Israel bombardiert Gazastreifen – über 200 Tote
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Schwere Luftangriffe:Israel bombardiert Gazastreifen – über 200 Tote

Ehemalige Schule getroffen
31 Tote bei israelischem Raketenangriff in Gaza

Raketen, Terror und Zehntausende Tote. Zwischen der Hisbollah und Hamas und Israel herrscht Krieg. Blick hält dich im Ticker auf dem Laufenden.
Publiziert: 03.04.2025 um 16:00 Uhr
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Aktualisiert: 03.04.2025 um 21:24 Uhr

Darum gehts

  • Israel nimmt Angriffe im Gazastreifen wieder auf

  • Hamas vermeldet zahlreiche Tote, unter ihnen auch Führungsleute

  • US-Streitkräfte führen auf Geheiss von Trump grossangelegte Militärschläge im Jemen aus

Die künstliche Intelligenz von Blick lernt noch und macht vielleicht Fehler.
03.04.2025, 18:12 Uhr

Zivilschutz: 31 Tote bei israelischem Raketenangriff in Gaza

Die palästinensische Zivilschutzbehörde im Gazastreifen hat der israelischen Armee vorgeworfen, bei einem Luftangriff auf eine zur Flüchtlingsunterkunft umgebaute Schule am Donnerstag mindestens 31 Menschen getötet zu haben. Unter den Opfern seien mehrere Kinder und Frauen, sagte der Sprecher des Zivilschutzes, Mahmud Bassal, der Nachrichtenagentur AFP. Er sprach ausserdem von mehr als hundert Verletzten. Der Angriff galt nach seinen Angaben einer Schule in dem Viertel al-Tuffah im Nordosten der Stadt Gaza.

Rauchwolken zeigen den Raketenangriff von israelischer Seite aus.

Die israelische Armee bestätigte den Angriff in der Stadt Gaza. Er habe einer Kommandozentrale der Hamas gegolten, in der sich zum Zeitpunkt des Angriffs «prominente Terroristen» aufgehalten hätten. Das Militär habe zuvor Massnahmen ergriffen, um den Schaden für unbeteiligte Zivilisten minimal zu halten.

Die Angaben der beiden Seiten liessen sich nicht unabhängig überprüfen. Augenzeugen zufolge stehen viele Zelte im Hof und im Umkreis der angegriffenen ehemaligen Schule im Stadtteil Daradsch Tuffah. Dort lebten palästinensische Familien, die durch den Krieg obdachlos geworden seien. Das erkläre die hohe Opferzahl.

02.04.2025, 20:17 Uhr

Seit dem Morgen über 70 Todesopfer in Gaza

Bei israelischen Angriffen im Gazastreifen sind nach Angaben der von der Hamas kontrollierten Gesundheitsbehörde im Laufe des Tages 73 Menschen getötet worden. Die Angaben unterscheiden nicht zwischen Zivilisten und Kombattanten und lassen sich derzeit nicht unabhängig überprüfen.

Die palästinensische Nachrichtenagentur Wafa meldete tödliche Angriffe in Chan Junis im Süden sowie in Al-Sawaida im Zentrum des Gazastreifens. Zudem habe es in Dschabalija im Norden des Gebiets viele Tote gegeben, als bei einem israelischen Luftangriff eine Klinik des UN-Palästinenserhilfswerks UNRWA getroffen worden sei.

«Das Einzige, was unseren weiteren Vormarsch aufhalten kann, ist die Freilassung unserer Geiseln», sagte Israels Generalstabschef Ejal Zamir Armeeangaben zufolge bei einem Truppenbesuch in Rafah im Süden des Gazastreifens.

02.04.2025, 18:19 Uhr

Israelische Armee umstellt Stadtteil und will Gazastreifen bei Geiselsuche «sezieren»

Israels Armee hat eigenen Angaben zufolge ein Viertel in der Stadt Rafah im Süden des Gazastreifens umstellt. Israelische Bodentruppen sind in dem Stadtteil Tal al-Sultan bereits seit rund zwei Wochen im Einsatz, um nach Darstellung des Militärs gegen die Hamas vorzugehen.

Seitdem hätten Soldaten dort «Dutzende Terroristen eliminiert» sowie Dutzende Waffen und weitere Infrastruktur von Terrororganisationen zerstört. Sie fanden eigenen Angaben nach auch zwei Raketen in einem Gebäude. Die Armee habe zudem Verdächtige zu Verhören festgenommen, hiess es in einer Erklärung weiter.

Tote Zivilisten
Palästinensischen Angaben zufolge gibt es bei den Angriffen und Kämpfen im Gazastreifen regelmässig Tote, darunter sollen auch viele Zivilisten sein. Die Angaben beider Seiten lassen sich derzeit nicht unabhängig überprüfen.

In den vergangenen Tagen hatte die israelische Armee die Bewohner der Stadt Rafah und benachbarter Orte aufgefordert, von dort zu fliehen.

Israelische Armee will Gazastreifen «sezieren»

Wie die französische Nachrichtenagentur am Mittwochabend meldet, soll Netanyahu gesagt haben, dass die israelische Armee den Gazastreifen «sezieren» werde, um die gefangengehaltenen Geiseln zu befreien.

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Israel wird nach Angaben von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu einen weiteren Korridor, der den Gazastreifen teilt, kontrollieren. «Wir erobern die Morag-Route», sagte er in einer Videoansprache. Morag war einst eine israelische Siedlung im Süden des Palästinensergebiets. Die Route trennt israelischen Medien zufolge Rafah von der Stadt Chan Junis. Die Teilung des Gazastreifens erhöhe den Druck auf die Hamas, so Israels Regierungschef weiter. Der Druck werde so lange verstärkt, bis die Islamistenorganisation die Geiseln freilasse.

«Heute Abend haben wir im Gazastreifen einen Gang höher geschaltet. Die israelischen Streitkräfte erobern Gebiete, greifen Terroristen an», sagte Netanjahu.

02.04.2025, 17:14 Uhr

Trotz internationalem Haftbefehl – Netanyahu zu Treffen in Ungarn erwartet

Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanyahu soll am Donnerstag vom ungarischen Regierungschef Viktor Orban in Budapest empfangen werden. Orban hatte Netanyahu eingeladen, obwohl der Internationale Strafgerichtshof (IStGH) vor dem Hintergrund des Krieges im Gazastreifen im November einen Haftbefehl gegen den israelischen Regierungschef erlassen hatte.

Der ungarische Regierungschef Viktor Orban will Benjamin Netanyahu in Ungarn empfangen.
Foto: Getty Images

Die IStGH-Mitgliedsstaaten sind verpflichtet, Netanyahu festzunehmen, sobald er ihr Territorium betritt. Ungarn hatte das sogenannte Römische Statut des IStGH 2001 ratifiziert. Das Inkrafttreten des Beschlusses zu dem Statut hat die ungarische Regierung wegen verfassungsrechtlicher Bedenken allerdings nie offiziell verkündet, sodass sie sich nicht an die IStGH-Entscheidungen gebunden fühlt.

02.04.2025, 15:57 Uhr

Uno bestätigt Grab mit 15 verscharrten Sanitätern in Gaza

Mehrere Rettungskräfte, die mutmasslich von israelischen Soldaten im Gazastreifen getötet wurden, wurden in einem Massengrab beigesetzt. Die Uno bestätigte, dass insgesamt 15 Sanitäter ums Leben kamen. 

Der Vorfall ereignete sich vor zehn Tagen, als zwei Sanitäter auf dem Weg zu Opfern eines Luftschlags unter Beschuss gerieten. Ein Bergungskonvoi wurde entsandt, nachdem der Kontakt abbrach. Auch zu diesem Team verlor man den Kontakt, hiess es. Erst nach Tagen erhielt man von Israel die Erlaubnis, nach den Vermissten zu suchen. Die Uno veröffentlichte Aufnahmen der Bergungsarbeiten, die zeigen, wie Einsatzkräfte mit Bulldozern verschüttete Fahrzeuge freilegen. Unter dem Sand wurden auch Leichenteile entdeckt. 

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Israel behauptet, die Rettungsfahrzeuge hätten sich verdächtig verhalten und seien ohne Blaulicht gefahren. Man habe daher geschossen. Die Getöteten sollen laut israelischen Angaben Angehörige der Hamas und des Islamischen Dschihad gewesen sein, die die Fahrzeuge missbraucht hätten. 

Ein Uno-Sprecher widerspricht dieser Darstellung und erklärt, israelische Soldaten hätten die Sanitäter erschossen und ihre Fahrzeuge samt Leichen vergraben. Der «Guardian» berichtet zudem von Augenzeugenberichten, wonach einige der Getöteten gefesselt gewesen seien. 

02.04.2025, 11:25 Uhr

Gazastreifen: Tote nach Angriff in Uno-Klinik gemeldet

Foto: IMAGO/ABACAPRESS

Bei einem israelischen Luftangriff im nördlichen Gazastreifen ist nach palästinensischen Angaben ein Spital des Uno-Palästinenserhilfswerks UNRWA getroffen worden. Mindestens acht Menschen seien bei dem Vorfall in Jabalia getötet und weitere verletzt worden, meldete die palästinensische Nachrichtenagentur Wafa. Ein israelischer Armeesprecher sagte, man prüfe den Bericht. 

Laut Wafa hielten sich im Bereich der Klinik Binnenvertriebene auf. In dem Gebäude sei ein Feuer ausgebrochen. Auch bei weiteren israelischen Angriffen in anderen Teilen des Küstenstreifens habe es insgesamt vier Todesopfer gegeben. In Chan Junis im Süden des Gazastreifens seien zudem die Leichen von zwölf Menschen aus Trümmern geborgen worden, darunter auch Frauen und Kinder.

02.04.2025, 11:05 Uhr

USA schicken weiteren Flugzeugträger in den Nahen Osten

Foto: AFP

Die USA entsenden im Zuge ihrer Angriffe auf die Huthi-Rebellen im Jemen einen weiteren Flugzeugträger in den Nahen Osten. Wie das US-Verteidigungsministerium am Dienstag (Ortszeit) mitteilte, wird der Flugzeugträger «USS Carl Vinson» vom Indopazifik in den Nahen Osten verlegt, wo bereits der Flugzeugträger «USS Harry S. Truman» im Einsatz ist. Ziel sei es, die «regionale Stabilität» zu fördern, vor Angriffen «abzuschrecken» und den «freien Handelsfluss in der Region» zu schützen.

Die vom Iran finanzierte Huthi-Miliz hat seit Beginn des Gaza-Krieges im Oktober 2023 zwischen Israel und der islamistischen Palästinenserorganisation Hamas immer wieder Schiffe im Roten Meer und im Golf von Aden sowie Ziele in Israel mit Drohnen und Raketen angegriffen. Der Huthi-Miliz geht es nach eigenen Angaben um «Solidarität mit den Palästinensern» im Gazastreifen.

02.04.2025, 06:35 Uhr

Israel will «grosse Teile» des Gazastreifens besetzen

Foto: Keystone/dpa/Hannes P Albert

Israel hat am Mittwoch die Ausweitung seiner Militäroperation im Gazastreifen angekündigt. Laut dem israelischen Verteidigungsminister Katz soll die Beschlagnahmung grosse Landstriche betreffen, die «in Israels Sicherheitszonen eingegliedert» werden sollen.

Die Operation werde eine «gross angelegte Evakuierung der Bevölkerung des Gazastreifens aus den Kampfzonen» beinhalten, hiess es in der Erklärung.

Katz sagte, die Militäroperation werde sich ausweiten, um «Terroristen und Terrorinfrastruktur zu vernichten und zu säubern und gleichzeitig grosse Gebiete einzunehmen, die in Israels Sicherheitszone eingegliedert werden.»

01.04.2025, 08:59 Uhr

Netanjahu hebt Ernennung von Geheimdienstchef wieder auf

Kurz nach der Bestimmung eines neuen Geheimdienstchefs in Israel hat Ministerpräsident Benjamin Netanyahu die Entscheidung wieder zurückgezogen.
Netanyahu habe dem ehemaligen Kommandanten der Marine, Vizeadmiral Eli Scharvit, bei einem Treffen für die Bereitschaft gedankt, den Posten zu übernehmen, teilte das Büro des Regierungschefs mit. «Er hat ihm jedoch mitgeteilt, dass er nach weiterer Überlegung andere Kandidaten prüfen will.» Gründe für den Rückzieher wurden nicht genannt.

Nach Medienberichten hatte es Kritik an der geplanten Ernennung Scharvits gegeben, weil dieser an Protesten gegen die Regierungspolitik teilgenommen und den US-Präsidenten Donald Trump für dessen Klimapolitik kritisiert habe.

Am Montag hatte Netanyahus Büro mitgeteilt, Scharvit solle Nachfolger von Ronen Bar als Leiter des Geheimdienstes Schin Bet werden. Die Regierung hatte Anfang des Monats beschlossen, Bar zu entlassen, was Massenproteste auslöste. Das Oberste Gericht setzte Bars Entlassung kürzlich mit einer einstweiligen Verfügung vorerst aus. Trotz der einstweiligen Verfügung gegen Bars Entlassung erlaubte das Oberste Gericht, Nachfolgekandidaten zu interviewen.

01.04.2025, 06:09 Uhr

Erneut israelischer Luftangriff bei Beirut

Schäden nach dem israelischen Angriff südlich der libanesischen Hauptstadt.
Foto: keystone-sda.ch

Die israelische Luftwaffe hat zum zweiten Mal seit Inkrafttreten der Waffenruhe mit der Hisbollah in einem Vorort der libanesischen Hauptstadt Beirut angegriffen. Ziel der nächtlichen Attacke sei ein Terrorist der proiranischen Miliz gewesen, teilte die Armee mit. Er habe Mitglieder der verbündeten Terrororganisation Hamas bei der Planung eines unmittelbar bevorstehenden Anschlags gegen israelische Zivilisten unterstützt. Der Mann habe eine direkte Bedrohung dargestellt und sei «eliminiert» worden. Das betroffene Gebiet ist eine Hochburg der Hisbollah. Unbestätigten arabischen Berichten zufolge wurde ein Wohnhaus getroffen. Demnach kamen dabei mindestens drei Menschen ums Leben.

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