Neonazi plante Anschläge auf EM – Geheimdienst warnte:
«Rechtsextreme warten nur auf Konfrontation»

Zehn Tage bevor der mutmassliche Attentäter Grégoire M. (25) geschnappt wurde, hatte der Chef des französischen Nachrichtendienstes bereits vor Rechtsextremen gewarnt: Als Antwort auf dschihadistisch motivierten Terror sollen auch sie Anschläge planen.
Publiziert: 06.06.2016 um 18:04 Uhr
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Aktualisiert: 30.09.2018 um 20:17 Uhr
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Mitarbeiter des ukrainischen Geheimdiensts SBU verhafteten Grégoire M. am 21. Mai, als er mit seinem voll beladenen Renault Kangoo abfahren wollte.

Die Terrorgefahr lauert auch im rechtsextremen Sektor. Patrick Calvar, Chef des französischen Nachrichtendienstes, hatte am 10. Mai von den Gefahren der extremen Rechten gewarnt.

Er sollte Recht behalten.

Heute kam aus: Die ukrainischen Behörden nahmen rund zehn Tage nach seiner Warnung den Neonazi Grégoire M.* (25) aus Frankreich fest, Er plante vor und während der Fussball-EM 15 Terroranschläge auf Autobahnen, Synagogen, Steuerämter und Moscheen (BLICK berichtete).

Neonazi-Anschläge als Antwort auf den Dschihad

Der Nachrichtendienst beobachte verstärkt solche Personen, die bereit seien, zuzuschlagen – als eine Art extremistische Antwort auf den Dschihad. «Europa ist in grosser Gefahr: die Extremisten haben überall Aufwind», sagte Patrick Calvar im Parlament vor der Kommission für Nationale Verteidigung und Streitkräfte.

«Wir vom Inland-Nachrichtendienst verlegen unsere Ressourcen in Richtung der Rechtsextremen, die nur auf die Konfrontation warten. (…) Ich glaube, dass diese Konfrontation stattfinden wird. Noch ein oder zwei Attentate und sie wird Realität.» 

«Wir haben uns weniger mit den Rechtsextremen befasst»

Calvar forderte einen Ausschuss der Nationalversammlung, um gegen diese rechtsextremen Gruppen vorzugehen. «Er befürchtet, dass ein neues Attentat diese aufweckt, weil das zeigen würde, dass die Mittel des Staates nicht mehr ausreichen», sagte eine Polizeiquelle zu «L'Express». «Mit dem Anstieg des islamistischen Risikos haben wir unsere Ermittler in den letzten Jahren auf die Dschihadisten ausgerichtet. Wir haben uns weniger mit den Rechtsextremen befasst.» (btg/kra)

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