Kiew unter Beschuss: Zwei Kinder sterben bei russischem Raketenangriff(00:53)

Ein Stück kostet 2 Millionen
Putin setzt jetzt auf tödliche Iskander-Raketen

Nach Hunderten Einsätzen von Kamikaze-Drohnen und schiff- oder flugzeuggestützten Marschflugkörpern nimmt der russische Präsident Wladimir Putin die ukrainische Hauptstadt vermehrt mit Iskander-Raketen unter Beschuss.
Publiziert: 02.06.2023 um 16:01 Uhr
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Über sieben Meter lang und mehr als viereinhalb Tonnen schwer: Russische Truppen feuern eine Iskander-Rakete ab.

Am frühen Donnerstagmorgen feuerten die russischen Luft- und Bodenstreitkräfte zehn ballistische Raketen des Typs Iskander auf die ukrainische Hauptstadt Kiew ab. Im Mai waren innerhalb eines Monats so viele Raketen, Marschflugkörper und Drohnen auf Kiew abgefeuert worden wie noch nie seit Beginn des Angriffskriegs vor mehr als 15 Monaten.

Bei dem Angriff vom Donnerstag kamen drei Menschen ums Leben, darunter eine Frau und ihr Kind, 16 weitere wurden verletzt. Dies, obwohl die Ukraine nach eigenen Angaben alle zehn Iskander-Raketen mit ihren Patriot- und Iris-T-Systemen vor dem Ziel vom Himmel holte.

Die russischen Geschosse sowie die Luftabwehrraketen verursachten beim Eintreffen am Boden auch erheblichen Schaden. Sie verwüsteten ein Spital und die umliegende Wohngegend.

Auch bei Abschuss verheerende Wirkung

Wie «Bild» berichtet, können die Patriot-Flugabwehrraketen die Iskander-Raketen aufgrund ihrer Flugeigenschaften erst wenige Kilometer vor dem Ziel abfangen. Dies sei häufig bereits über bewohntem Gebiet.

Die Iskander-Raketen sind ballistische Raketen mit einer Länge von über sieben Metern und einem Gewicht von mehr als viereinhalb Tonnen, davon 800 Kilo Sprengstoff. Stückpreis: zwei Millionen Franken. Insgesamt hat Putin am Donnerstagmorgen also 20 Millionen Franken verballert.

Iskander-Raketen erreichen ihr Ziel mit einer Geschwindigkeit von bis zu 2600 Kilometern pro Stunde, was die Vorwarnzeit zwischen Erkennen und Einschlag auf wenige Minuten verkürzt.

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Neue Einheit in Weissrussland stationiert

Wie die jüngsten Ereignisse zeigen, können die Iskander-Raketen selbst im Falle eines Abschusses eine verheerende Wirkung haben. Ursprünglich waren sie mit ihrer Reichweite von 400 Kilometern und der Fähigkeit, Atomwaffen zu tragen, für einen möglichen Krieg gegen die Nato gedacht.

Die angeblichen Abschüsse in Kiew zeigen dem Bericht zufolge, dass in einem Konflikt mit dem Westen, in dem sie vermutlich von der russischen Enklave Kaliningrad abgefeuert würden, von der polnischen Luftabwehr leicht abgefangen werden könnten. Einheiten des Raketensystems sind neuerdings ausserdem in Weissrussland stationiert.

Laut «Bild» feuerte Russland bereits Hunderte iranische Kamikaze-Drohnen und schiff- oder flugzeuggestützte Marschflugkörper auf Kiew ab und setzt neuerdings vermehrt auf das Iskander-System.

Gehen dem russischen Präsidenten Wladimir Putin (70) die Geschosse bald aus? Der ukrainische Geheimdienst meldete bereits im vergangenen November, Russland habe nur noch 120 seiner modernen Iskander-Raketen im Arsenal. (noo)

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