Darum gehts
- Bill Clinton bestreitet Fehlverhalten im Epstein-Skandal, verweist auf Unschuld
- Clinton reiste mehrfach mit Epsteins Privatjet, Fotos und Mails analysiert
- Hillarys Befragung dauerte 6 Stunden, Bill soll noch länger aussagen
Der frühere US-Präsident Bill Clinton (79) hat zu Beginn seiner Befragung vor dem Kontrollausschuss des Repräsentantenhauses jede Kenntnis von den Verbrechen des verurteilten Sexualstraftäters Jeffrey Epstein (†66) zurückgewiesen. In einer Erklärung, die er vorab auf X veröffentlichte, schrieb Clinton, er habe «nichts gesehen und nichts Falsches getan». Seine Bekanntschaft mit Epstein sei nur kurz gewesen und endete Jahre, bevor dessen Verbrechen öffentlich wurden.
Clinton betonte, niemand stehe über dem Gesetz, «nicht einmal Präsidenten – besonders Präsidenten nicht». Er sage aus, weil er sein Land liebe und seinen Beitrag zu einer sachlichen Aufklärung leisten wolle. Zugleich hob er hervor, dass die Opfer von Epstein «nicht nur Gerechtigkeit, sondern auch Heilung» verdienten.
«Nichts mit Jeffrey Epstein zu tun»
Clinton erklärte: «Obwohl meine kurze Bekanntschaft mit Epstein Jahre endete, bevor seine Verbrechen ans Licht kamen, und obwohl ich während unserer begrenzten Kontakte keinerlei Anzeichen dafür gesehen habe, was wirklich vor sich ging, bin ich hier, um das Wenige, das ich weiss, offenzulegen, damit so etwas nie wieder geschieht.»
Er verteidigte zudem seine Ehefrau Hillary Clinton: Sie habe «nichts mit Jeffrey Epstein zu tun» gehabt, sei weder mit ihm gereist noch habe sie eines seiner Anwesen besucht. Ihre Vorladung bezeichnete er als «schlichtweg nicht richtig».
Bekannt ist, dass Epstein während Clintons Präsidentschaft mehrfach im Weissen Haus war und der Ex-Präsident wiederholt mit Epsteins Flugzeug reiste. Sein Name und Bilder tauchen zudem in Dokumenten der Ermittlungen auf.
Will «nicht 24 Jahre später Detektiv spielen»
Clinton betonte, er wolle unter Eid nichts sagen, dessen er sich nicht sicher sei. «Sie werden oft hören, dass ich mich nicht erinnere», schrieb er. Spekulationen oder Mutmassungen wolle er nicht äussern – er werde «nicht 24 Jahre später Detektiv spielen».
«Egal, wie viele Fotos Sie mir zeigen – am Ende zählen für mich zwei Dinge mehr als Ihre Interpretation dieser 20 Jahre alten Bilder. Ich weiss, was ich gesehen habe, und noch wichtiger, was ich nicht gesehen habe. Ich weiss, was ich getan habe, und noch wichtiger, was ich nicht getan habe», erklärte er.