Im russischen Staatsfernsehen
Kreml-Propagandist droht Nato mit «direkter Konfrontation»

Die Situation zwischen dem Westen und Moskau spitzt sich immer mehr zu. Im russischen Staatsfernsehen warnt jetzt TV-Moderator Wladimir Solowjow vor einem Angriff auf die Nato. Da die Spannungen weiterhin eskalieren, sei Russland für eine Konfrontation bereit.
Publiziert: 27.06.2022 um 19:14 Uhr
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Aktualisiert: 27.06.2022 um 19:22 Uhr
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Moderator Wladimir Solowjow (58) sorgte am Sonntag mit einer Aussage für Aufsehen.

Der Ukraine-Krieg tobt bereits seit vier Monaten. Eine Entspannung der Lage ist nicht in Sicht – der Konflikt zwischen dem Aggressor Russland und dem Westen erhöht sich.

Die russischen Propagandisten schrecken auch nicht davor zurück, mit provozierenden Aussagen Öl ins Feuer zu giessen. So sagte der Moderator Wladimir Solowjow (58) am Sonntag im russischen Staatsfernsehen, Russland schrecke vor einem Angriff gegen die Nato nicht zurück. Das berichtet die US-Zeitung «Newsweek».

Dank Atomwaffen kann Russland alle Angriffe abwehren

Laut Solowjow würde Russland derzeit nämlich nur 18 Prozent seiner Armee einsetzen – man kämpfe unter Bedingungen von «Friedenszeiten». Da der Konflikt zwischen dem Westen und Moskau jedoch weiterhin eskaliere, sei Russland im Notfall für eine «direkte Konfrontation» gewappnet.

In die gleiche Kerbe schlug Andrej Guruljow, Abgeordneter der Staatsduma und ehemaliger stellvertretender Befehlshaber des russischen südlichen Militärbezirks. Er lobte gar die nuklearen Fähigkeiten Russlands, dank welchen das Land «alle Mittel eines Angriffs, die das russische Territorium bedrohen, eliminieren kann».

Daraufhin kommen die beiden Männer auf den Suwalki-Korridor, ein strategisch wichtiges Gebiet südwestlich der polnisch-litauischen Grenze, zu sprechen. Der Korridor bildet nämlich den kürzesten Landweg von Russland zu dessen Ostsee-Exklave Kaliningrad.

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Die Exklave rückt immer mehr in den Fokus der Aufmerksamkeit – um Kaliningrad droht nämlich eine Pattsituation zu entstehen. Der Kreml kündigte bereits Vergeltungsmassnahmen an, wenn die Waren-Lieferungen über den Landweg nach Kaliningrad eingeschränkt werden. Die Nachschubwege sind nämlich für die russischen Streitkräfte abgeschnitten, da der Weg über Nato-Territorium führt. Über die Kaliningrad-Blockade zeigt sich der Staatsduma-Abgeordnete Guruljow gar nicht erfreut: «Es ist unser Territorium, und wir werden entscheiden, was wir hineinbringen.»

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Iskander-Rakete deckt Westeuropa zu «100 Prozent» ab

Anschliessend kamen die beiden Männer auf Atomwaffen zu sprechen. Dem Moderator Solowjow zufolge würden die Regierungschefs im Westen «Herzinfarkte» erleiden, wenn sie ein Gespräch zwischen dem belarussischen Präsidenten Alexander Lukaschenko und seinem russischen Amtskollegen Wladimir Putin (69) über Iskander-Raketensysteme und Kampfflugzeuge hören würden.

Gemäss Guruljow würde die Iskander-Rakete Westeuropa zu «100 Prozent» abdecken, da sie eine Reichweite von bis zu 500 Kilometern erreiche. «Bei allen unseren Verteidigungssystemen, auch den importierten, liegt die Effizienz bei 90 Prozent», sagte er weiter. Neun von zehn Raketen würden ihr Ziel erreichen. (dzc)

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