Darum gehts
- In Como boomt der Tourismus, über 100 neue Restaurants in zehn Jahren
- Antimafia-Staatsanwaltschaft vermutet 'Ndrangheta hinter einigen Lokal-Neueröffnungen
- Schiffe transportierten 2025 in Como knapp 7 Millionen Passagiere
Der Tourismus in Como boomt. In der Stadt am Comersee sind innert kurzer Zeit zahlreiche neue Restaurants eröffnet worden. Hinter einem Teil dieser Lokale könnten laut der Mailänder Antimafia-Staatsanwaltschaft Interessen der 'Ndrangheta stecken.
Die organisierte Kriminalität aus Kalabrien sei in Como fest verankert, erklärte Alessandra Dolci, Koordinatorin der Antimafia-Bezirksstaatsanwaltschaft von Mailand, gegenüber Radio und Fernsehen der italienischsprachigen Schweiz RSI. Auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA bestätigte sie die gemachten Aussagen. Bereits seit 50 oder 60 Jahren stehe die Provinz Como im Fokus der Anti-Mafia-Ermittlungen.
Como ist so gross wie Luzern
Auch der Unternehmerverband Confesercenti Como bleibt wachsam, wie Vizepräsident Claudio Bizzozzero in der Tagesschau von RSI von Sonntagabend erklärte. Es sei auffällig, dass es in manchen Fällen sehr schnelle Eröffnungen mit sehr hohen Investitionen durch Personen gebe, die nicht in der Region verwurzelt seien.
In den letzten zehn Jahren seien allein in der Stadt Como über 100 neue Restaurants eröffnet worden. Schaut man auf die ganze Provinz, sind es gar 500 neue Gastronomiebetriebe, wie es im Beitrag weiter heisst. Zum Vergleich: Como ist mit gegen 85'000 Einwohnern etwa so gross wie die Stadt Luzern.
«Keineswegs immun gegen mafiöse Begehrlichkeiten»
Dieser Boom von Neueröffnungen geht mit einer starken touristischen Nachfrage einher. Im vergangenen Jahr hätten die Schiffe der Schifffahrtsgesellschaft von Como knapp 7 Millionen Menschen transportiert. «Die Zahlen sind verrückt geworden», sagte der Bürgermeister Alessandro Rapinese im Beitrag von RSI.
Auch im Tessin müsse man wachsam sein, erklärte Staatsanwältin Dolci weiter. Die jüngsten, gemeinsam mit den Schweizer Behörden durchgeführten Ermittlungen würden zeigen, dass es sowohl mafiöse Geldbewegungen als auch Drogentransporte in der Südschweiz gebe. «Euer Gebiet ist keineswegs immun gegen mafiöse Begehrlichkeiten», sagte sie.