Auslöser sei das Verhalten des Separatisten-Anführers des sogenannten Südlichen Übergangsrats (STC), Aidarus al-Subaidi, gewesen, teilte der Sprecher der Koalition, Turki Al-Maliki, auf X mit. Al-Subaidi sollte am Dienstag zu Gesprächen in die saudische Hauptstadt Riad fliegen. Er sei jedoch an einen unbekannten Ort geflohen, hiess es.
Nach Angaben der Koalition soll al-Subaidi eine grössere Streitmacht mit gepanzerten Fahrzeugen sowie schweren und leichten Waffen mobilisiert haben. Daraufhin seien am frühen Morgen «präventive Luftschläge» geflogen worden, um «eine Eskalation zu verhindern».
Der seit 2014 andauernde Bürgerkrieg im Jemen ist in den vergangenen Wochen erneut aufgeflammt. Eigentlich sind der von den Vereinigten Arabischen Emiraten unterstützte STC und die von Saudi-Arabien unterstützte jemenitische Regierung seit Jahren im Kampf gegen die vom Iran unterstützten Huthi-Rebellen verbündet. Die Huthi kontrollieren grosse Teile im Norden des Landes, einschliesslich der Hauptstadt Sanaa.
Zuletzt war es jedoch zu Spannungen zwischen den eigentlichen Verbündeten gekommen. Die Emirate unterstützen die Separatisten des STC, die eine Abspaltung südlicher und östlicher Gebiete vom Norden des Landes anstreben. Zuletzt nahmen sie grosse Gebiete ein, die an Saudi-Arabien grenzen.
Riad geriet unter Druck und attackierte Ziele des STC im Südjemen. Unter Druck des einflussreichen Königreichs zogen die Emirate ihre Einheiten aus dem Bürgerkriegsland ab. Kurz darauf verkündete die von Saudi-Arabien unterstützte Regierung, einen grossen Teil der von Separatisten eingenommenen Gebiete im Osten des Landes wieder unter ihre Kontrolle gebracht zu haben.
Die international anerkannte Regierung des Jemens ist sehr schwach und wird vor allem durch politischen Druck und Einfluss aus Saudi-Arabien erhalten. An ihrer Spitze steht der sogenannte Präsidialrat. Der Rat verkündete nach den jüngsten Entwicklungen, den Ausschluss al-Subaidis und warf ihm Hochverrat vor.
Der STC erklärte indessen, al-Subaidi befinde sich in der jemenitischen Hafenstadt Aden. Dort setze er «an der Seite seines Volkes» seine Aufgaben fort. Eine STC-Delegation sei am Dienstag nach Riad gereist, um an einer Konferenz zur Zukunft des Südjemens teilzunehmen. Der Kontakt sei jedoch abgebrochen. Die Separatisten forderten Saudi-Arabien auf, die Kommunikation unverzüglich wiederherzustellen.
Sie teilten mit, dass die saudischen Luftangriffe auch «Opfer unter der Zivilbevölkerung» gefordert hätten. Eine offizielle Opferzahl konnte zunächst nicht verifiziert werden.