Darum gehts
- Ein zweijähriger Junge aus Neapel kämpft nach misslungener Herztransplantation ums Überleben
- Das Spenderherz war mit Trockeneis gekühlt und unbrauchbar geworden
- Sechs Gesundheitsmitarbeiter unter Verdacht, Transportbehälter beschlagnahmt zur Untersuchung
In der Klinik war bereits alles für den herzkranken Bub (2) vorbereitet, das OP-Team stand bereit. Doch beim Öffnen der Transportbox folgte der Schock: Das Herz, das rund 850 Kilometer von Bolzano (I) nach Neapel transportiert worden war, funktionierte nicht. Der Grund: Es war mit Trockeneis bei minus 78 Grad gekühlt worden, statt mit der vorgeschriebenen Standardmethode. Medien berichten, das Organ sei «buchstäblich erfroren» gewesen. Nach der Implantation schlug es nicht.
Seitdem wird der kleine Patient mit einer ECMO-Maschine am Leben gehalten, die Herz und Lunge ersetzt. Sein Zustand ist stabil, aber äusserst kritisch. Die Staatsanwaltschaft in Neapel ermittelt inzwischen gegen sechs Mitarbeiter des Gesundheitswesens. Der Transportbehälter wurde beschlagnahmt, Gutachten sollen klären, wie es zum folgenschweren Fehler kommen konnte.
Appell an den Papst
Für bewegende Szenen sorgte die Mutter in der TV-Sendung «Domenica In». Unter Tränen berichtete sie: «Wir haben zwei Jahre auf eine Transplantation gewartet. Als sie mich nach der Operation anriefen, sagten sie, es gebe ein Problem. Das kleine Herz funktionierte nicht. In dem Moment waren die Schmerzen zu gross, um Fragen zu stellen. Ich möchte nicht, dass ein Kind stirbt. Ich appelliere an den Papst: Helfen Sie mir, ein passendes Spenderherz für meinen Sohn zu finden.» Ihre Worte lösten landesweit Mitgefühl und Bestürzung aus.
Doch während die Öffentlichkeit bangt, sind sich die Mediziner uneinig. Experten des römischen Ospedale Pediatrico Bambino Gesù sehen wegen schwerer Komplikationen – unter anderem aufgrund einer Hirnblutung – derzeit keine Möglichkeit für eine erneute Transplantation. Die behandelnden Ärzte in Neapel widersprechen und halten den Bub weiterhin für «transplantierbar». Die Familie will nun eine dritte medizinische Meinung einholen.
Dieser Artikel erschien zuerst auf blic.rs. Die serbische Newsplattform gehört wie Blick zu Ringier.