Swiss-Sonderflug ist von Maskat nach Zürich gestartet
Der Sonderflug der Swiss ist mit etwas Verspätung von Maskat gestartet und nun auf dem Weg nach Zürich. In der ausgebuchten Maschine befinden sich Schweizer Reisende, die aus dem Krisengebiet zurückkehren.
Die Maschine mit der Flugnummer LX7043 wird um circa 14.30 Uhr in Zürich erwartet. Mit diesem Flug wolle die Swiss einen Beitrag leisten, um den Betroffenen in der schwierigen Situation zu helfen, teilte die Fluggesellschaft bereits am Vortag mit.
Der vorerst einzige Swiss-Flug bietet 120 Rückkehrenden Platz, wie Marianne Jenni, Direktorin der Konsularischen Direktion des Eidgenössischen Departements für auswärtige Angelegenheiten (EDA), sagte. Tausende Schweizerinnen und Schweizer sitzen nach der amerikanisch-israelischen Offensive gegen den Iran in verschiedenen Golfstaaten fest. In der Travel-Admin-App des EDA haben sich rund 5200 registriert.
Wie Aufnahmen von «Flightradar24» zeigen, befindet sich der Flieger aktuell über Saudi-Arabien. Er wird noch circa sechs Stunden in der Luft sein.
«Bis zum Ende weitermachen»: Hegseth ermutigt Israel in Telefonat
Der israelische Verteidigungsminister Israel Katz sprach gestern Abend mit seinem US-amerikanischen Amtskollegen Pete Hegseth, wie aus einer Mitteilung des israelischen Verteidigungsministeriums hervorgeht.
In der Erklärung hiess es, Hegseth habe «die beispiellose Zusammenarbeit» zwischen dem US-amerikanischen und dem israelischen Militär gelobt und Katz ermutigt, «bis zum Ende weiterzumachen, wir stehen hinter Ihnen», zitiert die «Times of Israel».
Australien schickt «militärische Ressourcen» in den Nahen Osten
Jetzt reagiert auch Australien: Premierminister Anthony Albanese hat angekündigt, dass Australien «militärische Ressourcen» in den Nahen Osten schicken würde. Es handle sich um einen Notfallplan.
Albanese erklärte vor dem australischen Parlament, die Regierung habe sechs Krisenreaktionsteams in die Region entsandt.
«Wir haben bereits Anfang dieser Woche im Rahmen unserer Notfallplanung militärische Ressourcen entsandt», sagte er. Laut dem australischen Sende SBS News sind zudem zwei Militärflugzeuge Richtung Nahost abgehoben.
Massive Explosionen in Teheran
Die israelische Armee hat nach eigenen Angaben eine neue Angriffswelle in Teheran gestartet.
In einer Mitteilung des Militärs war die Rede von grossangelegten Angriffen auf Infrastruktur der iranischen Führung in der Hauptstadt. Augenzeugen berichteten über Explosionsgeräusche im Bereich von Teheran. Ausserdem griff Israels Luftwaffe den Angaben zufolge mehrere Kommandozentren der proiranischen Hisbollah-Miliz in der libanesischen Hauptstadt Beirut an.
«USA haben Gräueltaten begangen und werden es bitter bereuen»
Der iranische Aussenminister Abbas Aratschgi sagt, die USA hätten mit der Versenkung der iranischen Fregatte Dena «eine Gräueltat auf See begangen», die sie «bitter bereuen» würden.
«Die USA haben 3219 km vor der iranischen Küste eine Gräueltat auf See begangen», schrieb er auf X. «Merken Sie sich meine Worte: Die USA werden diesen Präzedenzfall bitter bereuen.»
Am Mittwoch bestätigte US-Kriegsminister Pete Hegseth, dass die US-Streitkräfte das Schiff ausser Gefecht gesetzt haben. Mindestens 90 Menschen starben.
Rakete Richtung Türkei? Jetzt reagiert der Iran
Der Generalstab der iranischen Streitkräfte hat eine Erklärung veröffentlicht, in der er bestreitet, Raketen in Richtung Türkei abgefeuert zu haben. Die Türkei hatte gestern mitgeteilt, dass die Nato-Flugabwehr eine Rakete aus dem Iran abgeschossen habe, als diese in ihren Luftraum eindrang.
«Die Streitkräfte der Islamischen Republik Iran respektieren die Souveränität des benachbarten und befreundeten Landes Türkei und bestreiten jeglichen Raketenabschuss in Richtung des Hoheitsgebiets dieses Landes», heisst es in der Erklärung der iranischen Armee, die von der iranischen Nachrichtenagentur Mehr verbreitet wurde.
Nach Angaben des türkischen Verteidigungsministeriums näherte sich die Rakete dem türkischen Luftraum, nachdem sie über den Irak und Syrien geflogen war.
Carney schliesst Beteiligung am Krieg nicht aus
Der kanadische Premierminister Mark Carney sagte am Donnerstag, er könne eine militärische Beteiligung seines Landes an dem eskalierenden Krieg im Nahen Osten nicht ausschliessen.
«Man kann eine Beteiligung niemals kategorisch ausschliessen», sagte er gemeinsam mit seinem australischen Amtskollegen Anthony Albanese bei einem Besuch in Canberra. «Wir werden unseren Verbündeten zur Seite stehen», fügte Carney hinzu. Zuvor erklärte der 60-Jährige, die Angriffe der USA und Israels auf den Iran seien nicht mit dem Völkerrecht vereinbar.
Der Premierminister fügte hinzu, dass es zwar einen Unterschied zwischen Selbstverteidigung und den Massnahmen der USA und Israels gebe, Kanada jedoch «die Kanadier immer verteidigen und unseren Verbündeten immer zur Seite stehen werde, wenn wir dazu aufgefordert werden».
Das passierte in der Nacht
Der Iran-Krieg geht bereits in den sechsten Tag. Auch in der Nacht auf Donnerstag kam es zu heftigen Gefechten. Die wichtigsten Punkte:
- US-amerikanische und israelische Streitkräfte bombardieren weiterhin den Iran, Explosionen erschütterten Teheran und andere Städte
- Die Revolutionsgarden kündigten ausserdem eine 19. Welle von Raketen- und Drohnenangriffen gegen Israel und US-Einrichtungen im Nahen Osten an
- Saudi-Arabien hat mindestens drei Drohnen abgefangen, während Katar die Evakuierung von Häusern in der Nähe der US-Botschaft in Doha angeordnet hat
- Im Nahen Osten sitzen Tausende Passagiere auf Kreuzfahrtschiffen fest. Das Passieren der Strasse von Hormus ist zu gefährlich geworden. Auch Flugpassagiere sind weiterhin gestrandet
- Irans Militär hat kurdische Gruppen im Iran angegriffen. Hintergrund: Es mehren sich Berichte, wonach diese Gruppen in Absprache mit den USA eine Bodenoffensive starten wollen
- Der US-Senat stärkte Trump den Rücken. Er stimmte gegen ein stärkeres Mitspracherecht im Krieg
Börsen in Japan und Südkorea erholen sich
Die Börsenkurse in Japan und Südkorea haben sich nach den Einbrüchen infolge des neuen Konflikts im Nahen Osten erstmals wieder deutlich erholt. Der japanische Nikkei-Index schaffte bis 10 Uhr (Ortszeit) ein Plus von über vier Prozent.
Der südkoreanische Leitindex KOSPI stieg sogar um knapp zwölf Prozent. Die Markterholung wird von Beobachtern unter anderem mit dem sich stabilisierendem Ölpreis erklärt.
Südkorea und Japan hängen stark von Ölimporten aus dem Nahen Osten ab, die grösstenteils über die Strasse von Hormus transportiert werden. Derzeit ist der Schiffsverkehr in der Meeresenge wegen des Iran-Kriegs stark eingeschränkt und gilt als sehr riskant. Zudem sind die Preise für Rohöl seit Beginn des Kriegs deutlich gestiegen.
Irans Militär greift kurdische Gruppen im Irak an
Die iranischen Streitkräfte haben nach eigenen Angaben erneut kurdische Gruppen im benachbarten Irak angegriffen. Es seien drei Raketen auf das Hauptquartier oppositioneller Verbände abgefeuert worden, meldete die staatliche Nachrichtenagentur Irna.
Zuletzt gab es Berichte, wonach kurdische Kämpfer eine Bodenoffensive im Iran gestartet hätten. Sie hätten Stellungen auf iranischem Gebiet eingenommen, erklärte ein kurdischer Vertreter. Ob der Angriff mit den USA abgesprochen ist, ist aktuell noch unklar. Aus dem Weissen Haus kamen dazu widersprüchliche Aussagen.
Uno-Migrationschefin warnt vor Flüchtlingskrise
Wegen des Iran-Kriegs warnt die Chefin der UN-Organisation für Migration (IOM) Europa vor einer Migrationskrise, die sich binnen Tagen entwickeln könnte.
«Wir sehen Menschen, die innerhalb des Landes vertrieben werden. Wir beobachten, ob und wann diese Vertreibung auf andere Länder übergreifen wird», sagte Amy Pope. «Was wir in der Vergangenheit bei Angriffen im Iran beobachtet haben, ist, dass sie zunächst die grossen Städte verlassen und zu Familienangehörigen gehen.»
Entscheidend sei, ob der Konflikt andauere, sich ausweite und dabei auch zivile Infrastruktur getroffen werde. «Das sind einige der Auslöser, von denen wir erwarten, dass sie zu mehr Migrationsbewegungen führen werden», sagte sie.
Die IOM-Chefin rät dazu, sich auf verschiedene Szenarien vorzubereiten. Zunächst müsse geplant werden, welche Unterstützung Nachbarländer wie die Türkei bei den Aufnahmen von ersten Flüchtlingen bräuchten.