Darum gehts
- Bestatterin aus Leichen-Skandal vor US-Gericht
- Sie gab vor Gericht an, nur aus Selbstschutz und Angst vor ihrem Mann gehandelt zu haben
- Richterin setzt einen «Masstab dafür, wie die Konsequenzen aussehen sollten.
Statt sie einzuäschern, stapelten sie die Leichen einfach aufeinander. Es ist ein unglaublicher Fall, der jetzt vor dem Bezirksgericht Colorado verhandelt wurde, wie die «New York Times» berichtet.
Die Bestatter Carie und Jon Hallford hatten, um Geld zu sparen, die Leichen nicht ins Krematorium gebracht, sondern einfach in einem Haus gelagert. Statt echter Asche erhielten die Angehörigen oft Urnen mit Betonmischung. So kassierte das Paar über 130'000 US-Dollar (102'000 Franken) ab.
Bestatterin stellte sich als Opfer dar
Ermittler fanden heraus, dass in zwei Fällen sogar falsche Leichen begraben wurden. Gemeinsam mit ihrem Ex-Ehemann Jon Hallford führte sie einen Betrug durch, der auch fast 900'000 US-Dollar (710'000 Franken) an Corona-Hilfsgeldern umfasste. Davon gönnte sich das Paar jede Menge Luxus.
Während des Prozesses entschuldigte sich Carie Hallford bei den betrogenen Angehörigen der Toten und versuchte, sich selbst in einem anderen Licht darzustellen. Sie hätte jahrelang unter der missbräuchlichen Ehe zu ihrem Mann gelitten. Sie sagte, sie habe nur aus Selbstschutz und Angst vor den Wutausbrüchen ihres Mannes bei dem Betrug mitgemacht.
«Alles, was ich getan habe, war falsch»
Dennoch wies das Gericht ihre Verteidigungsstrategie zurück. Jon Hallford wurde zu 40 Jahren Haft verurteilt, Carie Hallford erhielt eine Strafe von 18 Jahren Haft. Beide bekannten sich im Dezember 2025 in fast 200 Fällen der Leichenschändung schuldig. Ihre Haftstrafen werden gleichzeitig verbüsst.
«Meine Fehler werden für eine Generation nachhallen. Alles, was ich getan habe, war falsch», sagte Jon Hallford bei seiner Urteilsverkündung. Für die Opfer bleibt der Schmerz – und die Erinnerung an einen der grössten Bestattungsskandale in der Geschichte der USA.