Trump: «Wir haben gewonnen»
Von Gabriel Knupfer, Redaktor Nachtdienst
Donald Trump wechselt seine Einschätzung zum Krieg gegen den Iran weiter fast stündlich. Am Donnerstag feierte er in einer Rede vor Anhängern den angeblichen Sieg.
«Wir haben gewonnen. Wir haben gewonnen, in der ersten Stunde war es vorbei», behauptete der US-Präsident.
Die Rede war gespickt mit Widersprüchen. So sagte Trump, dass die Angriffe «sowohl» ein «Krieg» als auch ein «kurzer Ausflug» seien.
Mal sagte er, der Krieg liege deutlich vor dem Zeitplan, mal, er würde vier bis sechs Wochen dauern, mal, wir hätten «bereits gewonnen – aber noch nicht genug».
Ausserdem erzählte er, wie er auf den Namen «Operation Epic Fury» gekommen sei. «Sie gaben mir etwa 20 Namen. Und ich bin fast eingeschlafen. Keiner davon gefiel mir. Dann sah ich ‹Epic Fury›. Ich sagte: ‹Der Name gefällt mir›», sagte Trump laut dem Bericht des Senders CNN.
FBI warnt vor iranischen Drohnenangriffen auf Kalifornien
Von Sandra Marschner, Redaktorin am Newsdesk
Das FBI hat Polizeibehörden in Kalifornien in den letzten Tagen vor «angeblich beabsichtigten» iranischen Drohnenangriffen auf die Westküste gewarnt. Das berichtet der Sender ABC News unter Berufung auf eine Warnmeldung des FBI von Ende Februar. Bereits Anfang Februar soll der Iran demnach einen Überraschungsangriff gegen nicht näher bezeichnete Ziele in Kalifornien geplant haben, sollten die USA das Land angreifen.
Dabei wären unbemannte Flugzeuge und ein unbekanntes Schiff eingesetzt worden. Informationen zu «dem Zeitpunkt, der Methode, dem Ziel oder den Tätern dieses mutmasslichen Angriffs» habe das FBI jedoch nicht. Die Warnung kam zu dem Zeitpunkt, als Trump den Angriff gegen den Iran startete.
Kaliforniens Gouverneur Gavin Newsom (58) bezeichnete Berichte über mögliche Drohnenangriffe des Iran auf Kalifornien als «kritische» Bedrohung, die von den staatlichen und bundesstaatlichen Behörden beobachtet werde. «Das Thema Drohnen steht ganz oben auf der Tagesordnung», sagte Newsom während einer Pressekonferenz am Dienstag. «Wir sind uns dieser Informationen bewusst und arbeiten eng mit dem State Operations Center zusammen», fügte er hinzu.
Mit dem US-Präsidenten habe er über die Bedrohungen noch nicht direkt sprechen können, erklärte Newsom. Zugleich kritisierte er Trump: «Ich wünschte, der Präsident würde dem amerikanischen Volk erklären, worum es hier eigentlich geht und wie das Ganze enden soll.» Er ergänzte: «Wir sehen kein wirkliches Ende in Sicht, wenn es um die Strasse von Hormus geht.»
Verstärkte Raketenangriffe der Hisbollah-Miliz auf Israel
Von Sandra Marschner, Redaktorin am Newsdesk
Auf Telegram hatte die Hisbollah-Miliz am Mittwoch den Beginn der sogenannten «Eaten Straw»-Operationen angekündigt. Israelische Medien berichten derweil von verstärkten Raketen-Angriffen aus dem Libanon auf Israel. Die israelische Armee hatte die israelischen Bürger bereits aufgefordert, Schutz zu suchen.
Gleichzeitig gab das israelische Militär bekannt, dass es mit gross angelegten Luftangriffen auf die südlichen Vororte von Beirut begonnen habe.
Hisbollah-Führer Naim Qassem hatte dem neuen iranischen Führer Modschtaba Chamenei in einer von Hisbollah-nahen Medien veröffentlichten Botschaft zu seiner Wahl gratuliert und Teheran weiterhin Treue geschworen.
Iranischer Parlamentssprecher droht auf X
Von Sandra Marschner, Redaktorin am Newsdesk
Während US-Präsident Donald Trump am Wochenende gegenüber dem Sender ABC angab, dass «die meisten» Raketen und anderen Waffen des Iran zerstört worden seien, weist der Iran diese Behauptungen nun zurück.
Der Sprecher des iranischen Parlaments, Mohammad Bagher Ghalibaf, schrieb am Mittwoch auf X, dass der Iran in der Lage sei, «jeden beliebigen Ort» anzugreifen. Ghalibaf sprach von einer Strategie des Irans: Die bisherigen Raketenstarts des Iran seit Kriegsbeginn hätten darauf abgezielt, «die Radarsysteme und Verteidigungssysteme des Feindes zu blenden», und dass der Iran nun «jeden beliebigen Ort mit weniger Raketen angreifen» könne.
USA für Raketenangriff auf iranische Schule verantwortlich – 175 Tote
Von Sandra Marschner, Redaktorin am Newsdesk
Eine laufende Untersuchung des US-Militärs hat ergeben, dass die USA für einen Raketenangriff auf eine iranische Schule verantwortlich waren, berichtet die «New York Times». Zu Beginn des Iran-Kriegs war am 28. Februar eine Mädchenschule im Iran bombardiert worden. Nach iranischen Angaben verstarben mindestens 175 Menschen bei dem Angriff.
Die Untersuchung zeigt nun: Der Angriff ist auf einen Zielfehler des US-Militärs zurückzuführen. Eigentlich hatte die US-Armee eine benachbarte iranische Basis angreifen wollen, zu der das Schulgebäude vormals gehört hatte. Laut den vorläufigen Ergebnissen des Berichts erstellten Offiziere des US-Zentralkommandos die Zielkoordinaten für den Angriff anhand veralteter Daten.
«Was immer bei dem Bericht rauskommt, ich bin willens, mit diesem Bericht zu leben», hatte US-Präsident Donald Trump zuvor gesagt. Trump hatte zuvor auch behauptet, der Iran sei für den Angriff auf die Schule verantwortlich. Sie seien «sehr ungenau» mit ihren Kriegswaffen, so Trump.
Für den Bericht wurden etwa Satellitenbilder, Videos und Veröffentlichungen in Onlinemedien ausgewertet. Auf eine Frage nach dem Medienbericht der «New York Times» entgegnete Trump am Mittwoch, er wisse «nichts davon».
USA könnten iranische Infrastruktur «innerhalb einer Stunde zerstören»
Von Sandra Marschner, Redaktorin am Newsdesk
Am Mittwochmittag (lokaler Zeit) deutete US-Präsident Donald Trump gegenüber Reportern vor dem Weissen Haus an, dass die USA «innerhalb einer Stunde» weitere iranische Infrastruktur zerstören könnten.
Auf die Frage, was militärisch noch getan werden müsse, um den Krieg mit dem Iran zu beenden, antwortete Trump: «Mehr vom Gleichen.» Er verwies dabei auf Verluste für die iranische Marine, Luftwaffe, Flugabwehr und Führung. Er führte aus: «Wir lassen bestimmte Dinge stehen, wenn wir sie ausschalten würden, oder die wir tatsächlich bis heute Nachmittag, innerhalb einer Stunde, ausschalten könnten.» Der US-Präsident betonte: «Sie wären buchstäblich nie in der Lage, dieses Land wieder aufzubauen.»
Trump lobte daraufhin die Operation im Iran und kündigte weitere an. «Wir haben sie härter getroffen als praktisch jedes andere Land in der Geschichte, und wir sind noch nicht fertig», sagte er.
Uno kritisiert «1-Milliarde-am-Tag-Krieg» im Iran
Von Sandra Marschner, Redaktorin am Newdesk
Der Uno-Nothilfekoordinator verurteilt die Kosten des Iran-Krieges im Nahen Osten in Höhe von «1 Milliarde Dollar pro Tag», schreibt die Uno in einer Medienmitteilung am Mittwoch. Die Kosten für den Krieg stiegen enorm, während gleichzeitig die humanitären Hilfsmassnahmen der Weltorganisation in Notfällen stark gekürzt würden und die Bedürfnisse «explodieren», heisst es weiter in der Erklärung.
«Wir sehen, dass sich die Folgen schneller ausbreiten, als wir reagieren können», warnte der Untergeneralsekretär für die Koordinierung humanitärer Angelegenheiten, Tom Fletcher. «Schon mit nur 1 Milliarde US-Dollar könnten wir Millionen von Menschenleben retten. Die Entscheidung liegt also bei uns: Werden wir diese Lücke schliessen?», meinte Fletcher.
Der Uno-Untergeneralsekretär betonte, dass ohne zusätzliche Unterstützung «Millionen von Menschen sterben werden», und forderte die Geber auf, ihre Zusagen schnell einzulösen: «Wir brauchen diejenigen, die über mehr Mittel verfügen, damit diese Mittel schnell in der ersten Hälfte des Jahres und nicht erst in der zweiten Hälfte für diesen Plan bereitgestellt werden, damit wir dort helfen können, wo die Unterstützung am dringendsten benötigt wird.»
Bis heute seien 60 Millionen Dollar von Stiftungen, Unternehmen und einzelnen Spendern eingegangen. Mit Blick auf den anhaltenden Krieg im Nahen Osten äusserte Fletcher tiefe Besorgnis über den fast vollständigen Stillstand des Schiffsverkehrs in der Straße von Hormus,. «Ich mache mir wirklich Sorgen um die Kosten für Lebensmittel, Energie und Düngemittel», sagte er.
US-Militär fordert iranische Zivilbevölkerung auf, Strasse von Hormus zu meiden
Von Sandra Marschner, Redaktorin am Newsdesk
Das US-Zentralkommando (Centcom) hat eine unverzügliche Warnung für Zivilisten in der Nähe der Strasse von Hormus herausgegeben. Diese sollen alle Hafenanlagen, in denen das iranische Militär agiert, unverzüglich meiden. Auf X schreibt das Centcom hierzu: «Das iranische Regime nutzt zivile Häfen entlang der Strasse von Hormus für militärische Operationen, die den internationalen Schiffsverkehr gefährden.»
Dies bringe auch das Leben unschuldiger Menschen in Gefahr, heisst es weiter. «Zivile Häfen, die für militärische Zwecke genutzt werden, verlieren ihren Schutzstatus und werden nach internationalem Recht zu legitimen militärischen Zielen», so die Warnung.
Das Centcom fordert die Zivilbevölkerung im Iran daher auf, alle Hafenanlagen, in denen iranische Seestreitkräfte operieren, unverzüglich zu meiden. Iranische Hafenarbeiter, Verwaltungsangestellte und Besatzungen von Handelsschiffen sollten iranische Marineschiffe und militärische Ausrüstung meiden. Die iranischen Seestreitkräfte hätten Militärschiffe und -ausrüstung in zivilen Häfen positioniert, die dem kommerziellen Seeverkehr dienen.
«Obwohl auch das US-Militär die Sicherheit der Zivilbevölkerung in oder in der Nähe von Einrichtungen, die vom iranischen Regime für militärische Zwecke genutzt werden, nicht garantieren kann, werden die amerikanischen Streitkräfte weiterhin alle möglichen Vorsichtsmassnahmen treffen, um Schäden für die Zivilbevölkerung so gering wie möglich zu halten», schreibt das Centcom.
Donald Trump zum Iran-Krieg: «Endet, wann ich es will»
Von Sandra Marschner, Redaktorin am Newsdesk
In einem Gespräch mit dem Nachrichtenportal Axios am Mittwoch hat US-Präsident Donald Trump (79) an seiner Prognose festgehalten, der Krieg mit dem Iran sei «bald» beendet. Es gebe «praktisch nichts mehr zu bekämpfen», erklärte Trump in dem Telefoninterview. «Nur noch Kleinigkeiten ... Wenn ich will, dass er endet, wird er enden», machte der US-Präsident deutlich.
«Der Krieg verläuft grossartig. Wir sind dem Zeitplan weit voraus. Wir haben mehr Schaden angerichtet, als wir für möglich gehalten hätten, sogar in den ursprünglichen sechs Wochen», zog Trump gegenüber Axios Bilanz.
Die Feindseligkeit des Iran gehe über Israel und die USA hinaus und erstrecke sich auf die Golfstaaten in der gesamten Region, so der US-Präsident. «Sie hatten es auf den Rest des Nahen Ostens abgesehen. Sie bezahlen für 47 Jahre Tod und Zerstörung, die sie verursacht haben. Das ist die Quittung. So leicht kommen sie nicht davon», sagte Trump.
Doch auch wenn Trump ein «baldiges» Ende des Iran-Kriegs öffentlich signalisiert, sagen US-amerikanische und israelische Beamte, dass es keine interne Anweisung gebe, wann die Kämpfe beendet werden sollen, berichtet Axios. Auch der israelische Verteidigungsminister Israel Katz hatte am Mittwochmorgen gesagt, dass die israelische Militär-Operation im Iran «ohne zeitliche Begrenzung fortgesetzt» werde.
Israelische Operation im Iran «wird ohne zeitliche Begrenzung fortgesetzt»
Von Sandra Marschner, Redaktorin am Newsdesk
Während US-Präsident Donald Trump (79) kürzlich noch ein baldiges Ende des Iran-Kriegs angedeutet hatte, kommen nun ganz andere Töne aus Israel. Die israelische Militär-Operation im Iran «wird ohne zeitliche Begrenzung fortgesetzt», sagte Verteidigungsminister Israel Katz (70) während eines Treffens im Hauptquartier der israelischen Streitkräfte (IDF) in Tel Aviv am Mittwochmorgen.
«Diese Operation wird ohne zeitliche Begrenzung fortgesetzt, bis wir alle Ziele erreicht und den Feldzug entscheidend gewonnen haben», sagte Katz weiter. Er appellierte auch an die Bürger des Irans, die Verantwortung für ihre eigene Zukunft zu übernehmen: «Wir sollten auch weiterhin so vorgehen, damit das iranische Volk sich erheben und handeln und dieses Regime loswerden kann. Letztendlich liegt es an ihnen.»
Katz' Äusserungen stiessen bei Yair Golan, dem Vorsitzenden der linken Demokratischen Partei, auf Kritik. Auf X schrieb Golan: «Ein Krieg braucht keine zeitliche Begrenzung, sondern eine Ausstiegsstrategie und einen Verteidigungsminister, der kein Clown ist. Aber seit zweieinhalb Jahren hat sich diese Regierung nur in einer Sache hervorgetan – Fronten zu eröffnen – und dort festzustecken.»