Erdbeben-Tragödie findet kein Ende
Amatrice-Opfer verlieren ihr neues Zuhause

Letzten Sommer erschütterte ein schweres Erdbeben Mittelitalien. Besonders die Stadt Amatrice wurde stark zerstört. Überlebende der Katastrophe leben bis heute in Hotels. Doch nun könnten sie auch dieses Zuhause verlieren.
Publiziert: 17.05.2017 um 21:55 Uhr
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Aktualisiert: 11.09.2018 um 22:25 Uhr

Ein verheerendes Erdbeben im August letzten Jahres verwandelte die italienische Stadt Amatrice in einen Trümmerhaufen. Fast 300 Menschen verloren damals ihr Leben, wer überlebte verlor sein Zuhause (BLICK berichtete). Ein Dach über dem Kopf fanden viele Überlebende in Hotels an der nahen Adria-Küste - zumindest bis jetzt. Denn nun droht ihnen erneut die Obdachlosigkeit, wie SRF berichtet.

Grosse Versprechungen

Bislang bezahlt der Staat die Übergangsbleibe. Doch ein längerer Aufenthalt der Erdbeben-Überlebenden in den Hotels war nicht vorgesehen. Versprochen wurde so schnell wie möglich mit dem Wiederaufbau von Amatrice zu beginnen. Zudem sollten in kurzer Zeit genügend Bauten hochgezogen werden, um den Überlebenden ein Dach über dem Kopf zu ermöglichen.

Bis Ostern sollten alle Betroffenen in ein Haus aus Fertigbauteilen ziehen können. Doch viel passiert ist bisher nicht. Noch immer leben die meisten in Hotels. Sie sind wütend und enttäuscht. «Das ist ein typischer Fehler der italienischen Politiker: Sie machen Versprechungen, um Beifall zu bekommen. Dann folgen aber keine Taten», zitiert der SRF ein Erdbeben-Opfer.

Feriengäste kommen

Doch die Zeit drängt, denn die Adria-Küste ist ein beliebtes Urlaubsziel. Und viele Hotels haben bereits Feriengäste auf Juni vertröstet. «Ich habe Gäste, die im Mai kommen wollten. Ich habe sie aber darum gebeten, bis Juni zu warten. Das ist bereits ein verspäteter Start in die Saison», sagt einer der Hoteliers.

Ob die Erdbeben-Überlebenden tatsächlich auf der Strasse landen werden, ist noch unklar. Dieser Hotelier wird zumindest nicht so schnell die Zimmer räumen lassen. Für ihn ist es selbstverständlich zu helfen, den Überlebenden ein Obdach zu bieten eine Herzensangelegenheit. Ob andere Hoteliers genauso denken, bleibt abzuwarten. (jmh)

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