Darum gehts
- AfD-Chefin Weidel fordert Rücktritte, darunter Vize Keuter, wegen Vetternwirtschaft
- Vorwürfe: AfD-Politiker sollen Posten in Parlamenten an Familienangehörige vergeben haben
- Sachsen-Anhalts Regierungschef verlangt Sonderermittler, nennt Wolfgang Kubicki als Vorschlag
Chaos bei der Alternative für Deutschland (AfD): Wie «Bild» berichtet, hat AfD-Parteichefin Alice Weidel (47) ihren Vize Stefan Keuter (53) zum Rücktritt aus dem Fraktionsvorstand aufgefordert. Seine Freundin arbeitet als Büromitarbeiterin für Kreuter im Bundestag.
Der 53-Jährige soll laut «Bild» einen Rücktritt ablehnen. Weidel will, dass weitere Köpfe rollen. Der Abgeordnete Jan Wenzel Schmidt (34) aus dem Bundesland Sachsen-Anhalt soll die Fraktion ganz verlassen. Aus dem Umfeld Weidels erhielt «Bild» eine Bestätigung für die Rücktrittsforderungen, ein Fraktionssprecher dementierte unterdessen.
AfD-Familienclans in den Parlamenten
Intern gibt es Zoff wegen Vetternwirtschaft und Steuergeldern. Am Montag wurden gleich zwei Krisenrunden einberufen. Erst tagte der Fraktionsvorstand, am Abend dann auch der Bundesvorstand.
Seit Wochen geistern Vorwürfe gegen diverse AfD-Politiker durch die deutschen Medien. Sie sollen Posten in den Parlamenten an Familienangehörige vergeben haben. Bezahlt werden die Familienangehörigen also vom Steuerzahler. Besonders schlimm soll es den Berichten nach in den Bundesländern Sachsen-Anhalt und Niedersachsen sein.
«Massenhaft Sozialbetrug»
Sachsen-Anhalts Regierungschef Sven Schulze (46, CDU) forderte gegenüber «Bild» am Montag die Einsetzung eines Sonderermittlers. Ins Gespräch brachte er dafür den FDP-Politiker Wolfgang Kubicki (73).
«Die AfD leitet Steuergeld in die eigenen Taschen um», findet Schulze. «Wir müssen ausschliessen, dass die AfD massenhaft Sozialbetrug organisiert. Jetzt muss aufgeräumt werden.»