Mit Papis Porsche
Teenager fährt zwei Menschen tot – Strafe macht sprachlos

Bei einem Unfall in Indien kommen zwei Motorradfahrer ums Leben. Der Porschefahrer kommt dank seines reichen Papis mit einer fraglichen Strafe davon. Das sorgt für Empörung.
Publiziert: 23.05.2024 um 13:23 Uhr
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Aktualisiert: 23.05.2024 um 14:51 Uhr
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In der indischen Stadt Pune ereignete sich am Sonntag ein tödlicher Unfall.
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Natalie ZumkellerPraktikantin News

Die Betroffenheit in der westindischen Stadt Pune war am Sonntag gross: Ein 17-Jähriger hatte mit seinem Porsche einen tödlichen Unfall verursacht. Wie indische Medien und CNN berichten, fuhr der Teenager betrunken zwei Motorradfahrer tot.

Wie der stellvertretende Ministerpräsident des Bundesstaates Maharashtra, Devendra Fadnavis, bestätigte, starben die Opfer noch am Unfallort. Augenzeugen erklärten, einer der Betroffenen sei sechs Meter durch die Luft geschleudert worden – der andere kollidierte mit einem Auto.

Fragliche Strafe sorgt für Empörung

Der Teenager wurde festgenommen – kam aber nur wenige Stunden später auf Kaution wieder frei. Dies sorgte für allgemeine Empörung. Auch die «Strafe», die dem Teenager aufgebrummt wurde, stiess auf grosses Unverständnis – so muss er zum Thema «Strassenverkehrssicherheit» einen Aufsatz in der Länge von 300 Wörtern schreiben und 15 Tage lang gemeinnützige Arbeit verrichten. 

Zudem darf er bis zu seinem 25. Geburtstag keinen Führerschein mehr machen. Bisher dürfte ihn das fehlende Autobillett jedoch auch nicht vom Autofahren abgehalten haben – das Mindestalter für einen Führerschein liegt auch in Indien bei 18 Jahren. 

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Das sehr milde Urteil löste eine Debatte aus. Speziell, da in Indien erst 2015 das Gesetz angepasst wurde – so dürfen Jugendliche ab 16 Jahren bei schweren Vergehen auch nach dem Erwachsenenstrafrecht verurteilt werden.

Vom Papi freigekauft?

Selbst Fadnavis äusserte sich dem Urteil gegenüber kritisch. So fragte er im indischen Fernsehsender NDTV: «Wie kann das Jugendstrafgericht ein solches Urteil verhängen?» Er betonte auch, dass es fragwürdig sei, dass die Polizei wegen Totschlages ermittelt und nicht wegen Mordes. 

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Das Brisante: Der Jugendliche soll der Sohn des erfolgreichen Immobilienentwicklers Vishal Agarwal sein. In der Region ist der reiche Unternehmer bekannt. Mehrfach wird nun der Verdacht geäussert, dass der Unfallfahrer von seinem Papi freigekauft worden sei. 

«Sogar Gerechtigkeit hängt von Vermögen ab»

Fraglich bleibt, wie der Teenager an Alkohol kam – dieser ist im Bundesstaat erst ab 25 erlaubt. Berichten zufolge soll er in einer Bar gesehen worden sein. Die Inhaber wurden verhaftet.

Auch der Politiker Rahul Gandhi zeigte kein Verständnis für das Urteil: «Sogar Gerechtigkeit hängt von Vermögen ab.»

Laut indischen Medien soll das Urteil nun nochmals überprüft werden. Der Vater des Jugendlichen soll zudem festgenommen worden sein. 

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