Bis zu einem Meter Neuschnee: Schwierige Verhältnisse auf Österreichs Strassen(00:16)

Mindestens zwei Tote
Schneestürme legen Polen, Slowakei und Tschechien lahm

Stromausfälle, gesperrte Strassen und mindestens zwei Tote: Starke Schneestürme haben übel in Polen, der Slowakei und Tschechien gewütet.
Publiziert: 04.02.2023 um 14:31 Uhr
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In Polen, Tschechien und der Slowakei fiel jede Menge Schnee vom Himmel.

Starke Schneefälle haben in Polen, Tschechien und der Slowakei zu zahlreichen Unfällen geführt und grossflächige Stromausfälle verursacht. In Polen starben nach Medienberichten am Samstag mindestens zwei Menschen bei wetterbedingten Unglücksfällen.

In der südlich von Kattowitz gelegenen schlesischen Ortschaft Cisiec starb eine ältere Frau, nachdem ein wegen eines Sturms umgestürzter Baum ihr Einfamilienhaus schwer beschädigte. Wie ein Feuerwehrsprecher der Nachrichtenagentur PAP mitteilte, wurde die Rentnerin von Feuerwehrleuten im Haus gefunden. Der Fernsehsender TVN24 berichtete von mehr als 140 Verkehrsunfällen im Zusammenhang mit starken Schneefällen und rutschigen Fahrbahnen. Eine Frau sei im Bezirk Danzig mit ihrem Auto gegen einen Baum geprallt und gestorben.

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Im Norden der Slowakei verhängte ein Krisenstab am Samstag nach Angaben der Nachrichtenagentur TASR über 27 Gemeinden die sogenannte «Ausnahmesituation», die besondere Notmassnahmen und Einschränkungen erlaubt. Mehrere beliebte Skigebiete wurden für das Wochenende wegen gefährlicher Stürme gesperrt. Die Bewohner der Regionalhauptstadt Zilina und umliegender Orte wurden aufgerufen, ihre Häuser nicht zu verlassen, wenn dies nicht unbedingt nötig sei.

Schnee-Chaos auch in Österreich

In Tschechien waren am Samstag Zehntausende Haushalte ohne Strom. Wie die Nachrichtenagentur CTK berichtete, waren meist auf Leitungen gestürzte Bäume die Ursache. Nahe der tschechischen Stadt Jablonne nad Orlici unweit der polnischen Grenze stürzte ein Baum auf ein fahrendes Auto. Zwei Verletzte mussten von der Feuerwehr aus dem Fahrzeug befreit werden.

Auch in Österreich sorgte Schnee und Eis für Chaos auf den Strassen. 70 Menschen waren von der Aussenwelt abgeschnitten. Wegen der angespannten Lawinensituation in der Steiermark mussten am Donnerstag in der Gemeinde Wildalpen zwei Strassen gesperrt werden. Zudem haben die heftigen Wetterbedingungen für einen kilometerlangen Stau gesorgt. In grossen Teilen des Landes wurde am Samstag vor der Gefahr durch Lawinen gewarnt. Aufgrund der Lawinengefahr kam es am Samstag zu 17 Strassensperren, wie der österreichische Automobil-, Motorrad- und Touringclub (ÖAMTC) mitteilte. Auf 46 Verkehrsabschnitten wurde Schneekettenpflicht ausgerufen.

Der Wind mit Sturmböen hielt in den vergangenen rund 24 Stunden die Wiener Feuerwehr auf Trab. Ein Sprecher der Einsatzkräfte berichtete von 170 zusätzlichen Einsätzen. Neben losen Fensterflügeln, abgebrochenen Ästen oder Wassereinbrüchen in Dachböden gab es in der Donaustadt einen spektakulären Einsatz: An einem Firmengebäude löste sich ein Blechdach. Dieses musste gesichert und teilweise entfernt werden.

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Flockdown in Österreich

Verbreitet fielen bis zu 50 Zentimeter Neuschnee, im Laufe des Samstags können weitere bis zu 40 Zentimeter hinzukommen. Der Neuschnee wurde vom Wind stark verfrachtet. Die intensiven Schneefälle und Wind liessen in Tirol und Vorarlberg die Lawinengefahr gefährlich ansteigen.

Fachleute der Lawinenwarndienste appellierten an Wintersportler, grosse Vorsicht walten zu lassen. Triebschneeansammlungen könnten sehr leicht ausgelöst werden, auch bereits durch einzelne Wintersportler. In höheren Lagen herrschte am Samstag verbreitet Lawinengefahr der Stufe vier auf der fünfteiligen Skala.

In Tirol war am Freitag im Ötztal ein Skifahrer unter einer Lawine ums Leben gekommen, im Bezirk Kitzbühel wurde ein 15-Jähriger von einer Lawine mitgerissen und schwer verletzt. In Vorarlberg wurden in Lech-Zürs zwei Männer verschüttet, sie kamen ohne Blessuren davon.

In Zell am See im Pinzgau lösten zwei Skifahrer eine 300 Meter breite und 800 Meter lange Lawine aus. Ein 44-jähriger Vater aus Wien war mit seinem 13-jährigen Sohn bei Lawinenwarnstufe 4 in einen ungesicherten Hang im freien Gelände eingefahren und löste das Schneebrett aus. Beide wurden nicht erfasst, berichtete die Polizei. (SDA/jmh)

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