Laut Umfragen
Keine absolute Mehrheit für Le Pens Rechte

Letzte Umfragen sehen bei der Parlamentswahl in Frankreich keine absolute Mehrheit für das in Führung liegende Rassemblement National (RN) von Marine Le Pen.
Publiziert: 05.07.2024 um 07:09 Uhr
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Aktualisiert: 05.07.2024 um 07:51 Uhr
Marine Le Pens Rassemblement National RN hat laut jüngsten Umfragen stark zugelegt, wird aber in der zweiten Runde der französischen Parlamentswahlen nicht die absolute Mehrheit erreichen.
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SDASchweizerische Depeschenagentur

Nach einer am Donnerstagabend veröffentlichten Ifop-Umfrage kommen die Rechtsnationalen und ihre Verbündeten in der entscheidenden Runde der Parlamentswahl am Sonntag auf 210 bis 240 Sitze. Sie würden damit die absolute Mehrheit von 289 Sitzen in der Nationalversammlung deutlich verfehlen. Eine vom Institut Opinionway ebenfalls am Donnerstagabend vorgelegte Umfrage sieht das RN und Verbündete bei 205 bis 230 Sitzen.

Klar auf Rang zwei bestätigt sich nach den Umfragen das für die vorgezogene Parlamentswahl gebildete neue Linksbündnis aus Grünen, Sozialisten, Kommunisten und Linkspartei. Ifop sieht diese neue Volksfront bei 170 bis 200 Sitzen, Opinionway geht von 150 bis 180 Sitzen für das Linksbündnis aus. Das Mitte-Lager von Präsident Emmanuel Macron muss laut den Umfrageinstituten eine demütigende Niederlage kassieren und landet auf Rang drei. Ifop geht von 95 bis 125 Sitzen aus, Opinionway von 125 bis 155 Sitzen.

Die bürgerlich-konservativen Républicains müssen nach den Umfragen ebenfalls Federn lassen. Bereits im Anlauf zur Wahl spaltete sich die Partei. Ihr Anführer Éric Ciotti vereinbarte einen Schulterschluss mit dem RN, dem sich aber nur wenige Abgeordnete anschlossen. Die übrigen, gemässigten Républicains kommen laut Ifop auf 25 bis 45 Sitze, Opionway sieht sie bei 38 bis 50 Sitzen.

Eine vom Institut Harris Interactive bereits am Mittwoch veröffentlichte Umfrage sah das Rassemblement National bei 190 bis 220 Sitzen, das Linksbündnis bei 159 bis 183 Sitzen und das Präsidenten-Lager bei 110 bis 135 Sitzen.

Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron hatte nach der Schlappe seiner Mitte-Kräfte und dem haushohen Sieg der Rechtsnationalen bei der Europawahl überraschend die Nationalversammlung aufgelöst und Neuwahlen angekündigt. Um seinen eigenen Posten geht es dabei nicht.

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