Darum gehts
- Die Gouverneurin von Alabama wandelte Burtons Todesstrafe in lebenslange Haft um
- Burton war zum Tod verurteilt, obwohl er nicht selbst getötet hatte
- Der eigentliche Schütze wurde zu lebenslanger Haft verurteilt und starb im Gefängnis
Der Fall schlug in den USA hohe Wellen: Am 12. März sollte Charles «Sonny» Burton (75) im Bundesstaat Alabama mit Stickstoff hingerichtet werden – obwohl er niemanden selber getötet hat. Doch kurz vor der angesetzten Hinrichtung hat die republikanische Gouverneurin Kay Ivey (81) das Urteil zu lebenslanger Haft umgewandelt.
Der Hintergrund: Burton wurde wegen eines Raubüberfalls zum Tod verurteilt, bei dem 1991 ein 34-jähriger Vater von vier Kindern ermordet wurde. Doch niemand bestreitet, dass das Opfer von einem anderen Mann erschossen wurde.
Schütze bekam lebenslänglich
Zwar wurde der Schütze zunächst ebenfalls zum Tod verurteilt. Doch ein Bundesgericht hob das Urteil auf, weil der Täter unzureichend verteidigt worden war. Der wahre Mörder wurde anschliessend zu lebenslanger Haft verurteilt und starb im Gefängnis.
«Ich halte es für ungerecht, wenn ein Beteiligter an diesem Verbrechen hingerichtet wird, während derjenige, der den Abzug betätigt hat, davon verschont bleibt», schrieb Gouverneurin Ivey in einer Stellungnahme, wie der Sender BBC berichtete. Sie glaube fest an die Todesstrafe, doch diese müsse fair und verhältnismässig vollstreckt werden.
Tochter des Opfers bat um Gnade
Unterstützer und Familienangehörige hatten lange für eine Umwandlung der Strafe gekämpft. Sogar eine Tochter des Opfers schickte einen Brief an die Gouverneurin, in dem sie um Gnade für Burton bat.
Nach der Umwandlung des Todesurteils wird Burton nun eine lebenslange Haftstrafe ohne die Möglichkeit einer vorzeitigen Entlassung verbüssen.