Der südsudanesische Präsident Salva Kiir (74) hat versehentlich einen Toten in ein Gremium berufen, das Wahlen im Dezember in dem ostafrikanischen Land vorbereiten soll.
Der Name des ehemaligen Oppositionspolitikers Steward Sorobia Budia befand sich unter den Mitgliedern, die in einem Dekret Kiirs genannt waren. Allerdings ist Budia bereits vor fünf Jahren gestorben. Ein Sprecher des Präsidentenbüros sprach von einem «unglücklichen Versehen der Verwaltung».
«Das ist nicht akzeptabel»
Die Familie des Toten macht nach Angaben eines Sprechers Entschädigungsansprüche geltend. «In unserer Kultur ist es nicht akzeptabel, die Seele und den Geist eines Verstorbenen ohne Wissen, Zustimmung oder Beteiligung der Familie anzurufen oder zu ‹erwecken›», hiess es in einer Stellungnahme.
Im seit 2011 unabhängige Südsudan haben noch nie Wahlen stattgefunden. In dem jüngsten Land Afrikas gab es in der kurzen Zeit des Bestehens wiederholt Bürgerkriege. Die ursprünglich im Dezember 2025 angesetzte Präsidenten- und Parlamentswahl wurde kurzfristig abgesagt und soll nun im diesjährigen Dezember stattfinden.