Grausamer Fund in Thailand: Deutscher Geschäftsmann zerstückelt in Kühltruhe entdeckt(01:14)

Deutscher (†62) in Kühltruhe gefunden
Petra G. stellt sich nach Stückel-Mord der Polizei

Tötungsdelikt in Pattaya: Ein deutscher Immobilienmakler verschwindet und wird Tage später tot aufgefunden. Im Verdacht stehen zwei Deutsche – eine Event-Veranstalterin und ein Mitglied einer Rockerbande – und ein Mann mit pakistanisch-thailändischem Hintergrund.
Publiziert: 11.07.2023 um 01:02 Uhr
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Aktualisiert: 12.07.2023 um 11:16 Uhr
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Die thailändische Polizei fand den deutschen Hans-Peter M. (†62) tot in einer Gefriertruhe.

Als die thailändische Polizei ein Haus in der Provinz Chon Buri durchsucht, macht sie eine grausige Entdeckung: In einer weissen Kühltruhe liegt der Leichnam des deutschen Hans-Peter M.* (†62). Der Körper ist zerstückelt, aufgeteilt in 13 schwarze Plastikbeutel.

Im Haus finden die Ermittler ausserdem eine kleine elektrische Säge und eine Gesichtsmaske. Lokale Medien berichten, dass sein Kopf Spuren von stumpfer Gewalt aufweise.

Frau stellt sich – Rocker festgenommen

Um 15 Uhr (Ortszeit) hat sich die Deutsche Petra G.* (52) offenbar der Polizei gestellt, berichtet «Bild». Die mutmassliche Killerin war vermutlich die letzte Person, die M. gesehen hat. Aufnahmen einer Überwachungskamera zeigen das Treffen am 4. Juli bei einem Geschäftstreffen. Danach verschwand er. Laut thailändischen Medien handelt es sich bei der Frau ebenfalls um eine Maklerin. Sie fuhr nach dem Treffen mit dem SUV voraus, dann folgte M. im Mercedes. Der Wagen wurde beschlagnahmt. Die Reifen wurden offenbar nach dem 4. Juli gewechselt.

Derweil gibt es zwei weitere Tatverdächtige: Ein Mann aus Pakistan mit thailändischem Pass, der sich noch auf der Flucht befindet, und Olaf B.*, Mitglied der Rockerbande «Outlaws MC». Der thailändische TV-Sender Thairath verbreitete Bilder, auf denen zu sehen ist, wie B. festgenommen wird. Nach der Vermisstenmeldung von M. sei er bereits von der Polizei befragt worden. Er machte keine Aussage. Nun hat die Polizei in einem Vereinsheim der Biker zugeschlagen.

Überweisungen kurz vor seinem Tod

Petra G. soll den deutschen Behörden indes schon als Betrügerin bekannt gewesen sein. Wie die «Bild» schreibt, organisierte sie als «Party Petra» Events. Dann liess sie die Geschäftspartner auf den Kosten sitzen. 2018 gingen mehrere Anzeigen gegen sie bei der Staatsanwaltschaft München ein. Kurz darauf zog sie nach Thailand – und setzte dort möglicherweise ihr Betrügerleben fort.

Der Immobilienmakler M. wollte offenbar eine luxuriöse Villa in Ko Samui verkaufen. Kaufpreis: umgerechnet mehrere Millionen Franken. Auffällig: Vom Konto von Hans-Peter M. wurden kurz vor seinem Tod Überweisungen von umgerechnet mehreren zehntausend Franken ins Ausland getätigt. Eine Aussage verweigerte G.

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Mercedes war mit Reinigungsmitteln gesäubert worden

Die Familie hatte gar eine Belohnung ausgesetzt, da vier Tage nach seinem Verschwinden sein leerer Mercedes auf einem Parkplatz gefunden wurde. Verdächtig dabei: Das Innere des Wagens war mit Reinigungsmitteln gereinigt worden, laut Polizei, um Spuren zu verwischen.

Im Haus war zum Zeitpunkt der Durchsuchung niemand, allerdings geben Nachbarn an, dass ein Deutscher namens Olaf T. dort gesehen worden sei. Ihn und eine weitere Frau hatte die Polizei bereits zuvor wegen des Verschwindens befragt, da sie geschäftlich mit dem Immobilienmakler zu tun hatten. Auch er wurde verhaftet.

Er schickte seiner Freundin noch SMS

Der deutsche Immobilienmakler lebte mit seiner 24-jährigen Freundin in der Wohnsiedlung «Swiss Paradise» in Pattaya. Am Tag seines Verschwindens schickte er seiner Freundin zwei SMS, was laut ihren Aussagen ungewöhnlich ist, da er ihr nie SMS schicke. Laut der thailändischen Nachricht «Thai PBS» hatte er um 22 Uhr abends seiner Partnerin geschrieben: «Immernoch beim Kunden».

Den Fall übernommen hat nun Thailands bekanntester Polizist, Surachet Hakparn, stellvertretender Polizeichef. Sein Spitzname: «Big Joke». Er hat für Dienstag weitere Informationen angekündigt. Erwartet wird, dass ein Haftbefehl gegen den Deutschen ausgestellt wird. Verdächtigt wird auch eine Frau, ebenfalls deutsche Staatsbürgerin.

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M. selbst war den thailändischen Behörden bereits bekannt. Er wurde 2018 verhaftet. Der Vorwurf: er und seine Partnerin sollen Minderjährige zur Sexarbeit gezwungen haben, schreibt «Pattaya Mail». (neo/jwg/bab)

* Name bekannt

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