Darum gehts
- Linksradikale griffen Polizei und Journalisten bei Demo in Turin am Samstag an
- Ein Polizeifahrzeug brannte, Journalistenteam wurde von Vermummten attackiert
- 15'000 Demonstranten laut Polizei, Veranstalter sprechen von 50'000 Teilnehmern
Sie warteten bis zum Einbruch der Dunkelheit: Gruppen von linksradikalen Krawallmachern lösten sich am Samstagabend von der solidarischen Demonstration für das im Dezember geräumte Sozialzentrum Askatasuna in Turin. Anschliessend versuchten sie, die Polizeiketten zu durchbrechen.
Flaschen, Steine, Feuerwerkskörper und Rauchbomben: Mit allem, was sie hatten, attackierten die Autonomen die Einsatzkräfte. Die Polizei reagierte ihrerseits mit Tränengas. Rund anderthalb Stunden lang lieferten sich beide Parteien ein Katz-und-Maus-Spiel.
Polizeifahrzeug brennt, Vermummte attackieren Kamerateam
Den Autonomen gelang es nicht nur, Müllcontainer anzuzünden. Auch ein gepanzertes Polizeifahrzeug ging in Flammen auf. Alles, was in Reichweite war, wurde auf die Strasse geworfen, von Stühlen aus geschlossenen Geschäften bis hin zu umgerissenen Strassenlaternen.
Der Sender Rai meldete, dass ein Team der Sendung «Far West» bei den Ausschreitungen «durch vermummte, feindselige Gruppen» angegriffen worden sei. «Die Journalisten wurden gezielt angegriffen, körperlich attackiert, bedroht», schrieb der Sender in einer Erklärung. «Es handelte sich um einen gewalttätigen und organisierten Akt, der einzig und allein darauf abzielte, Rai an der Dokumentation und Berichterstattung über die Geschehnisse zu hindern.»
Polizisten verletzt
Rai bekundete seine volle Solidarität mit den angegriffenen Kollegen und bekräftigte, dass es Einschüchterungen nicht akzeptieren werde. «Angriffe auf Journalisten sind ein Angriff auf das Recht der Bürger auf Information.»
«Wir haben in Turin verletzte Polizisten. Diese Kriminellen müssen zur Rechenschaft gezogen werden. Sie sind die Verfechter der Rechtswidrigkeit, geschützt und gefördert von der Linken aller Couleur», zitierte die italienische Nachrichtenagentur Ansa Paolo Zangrillo (64), den italienischen Minister für öffentliche Verwaltung. Alberto Cirio (53), Präsident der Region Piemont, schlug in die gleiche Kerbe. «Askatasuna mag im Baskischen Freiheit bedeuten, aber in Turin, wie wir heute erneut feststellen mussten, steht es nur für Kriminalität, Rechtswidrigkeit und Gewalt», sagte er.
15'000 Menschen demonstrieren in Turin
Bürgermeister Stefano Lo Russo (50) stimmte ihm zu: «Dies ist kriminelles Verhalten, das die Sicherheit der Bevölkerung gefährdet und der Stadt schweren Schaden zugefügt hat.»
15'000 Menschen hatten sich am Samstag nach Polizeiangaben an der Demonstration beteiligt. Die Veranstalter sprachen von 50'000. Unter ihnen waren Gewerkschaften, Vereine und soziale Aktivisten aus ganz Italien und dem Ausland.