlich ein Wildschweinhaar sei, lässt sich noch nicht mit absoluter Sicherheit feststellen. Die Analyse geht weiter, auch der aufgefundene Kot werde noch untersucht. Eine erste Kot-Analyse soll gezeigt haben, dass der Anteil am Pflanzenmaterial sehr hoch sei. Ein Indiz, dass es sich bei dem Tier nicht um ein Fleisch fressendes Exemplar handelt. Die Annahme, dass an der Berliner Stadtgrenze ein Löwe frei herumlief, wird somit ein Stück weiter entkräftet.

21.07.2023, 14:17 Uhr

Das sagt der Bürgermeister zur Löwin

Bürgermeister von Kleinmachnow: «Es besteht keine akute Gefährdungslage»(01:31)
21.07.2023, 14:17 Uhr

Polizeigewerkschaft wettert gegen Einsatz: «Teuerste Safari aller Zeiten»

In und um Berlin hat die Suche nach einer vermeintlichen Löwin eine riesige Suchaktion ausgelöst. Inzwischen geht die Polizei davon aus, dass es sich beim gesuchten Tier wohl um ein Wildschwein handelt.

Bei der Polizei-Gewerkschaft stösst die Wende sauer auf. Das berichtet die «​Bild​». Besonders der Vize-Chef der Deutschen Polizeigewerkschaft, Heiko Teggatz (50), ist ausser sich: «Bei diesem Einsatz handelt es sich zweifelsfrei um die teuerste Safari, die es in Deutschlands Wäldern je gegeben hat!»

Grosser Heli koste schnell mal 5000 Euro

Er ist überzeugt: Ein solcher Einsatz koste den Steuerzahler schnell mehrere 100'000 Euro. Wenn das Geld tatächlich verpufft ist, handle es sich um einen «Skandal».

Zeitweise waren bei der Suche tatsächlich bis zu 220 Polizeibeamte sowie Drohnen und Helikopter mit Wärmebildkameras im Einsatz. Doch damit nicht genug: Auch mit einem Panzerfahrzeug wurde nach der vermeintlichen Raubkatze gesucht.

Nach Angaben von Teggatz koste ein Einsatz mit einem grossen Helikopter inklusive Technik, Personal und Wartung schnell mal 5000 Euro pro Stunde. Das Geld hätte man «besser ​in die Bekämpfung der Clan-Kriminalität investiert».

21.07.2023, 13:39 Uhr

Pressekonferenz beendet

Die Pressekonferenz ist damit beendet.

21.07.2023, 13:39 Uhr

Suche wurde gegen 12 Uhr eingestellt

«Um etwa 12 Uhr haben wir entschieden, dass Polizisten in den normalen Dienst übergehen», erklärt Grubert. Denn laut ihm sei es «im Lauf des Vormittags» klar geworden, dass es «keinen Löwen in Kleinmachnow gibt».

21.07.2023, 13:36 Uhr

«Wir haben das Allerbeste gemacht»

Grubert ist zufrieden mit der Leistung der Behörden: «Lange Rede, gar kein Sinn. Ich kann Ihnen sagen, wir haben das Allerbeste gemacht. Ich sehe nicht viele Verbesserungsmöglichkeiten.» Er betont, dass sie nicht viel schneller hätten handeln können.

21.07.2023, 13:36 Uhr
21.07.2023, 13:31 Uhr

Keine Angabe zu Kosten der Suchaktion

Auf Anfrage von Journalisten erklärt der Bürgermeister, er könne keine Informationen zu den entstanden Kosten der Suchaktion geben. Er sagt: «Wenn eine Gefahr für die Bevölkerung besteht, werde im Voraus kein Kostenvoranschlag gemacht.»

21.07.2023, 13:28 Uhr

Kot und Haarproben eingeschickt

Laut Grubert wurden Haar- und Kotproben dennoch an das Leibniz Institut geschickt. Die Ergebnisse seien morgen zu erwarten. Er geht davon aus, dass beide Proben von Wildschweinen stammen.

21.07.2023, 13:25 Uhr

Existenz der Löwin wird ausgeschlossen

Bürgermeister von Kleinmachnow Michael Grubert sagt, es gäbe «keine Hinweise bezüglich eines gerissenen Wildtiers in dem Gebiet. Ausser Wildschweinen ist uns nichts begegnet.» Des Weiteren versichert er: «Nach allem menschlichen Ermessen gehen wir davon aus, dass es keine Löwin ist. Meine Hand würde ich dafür ins Feuer legen.»

21.07.2023, 13:19 Uhr

Keine Gefährdungslage mehr

Man solle weiterhin aufmerksam und vorsichtig bleiben, teilt die Polizei mit. Eine Gefährdungslage liege Stand jetzt aber nicht vor.

Grosseinsatz zwischen Berlin und Potsdam: Am Donnerstagmorgen sucht die Polizei nach einem entlaufenen Wildtier. Die Polizei warnte am frühen Morgen Bewohner der Orte Kleinmachnow, Teltow und Stahnsdorf im Süden Berlins vor dem Verlassen der Häuser. Gegen 8 Uhr wurde das Gefahrengebiet auf die Berliner Quartiere Zehlendorf, Steglitz und Neukölln erweitert. Die Polizei hat auch mit Lautsprecherdurchsagen gewarnt.

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Wie ein Polizeisprecher gegenüber t-online bestätigt, handelt es sich vermutlich um eine Löwin. Zwei Polizeihelikopter seien die ganze Nacht über an der Suche beteiligt gewesen.

Der Grosseinsatz zieht sich bis in die Mittagsstunden. Wie «Bild» berichtet, kommen nun Panzerfahrzeuge bei der Suchaktion zum Einsatz. Demnach fuhr zur Mittagszeit ein 15 Tonnen schwerer Survivor des Spezialeinsatzkommandos im brandenburgischen Stahnsdorf in den Wald.

Herkunft des Tiers unklar

Woher das Wildtier stamme, sei noch unklar. «In der Region vermisst kein Zoo oder Zirkus so ein Tier», sagt der Polizei-Sprecher. Man habe Zoos, Tierparks, Zirkusse und Tierschutzeinrichtungen überprüft – ohne Ergebnis.

Im Einsatz seien auch Drohnen und Tierschutzexperten mit Betäubungsgewehren. Sollte das Tier gefunden werden, würde es nach Möglichkeit betäubt und dem Tierschutz übergeben. Gegenüber der Berliner Zeitung «B.Z.» erklärt die Polizei: «Wir sind mit Tierärzten und Tierschutzeinrichtungen im Gespräch, um das Wildtier tierschutzgerecht einzufangen.»

Eine Sprecherin des Landkreises Potsdam-Mittelmark sagte hingegen zu «Bild», dass noch unklar ist, was man mit dem Tier machen werde. Erst wenn man es finde, werde man entscheiden, ob man mit Betäubung arbeite oder es erschiessen müsse. Die Löwin soll indes ein Wildschwein gerissen haben.

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Kitas bleiben offen

Die Gemeinde Kleinmachnow hält trotz der Suchaktion diverse Einrichtungen geöffnet. Die Kitas seien geöffnet, die Kinder dürften allerdings nicht raus in den Garten, sagte eine Gemeindesprecherin gegenüber t-online. Man habe Markthändlern empfohlen, keine Stände aufzubauen. Es seien allerdings ohnehin kaum Leute dort, erklärt die Sprecherin.

Die deutsche Warn-App Nina hat eine Warnung für dieses Gebiet herausgegeben.

Ein Video, das auf Twitter geteilt wird, soll das gesuchte Wildtier zeigen. Allerdings ist noch nicht geklärt, ob es sich dabei wirklich um eine Aufnahme der Löwin handelt. Gegenüber «Bild» sagte ein Polizeisprecher, dass man keinen Grund habe, «an der Echtheit zu zweifeln».

Da in keiner Einrichtung eine Raubkatze vermisst wird, handelt es sich möglicherweise um ein privat gehaltenes Tier. Im Dezember 2022 kam es wegen eines jungen Tigers in der Villa eines bekannten Clans in Berlin-Neukölln zu einem Polizeieinsatz. Wie sich herausstellte, hatte ein Zirkus das Tigerbaby für eine Hochzeitsfeier in der Clan-Feier verliehen.

Zirkusbesitzer zweifelt

Während die Behörden von einer flüchtigen Raubkatze ausgehen, hat Michel Rogall eine andere Meinung. Er ist der Inhaber des Circus Rogall, der gerade im brandenburgischen Teltow Halt macht. Nachdem er das Video gesehen hat, ist er sich sicher: «Wenn das ein Löwe ist, fresse ich einen Besen», wie er gegenüber der «Märkischen Oderzeitung» sagt.

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Bei ihm habe es vergangenes Jahr einen ähnlichen Fall gegeben. «Am Ende stellte sich heraus, dass es sich gar nicht um einen Löwen handelte, sondern um einen Kaukasischen Bärenhund.»

Der Zoo und Tierpark Berlin will sich bei dieser Frage nicht festlegen: Anhand der kurzen Aufnahmen im Internet sei es nicht auszuschliessen, dass es sich um eine Löwin handele, hiess es in einer Stellungnahme. «Mit Sicherheit können wir dies aufgrund der geringen Qualität der Aufnahmen aber nicht bestätigen», sagte Christian Kern, Zoologischer Leiter von Zoo und Tierpark Berlin.

Laut Einschätzungen von Expertinnen und Experten aus Zoo und Tierpark käme eine Löwin in den Sommermonaten durchaus in einem heimischen Waldstück zurecht. In einem ihr unbekannten Terrain könne davon ausgegangen werden, dass sie sich ins Unterholz zurückziehe und nicht aktiv den Kontakt zum Menschen suche. «Auch die Gefahr, dass ein Wildtier auf freier Fläche wie beispielsweise im Wald, Park oder Feld einen Menschen direkt angreift, ist geringer, als wenn es sich in einem Wohngebiet in die Enge getrieben und bedroht fühlt.» Bei einer Begegnung mit dem Tier gelte es, genügend Abstand zu halten, die Polizei zu informieren und den Standort durchzugeben. (bab)

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