Anne Spiegels Statement: «Wir haben Urlaub gebraucht, weil mein Mann nicht mehr konnte»(07:00)

Emotionales Statement um «private Gründe»
So entschuldigt Grünen-Ministerin Ferien statt Fluthilfe

Die deutsche Familienministerin Anne Spiegel fuhr zehn Tage nach der Flut-Katastrophe in die Ferien. Für vier Wochen. In einem emotionalem Statement nennt sie nun die Gründe und entschuldigt sich. Wenige Stunden später trat sie zurück.
Publiziert: 11.04.2022 um 01:27 Uhr
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Aktualisiert: 11.04.2022 um 14:49 Uhr
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Grünen-Ministerin Anne Spiegel entschuldigt sich für ihre Ferien.

Im Sommer 2021 starben bei einer Flutkatastrophe in Deutschland 186 Menschen. Zuletzt kam heraus: Zehn Tage nachdem das Wasser Leben nahm und Existenzen zerstörte, fuhr die deutsche Bundesfamilienministerin Anne Spiegel (41) von den Grünen für vier Wochen in die Frankreich-Ferien.

Ihr damaliges Amt: Umweltministerin von Rheinland-Pfalz, einem stark von der Katastrophe betroffenen Bundesland. Jetzt entschuldigt sie sich für die einmonatige Auszeit.

Familie als Ferien-Grund

Sie gibt in einer Stellungnahme vor Journalisten ihre Familiensituation als Grund an. Ihr Mann habe vor zwei Jahren einen Schlaganfall erlitten, habe Stress dringend vermeiden müssen. Ihre vier Kinder seien nicht gut durch die Coronapandemie gekommen. Die Familie habe Ferien gebraucht.

Immer wieder räuspert sie sich, wird emotional, als sie ihre Ferien begründet. «Das war ein Fehler, dass wir so lange in Urlaub gefahren sind und ich bitte für diesen Fehler um Entschuldigung», sagt sie. Und weiter: «Es war ein Punkt, zum ersten Mal für uns als Familie, wo wir Urlaub gebraucht haben, weil mein Mann nicht mehr konnte.»

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Spiegel habe sich übernommen

Auch habe sie sich im Job übernommen. So sei die geschäftsführende Übernahme des Umweltministeriums in Rheinland-Pfalz ab Januar 2021 ein «Fehler.» Sie erklärt jedoch, in den Ferien immer erreichbar gewesen zu sein.

Die nordrhein-westfälische Umweltministerin Ursula Heinen-Esser (56) ist vor wenigen Tagen zurückgetreten. Wegen Mallorca-Ferien während der Flutkatastrophe. CDU-Chef Friedrich Merz (66) hat am Sonntag auch die Entlassung von Anne Spiegel gefordert.

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CDU-Chef will ihren Rauswurf – sie tritt Stunden später zurück

Gegenüber der «Bild» sagte er: «Es beweist sich erneut: Für Frau Spiegel waren Urlaub und das eigene Image wichtiger als das Schicksal der Menschen an der Ahr. Der Bundeskanzler muss sie entlassen.» Mehrere deutsche Politiker verlangten zudem ihren Rücktritt.

Diesem kam sie am Montagnachmittag nach. In einem Statement teilte sie mit, «aufgrund des politischen Drucks entschieden» zu haben, das Amt der Bundesfamilienministerin zur Verfügung zu stellen. «Ich tue dies, um Schaden vom Amt abzuwenden, das vor großen politischen Herausforderungen steht.» (euc)

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