Erstmals seit rund einem Jahr ist der Grenzübergang Rafah zwischen Ägypten und dem Gazastreifen teils wieder für den Personenverkehr geöffnet. Der Übergang sei offiziell in Betrieb, berichtete der staatsnahe ägyptische Fernsehsender Al-Kahira News, auch israelische Sicherheitskreise bestätigten den Schritt. Damit soll die Ausreise von kranken und verletzten Palästinensern aus Gaza wieder möglich werden wie auch die Rückkehr von im Krieg geflüchteten Menschen.
Pro Tag sollen laut der «NZZ» rund 200 Menschen den Übergang passieren dürfen. Etwa 150 sollen Gaza verlassen können, rund 50 einreisen. Zugelassen seien ausschliesslich Palästinenser. Auch für ausländischen Journalisten bleibe der Übergang geschlossen.
Israelische Bewilligung nötig
Israelische Soldaten seien nicht am Grenzübergang stationiert, schreibt die «NZZ» weiter. Jede Aus- und Einreise müsse aber von den isrealischen Behörden bewilligt werden. Personen, denen eine Verbindung zur Hamas unterstellt wird, können abgewiesen werden.
Die Öffnung sei auch ein Zugeständnis für US-Präsident Donald Trump (79). Sie mache den nächsten Schritt im amerikanischen Friedensplan für Gaza möglich. Aber auch die EU begrüsst die Öffnung. Experten der zivilen EU-Mission seien vor Ort, um den Betrieb des Grenzübergangs zwischen Gaza und Ägypten zu überwachen und die palästinensischen Grenzschutzkräfte zu unterstützen, teilte die EU-Aussenbeauftragte Kaja Kallas mit.
Für kranke und verwundete Menschen aus dem Gazastreifen sei die Wiederöffnung lebenswichtig. Zudem werde sie es Familien ermöglichen, nach viel zu langer Trennung wieder zusammenzukommen. «Praktische Schritte wie diese helfen, den Waffenruheplan voranzubringen, und müssen fortgesetzt werden», erklärte Kallas. Sie betonte, dass die Menschen im Gazastreifen weiterhin dringend auf Hilfe angewiesen seien und der Wiederaufbau des Küstenstreifens von der Entwaffnung der islamistischen Hamas abhängen werde.