Nach monatelanger Vorbereitung
Stiefmutter vergiftet Mädchen (†1) mit Nagellack

Die neue Freundin ihres Vaters verabreichte der kleinen Iris gefährliche und schädliche Kleinteile. Wenig später verstarb das Mädchen auf der Intensivstation. Nun muss sich die Partnerin vor Gericht verantworten.
Publiziert: 16.01.2024 um 18:47 Uhr
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Die einjährige Iris A. wurde durch Nagellack, Wasserperlen und Batterien vergiftet.
Sandra Gerber

Nach der Trennung von Bailey J.* und Emily A.* bleibt die gemeinsame Tochter Iris A.* (†1) bei ihrer leiblichen Mutter und den Grosseltern in New Castle, Pennsylvania. Der Vater J. hat Besuchsrecht und zieht mit seiner neuen Freundin Aleisia O.* (20) zusammen.

Nur ein Jahr nach dem Zusammenzug des Paares kommt es am 25. Juni 2023 zu einem tragischen Zwischenfall. Als die einjährige Tochter bei ihrem Vater und dessen Freundin zu Besuch ist, geht es ihr plötzlich sehr schlecht – die Rettungskräfte müssen gerufen werden. Doch Iris ist nicht mehr ansprechbar.

Wasserperlen, Batterien und Nagellack geschluckt

Vier Tage später die traurige Gewissheit: Mit nur 18 Monaten stirbt das kleine Mädchen auf der Intensivstation des UPMC Children’s Hospital in Pittsburgh. Bereits am nächsten Tag ergibt die Autopsie, dass eine schwere Acetonvergiftung zum Organversagen geführt hat. Laut medizinischen Experten wurde dem Kleinkind noch kurz vor der Einlieferung ins Spital Aceton verabreicht, wie das «New Castle Police Department» auf Facebook mitteilt. 

Doch die Ermittlungen bringen noch weitere schreckliche Details ans Licht. Zwischen Februar und Juni 2023 hatte die neue Freundin, Aleisia O., im Internet nach Produkten gesucht, die ein Kind schwer verletzen oder töten könnten. Zudem informierte sie sich auch über die Wirkung von Batterien, Nagellack und Wasserperlen. Letztere sind in Spiel- und Bastelsachen und können beim Verschlucken für Kinder gefährlich werden.

Nur wenige Monate vor ihrem Tod wurde das Mädchen bereits einmal in ein Spital eingeliefert, nachdem es mehrere schädliche Gegenstände verschluckt hatte, darunter etwa 20 Wasserperlen, Batterien und eine Metallschraube. Dies berichtet das New Castle Police Department in seiner Mitteilung vom 11. Januar 2024.

Frau suchte nach für Kinder giftigen Produkten

Generalstaatsanwältin Michelle Henry gab am Donnerstag bekannt, dass O. im Zusammenhang mit der Misshandlung und dem Tod der einjährigen Tochter ihres Freundes verhaftet wurde. «Die Einzelheiten dieses Falles sind erschütternd», sagte die Staatsanwältin. «Es ist schwer vorstellbar, dass jemand absichtlich ein völlig wehrloses Kind verletzt und dann die Ermittler über den Vorfall in die Irre führt.»

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«Die Untersuchungen zeigen, dass die Angeklagte monatelang akribisch recherchiert hat, wie bestimmte Substanzen Kindern schaden», fügt Henry hinzu. Dann habe sie nach ihren Erkenntnissen gehandelt. Auch der Polizeichef von New Castle, Robert Salem, meldete sich vor Gericht zu Wort: «Der Tod von Iris A. hat in unserer Gemeinde Schmerz, Trauer und Wut ausgelöst.»

Der Fall wird nun von den stellvertretenden Generalstaatsanwältinnen Alicia Werner und Kara Rice verfolgt. Bis zum Beweis ihrer Schuld gilt die Angeklagte als unschuldig. Bislang gibt es laut der Polizei keine Anzeichen dafür, dass der Vater etwas von der Misshandlung seiner Tochter durch seine Partnerin gewusst haben soll. 

* Namen bekannt

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