Nah an Serbien-Grenze
Experten warnen vor geheimem Wagner-Stützpunkt

Eine mutmassliche Basis der russischen Gruppe Wagner wurde im bulgarischen Dorf Kladnica entdeckt – nur 50 km von Serbien entfernt. Experten warnen vor einer systemischen Bedrohung für die Sicherheit Europas.
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Die Wagner-Gruppe ist berüchtigt. Die Söldner waren für heikle Auslandseinsätze in Afrika, Nahost und in der Ukraine im Einsatz.

Darum gehts

  • Mutmasslicher Wagner-Stützpunkt in bulgarischem Dorf Kladnica entdeckt, Nähe serbischer Grenze
  • BOEC filmte bewaffnete Personen mit Wagner-Symbolen, russische Fahnen vor Ort
  • Bulgarien hatte 8 Parlamentswahlen in 5 Jahren, politische Instabilität bleibt
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Blick Newsdesk

Ein Dorf in Bulgarien sorgt international für Aufsehen: In Kladnica, etwa 50 Kilometer von der serbischen Grenze entfernt, wurde ein mutmasslicher Stützpunkt der russischen Söldnergruppe Wagner entdeckt. Die Bürgerorganisation BOEC machte die Entdeckung und übertrug live auf Facebook aus den Hügeln des Dorfes.

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Laut BOEC trugen Personen in der Nähe der Immobilie Wagner-Symbole, waren teilweise bewaffnet und wurden von Wachhunden begleitet. Fahrzeuge wie Jeeps und Motorschlitten waren vor Ort zu sehen. Das berichtet Blic.rs.

«Signal für Bereitschaft Russlands, aggressiver zu agieren»

Georgi Georgiew von BOEC kritisierte die langsame Reaktion der bulgarischen Polizei. Diese traf erst eine Stunde nach Alarmierung ein und stiess auf einen aggressiven Mann, der behauptete, sein Haus nach eigenem Geschmack dekoriert zu haben. Russische Fahnen und Wagner-Embleme waren auf dem Gelände deutlich sichtbar. Eine offizielle Bestätigung der Behörden über die Verbindung zur Wagner-Gruppe blieb jedoch aus.

Das amerikanische Robert-Lansing-Institut für globale Bedrohungen und demokratische Studien warnt vor den potenziellen Gefahren. Laut Experten könnte die mutmassliche Präsenz der Wagner-Gruppe in Bulgarien ein Zeichen für eine verstärkte russische Aggression in der EU sein. «Das physische Auftreten dieser Gruppe in einem EU-Land ist ein Signal für die Bereitschaft Russlands, aggressiver zu agieren», heisst es im Bericht des Instituts. 

Teil einer systemischen Bedrohung

Bulgarien steht zudem vor entscheidenden Parlamentswahlen. Mit acht vorgezogenen Wahlen in den letzten fünf Jahren herrscht politische Instabilität. «Diese Situation bietet ein ideales Umfeld für russische Einflussnahme», so der Bericht des US-Instituts. Eine pro-europäische Regierung könnte durch die Koalition «Fortsetzen der Veränderung – Demokratisches Bulgarien» entstehen, während prorussische Kräfte wie die Partei «Wiedergeburt» versuchen könnten, die Aussenpolitik des Landes radikal zu ändern.

Die Experten des Robert-Lansing-Instituts warnen vor möglichen indirekten Operationen der Wagner-Gruppe, darunter Einschüchterung, Unterstützung radikaler Gruppen und das Schaffen einer Atmosphäre des Misstrauens gegenüber staatlichen Institutionen. Besonders gefährlich sei die Kombination solcher Aktivitäten mit dem laufenden Wahlprozess. Die EU und die Nato sollten den Fall nicht als lokalen Vorfall abtun, sondern als Teil einer systemischen Bedrohung der europäischen Sicherheit betrachten.

Dieser Artikel ist zuerst auf Blic.rs erschienen. Die serbische Newsplattform gehört wie Blick zu Ringier. 

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