Hilfsorganisationen geschockt
Angriff auf Flüchtlingslager im Sudan fordert über 100 Tote

Nach einem Angriff auf das sudanesische Flüchtlingslager Samsam mit vielen Toten sprechen internationale Hilfsorganisationen von einer Gräueltat. Mindestens 112 Menschen seien durch den Angriff der Miliz RSF getötet worden.
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Zivilistinnen im Sudan in einer Flüchtlingssiedlung. (Symbolbild)
Foto: IMAGO/AA

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • RSF griff Flüchtlingslager in Nord-Darfur an, tötete Helfer und Zivilisten
  • Hilfsorganisationen prangern Verstösse gegen humanitäres Völkerrecht im Sudan an
  • Über 12 Millionen Menschen durch Konflikt vertrieben, 54 Helfer getötet
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Keystone-SDADie Schweizer Nachrichtenagentur

Die Rapid Support Forces (RSF) habe eine Gemeinschaftsküche des Lagers in Nord-Darfur niedergebrannt und die dort arbeitenden freiwilligen Helferinnen getötet, unter ihnen eine schwangere Frau.

Ein Bündnis aus mehr als 70 Hilfsorganisationen erklärte, unter den mehr als 100 Toten des Angriffs vom Freitag seien Berichten zufolge mehr als 20 Kinder. Im Lager Samsam leben mindestens 500'000 Geflüchtete - andere Schätzungen gehen von bis zu einer Million Menschen aus.

Auch El Fascher, die nahe gelegene Hauptstadt der Region Nord-Darfur, wird im sudanesischen Bürgerkrieg seit knapp einem Jahr von der RSF belagert. Allein in El Fascher wurden nach Angaben des UN-Kinderhilfswerks Unicef in den vergangenen drei Monaten mehr als 140 Kinder bei Beschuss und Luftangriffen getötet oder verletzt.

Verstösse gegen Völkerrecht angeprangert

«Zivilisten werden ausgehungert, abgeschlachtet und an der Flucht gehindert. Helfer und lokale Freiwillige werden gejagt», heisst es in der Stellungnahme des Forums der Hilfsorganisationen. «Dies stellt einen eklatanten und wiederholten Verstoss gegen das humanitäre Völkerrecht dar.» Allein im vergangenen Jahr seien im Sudan 54 Mitarbeiter von Hilfsorganisationen getötet worden.

Seit rund zwei Jahren tobt im Sudan ein blutiger Machtkampf zwischen der Regierungsarmee SAF von De-facto-Machthaber Abdel-Fattah al-Burhan und der RSF-Miliz seines früheren Stellvertreters Mohamed Hamdan Daglo. Durch den Konflikt sind mehr als zwölf Millionen Menschen vertrieben worden.

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