Nach Feuerbestattung in Nepal
Ein Teil von Ueli Stecks Asche kommt in die Schweiz

Die Abschiedszeremonie im Kloster Tengboche für Bergsteiger Ueli Steck ist vorbei. Nach nepalesischer Tradition wurde der Verstorbene in einer rund drei Stunden dauernden Zeremonie eingeäschert.
Publiziert: 04.05.2017 um 11:58 Uhr
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Aktualisiert: 07.10.2018 um 13:39 Uhr
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Er hatte sich eine Feuerbestattung gewünscht: Ueli Stecks Asche im Himalaya-Gebirge verstreut(00:34)

In Nepal haben Mönche vorgestern begonnen, für den verunglückten Ueli Steck zu beten (BLICK berichtete). Und heute fand die Abschiedszeremonie im Kloster Tengboche statt. Nur die engsten Angehörigen haben an der Abschiedsfeier mit anschliessender Einäscherung teilgenommen.

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Familienmitglieder und Freunde Ueli Stecks (†40) auf dem Weg zum Kloster, wo sein Leichnam heute eingeäschert wird.

An der rund dreistündigen Zeremonie nahmen Stecks Ehefrau sowie seine Eltern und Schwiegereltern teil, wie Sprecher Andreas Bantel am Donnerstag mitteilte. Die Familie habe das Zeremoniell als «ausgesprochen feierlich und eindrucksvoll, als traurig und erlösend zugleich» empfunden.

Abschiedsfeier in der Schweiz geplant

Einen Teil der Asche werde die Familie im Andenken an Ueli Steck in die Schweiz mitnehmen, teilte Bantel weiter mit. Die Abdankung im Kloster fand auf Wunsch der Familie im engsten Familienkreis statt.

Für Freunde, Bekannte, Berufskollegen sowie die Öffentlichkeit soll in der Schweiz eine Abschiedsfeier durchgeführt werden. Die Details sind derzeit noch offen. Auf der Homepage von Ueli Steck wurde ein Kondolenzbuch aufgeschaltet, in das sich bereits zahlreiche Menschen aus der ganzen Welt eingetragen haben.

Bantel gab in der Medienmitteilung noch weitere Details zum Ablauf des Unglücks bekannt: Demnach stieg Ueli Steck am Samstag vom Everest-Basislager ins Lager 2 auf rund 6400 Metern über Meer auf.

Sein ursprünglich Plan war, am Montag zur weiteren Akklimatisation auf der Everest-Normalroute zum knapp 8000 Meter hohen Südsattel aufzusteigen, um noch am gleichen Tag wieder ins Lager 2 zurückzukehren.

Tod auf dem Nuptse

Vom Lager 2 aus habe Steck festgestellt, dass die Verhältnisse in der Nuptse-Wand ideal gewesen seien, weshalb er sich noch am Samstagabend entschied, am Sonntag nicht zum Südsattel, sondern zum Nuptse aufzusteigen.

Am Unglückstag brach Steck um 4.30 Uhr auf und überquerte zusammen mit dem Franzosen Yannick Graziani den spaltenreichen Gletscher. Während Graziani der Everest-Normalroute Richtung Lager 3 folgte, stieg Steck alleine in die Lhotse-Flanke ein.

Das Unglück passierte zirka um 9.00 Uhr Lokalzeit auf rund 7600 Metern. Weshalb Steck abstürzte, ist weiterhin unklar. Seine Leiche wurde auf einer Höhe von rund 6600 Metern per Helikopter geborgen und nach Kathmandu überführt. (SDA/stj)

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