Mindestens fünf Tote
Zyklon «Mocha» verwüstet Teile Myanmars und Bangladeschs

Mindestens fünf Menschen starben in Myanmar durch die Auswirkungen des Zyklons «Mocha». Häuser stehen unter Wasser, Telefon- und Internetleitungen sind zusammengebrochen. Auch in Bangladesch hat der Zyklon schwere Verwüstungen angerichtet.
Publiziert: 14.05.2023 um 16:00 Uhr
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Der Zyklon «Mocha» hat in Myanmar und Bangladesch schwere Verwüstungen hinterlassen.

Der mächtige Zyklon «Mocha» ist mit Starkregen und heftigem Wind an der Westküste von Myanmar und Bangladesch auf Land getroffen und hat teils schwere Verwüstungen angerichtet. Das GDACS-Katastrophenwarnsystem (Global Disaster Alert and Coordination System) hatte den Wirbelsturm zuvor auf Alarmstufe Rot gesetzt und zerstörerische Windgeschwindigkeiten von bis zu 259 Stundenkilometern vorausgesagt. Lokalen Medienberichten zufolge kamen am Sonntag in Myanmar mindestens fünf Menschen ums Leben. Drei starben durch herabstürzende Bäume, ein Ehepaar wurde in seinem Haus von einem Erdrutsch begraben.

«Mocha» hatte seit Tagen über dem Golf von Bengalen immer mehr an Kraft gewonnen. Besonders schwer betroffen sind die Stadt Sittwe und der Rakhine-Staat in Myanmar. «Wir wussten, dass der Sturm stark sein würde, aber er ist noch stärker, als wir erwartet hatten», sagte Khin Maung Lay, ein Einwohner von Sittwe, der Deutschen Presse-Agentur. Häuser stünden unter Wasser, und die Telefon- und Internetleitungen seien zusammengebrochen. «Wir brauchen Hilfe. Manche alten Leute stecken fest.»

Chaos und Gewalt in Myanmar

Das Ausmass der Schäden war unklar. Auf im Internet verbreiteten Videos waren abgedeckte Häuser und umgestürzte Bäume zu sehen. Allein im Rakhine-Staat waren im Vorfeld 100'000 Menschen von der Küste in sicherere Gebiete gebracht worden. Dabei halfen auch bewaffnete Gruppen aus der Region, die seit Jahren gegen das Militär kämpfen.

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Das Krisenland Myanmar versinkt seit einem Putsch vor zwei Jahren in Chaos und Gewalt. Die Militärjunta unterdrückt die Bevölkerung und regiert mit eiserner Faust. Mehr als eine Million Menschen leben bereits als Vertriebene im eigenen Land, oft in Notunterkünften. Humanitäre Organisationen warnten, dass der Tropensturm die ohnehin schwierige Lage für die Menschen noch deutlich verschlimmern könnte. «Dass ein Zyklon ein Gebiet trifft, in dem bereits ein so grosser humanitärer Bedarf besteht, ist ein Alptraum-Szenario», sagte Ramanathan Balakrishnan von den Vereinten Nationen in Myanmar.

Sittwe liegt nur rund 180 Kilometer Luftlinie südöstlich der Stadt Cox's Bazar in Bangladesch, wo «Mocha» ebenfalls tobte. Dort leben rund eine Million Rohingya-Flüchtlinge aus Myanmar in notdürftigen Unterkünften. Mehr als 300'000 Menschen waren im Vorfeld evakuiert worden. Alle anderen wurden aufgefordert, sich wegen möglicher heftiger Flutwellen von den Küsten fernzuhalten.

So schlimm wie «Nargis»?

Zuletzt schien der Sturm in Bangladesch aber etwas an Geschwindigkeit verloren zu haben, sagte der örtliche Meteorologe Azizur Rahman. Das Risiko sei nun deutlich geringer als im Nachbarland Myanmar, in das sich das Zentrum des Zyklons verlagert habe.

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Viele in der Region hatten befürchtet, dass «Mocha» so schreckliche Auswirkungen haben könnte wie vor 15 Jahren der Zyklon «Nargis»: Am 2. und 3. Mai 2008 hatte der Tropensturm in Myanmars Irrawaddy-Delta Schätzungen zufolge fast 140'000 Menschen in den Tod gerissen. Die Verwüstungen waren gewaltig. (SDA)

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