Darum gehts
- Trump plant Kuba-Blockade, um Regimewechsel auf der Insel zu erzwingen
- US-Regierung erwägt Seeblockade zur Unterbindung von Kubas Ölimporten
- Kuba leidet unter Stromausfällen, Treibstoffmangel und wirtschaftlicher Schwäche
Donald Trump sucht offenbar den nächsten grossen aussenpolitischen Showdown. Nach harten Manövern gegen Venezuela, provokanten Gedankenspielen über Grönland und maximalem Druck auf den Iran rückt nun ein alter Gegner wieder ins Rampenlicht: Kuba. Hinter den Kulissen prüft die US-Regierung laut Medienberichten drastische Schritte, um die sozialistische Führung in Havanna zu Fall zu bringen.
Im Zentrum der Überlegungen steht ein brisanter Plan: eine vollständige Blockade der Ölimporte nach Kuba. Intern werde sogar über eine maritime Durchsetzung diskutiert – faktisch eine Seeblockade, berichtet Politico unter Berufung auf US-Regierungskreise.
Ziel: die ohnehin schwer angeschlagene Wirtschaft der Karibikinsel endgültig in die Knie zu zwingen und einen Regimewechsel zu erzwingen. Befürworter dieser harten Linie sitzen offenbar direkt im innersten Machtzirkel – inklusive Aussenminister Marco Rubio (54), einem langjährigen Hardliner gegenüber Havanna. Rubio ist der Sohn kubanischer Immigranten.
Kuba tief in der Krise
Noch ist nichts entschieden. Die Blockade gilt als eine von mehreren Optionen, die Trump vorgelegt werden könnten. Selbst innerhalb der US-Regierung gibt es Zweifel, ob ein solcher Schritt überhaupt nötig ist. Kuba steckt bereits tief in der Krise: Stromausfälle, Treibstoffmangel, leere Regale. Der Wegfall venezolanischer Öllieferungen hat das System zusätzlich geschwächt. In Washington ist man überzeugt: So verletzlich war das Regime seit Jahrzehnten nicht mehr.
Zusätzlichen Zündstoff liefert ein weiterer Bericht: Trumps Umfeld soll aktiv nach Kontakten im Machtapparat Havannas suchen, um einen Deal auszuhandeln – mit dem Ziel, die Regierung noch dieses Jahr zu stürzen. Im Windschatten der Operation Venezuela, dem wichtigsten Verbündeten Kubas.
Trump selbst giesst Öl ins Feuer. Auf seiner Plattform Truth Social forderte er Kuba schon am 11. Januar offen auf, «einen Deal zu machen». «Es wird kein Öl und kein Geld mehr nach Kuba fliessen, null!», so der US-Präsident. Er liess offen, was das genau bedeuten soll. Gleichzeitig teilte er Beiträge, in denen Nutzer offen über einen von den USA herbeigeführten Machtwechsel fantasieren.
Trotziges Havana
In Havanna gibt man sich trotzig. Präsident Miguel Díaz-Canel (65) erklärte vor Anhängern, Kuba werde sich nicht erpressen lassen und keinerlei politische Zugeständnisse machen. Doch die Realität ist brutal: Sollte Washington die letzten Öllieferungen dauerhaft kappen, droht der Insel der wirtschaftliche Kollaps. Und ähnlich trotzig hatte sich Venezuelas Machthaber Nicolás Maduro (63) vor seinem Sturz durch die USA gegeben.
Nach Venezuela, Grönland und Iran könnte Kuba Trumps nächster Konfliktherd im Fokus sein. Dies, obwohl das karibische Regime die harten US-Sanktionen – und das umfassende Handelsembargo – jahrzehntelang überstanden und auch den Zusammenbruch der Sowjetunion nach dem Kalten Krieg überlebt hat.
Ob Kuba tatsächlich fällt oder erneut widersteht, wird weniger in Havanna entschieden als im Weissen Haus – dort, wo Donald Trump offenbar entschlossen ist, seine US-Interessen einzuführen. Auch der Machtwechsel in Caracas hatte mit einer angedrohten Ölblockade begonnen.