Armee bestätigt
Letzte tote Geisel aus Gaza zurück in Israel

Israel hat die letzte tote Geisel aus dem Gazastreifen geholt und identifiziert. Das teilte das israelische Militär mit. Damit ist eine zentrale Bedingung erfüllt, um in die nächste Phase des von den USA vorangetriebenen Gaza-Friedensplans überzugehen.
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Foto: Jehad Alshrafi/AP/dpa/Archivbild
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Alexander TerweyStv. Teamlead News-Desk

Die letzte tote Geisel ist zurück in Israel. Das bestätigte die israelische Armee am Montag. Es handelt sich um die Leiche des 24-Jährigen Ran Gvili.

«Die verstorbene Geisel Ran Gvili wurde identifiziert und wird zur Beerdigung überführt», schreibt die Armee auf X. «Nach den uns vorliegenden Informationen und Erkenntnissen ist Ran Gvili, 24, der in den israelischen Polizeispezialkräften diente, am Morgen des 7. Oktober 2023 im Kampf gefallen, und seine Leiche wurde nach Gaza entführt.»

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Die Armee sprach der Familie ihr Beileid aus. Und weiter: «Die israelischen Streitkräfte werden die Familien und die Rückkehrer weiterhin unterstützen und Massnahmen ergreifen, um die Sicherheit der israelischen Bürger zu stärken.»

USA haben zweite Phase bereits ausgerufen

Sobald Israel im Gegenzug die Leichen von 15 Palästinensern übergeben hat, sind die Voraussetzungen zum Eintritt in die zweite Phase des von den USA vorangetriebenen Gaza-Friedensplans offiziell erfüllt.

Die US-Regierung hatte die zweite Phase, die zu einem endgültigen Ende des Gaza-Kriegs führen soll, bereits ausgerufen. Die israelische Regierung sagte dagegen, erst dann in die nächste Phase des Friedensplans einzutreten, wenn der Leichnam der letzten Geisel nach Israel zurückgebracht worden sei. Auslöser des Gaza-Kriegs war das Massaker der Hamas am 7. Oktober 2023 in Israel.

Auch Ausländer unter den Toten

In einem ersten Schritt trat im Rahmen des US-Friedensplans am 10. Oktober 2025 bereits eine Waffenruhe zwischen Israel und der Terrororganisation Hamas in Kraft. Zudem liessen islamistische Gruppen im Gazastreifen die letzten 20 noch lebenden, aus Israel entführten Geiseln frei. Im Gegenzug dafür entliess Israel knapp 2000 palästinensische Häftlinge aus Gefängnissen.

Die Hamas übergab zudem die letzten 28 Geisel-Leichen – allerdings anders als vereinbart nur sehr schleppend. Unter den Toten waren auch mehrere aus Israel entführte Ausländer. Israel übergab für jede tote israelische Geisel die sterblichen Überreste 15 verstorbener Bewohner Gazas, insgesamt bislang 360. Die genauen Todesumstände der Palästinenser sind nicht bekannt.

Entwaffnung der Hamas vorgesehen

Im Rahmen der mühsam errungenen Einigung kommt auch mehr Hilfe in den Gazastreifen. Israelische Soldaten zogen sich in dem Küstenstreifen zudem hinter die sogenannte «gelbe Linie» zurück. Israels Armee kontrolliert damit noch immer etwas mehr als die Hälfte des Palästinensergebiets.

Die von den USA bereits ausgerufene zweite Phase des Abkommens sieht nun die Entwaffnung der Hamas vor, was die Islamistenorganisation aber bislang ablehnt. Laut Beobachtern ist ein Kompromiss denkbar, so dass die Islamisten etwa auf Raketen verzichten könnten. Hamas-Mitglieder, die sich zu einer friedlichen Koexistenz mit Israel zur Niederlegung ihrer Waffen verpflichten, sollen Amnestie erhalten. Sollte es in dieser schwierigen Frage keine Einigung geben, könnte der Krieg wieder ausbrechen.

Vor kurzem wurden als Teil der zweiten Phase bereits die 14 Mitglieder einer palästinensischen Übergangsregierung bekanntgegeben, die den in zwei Kriegsjahren weitgehend zerstörten Gazastreifen verwalten soll.

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