Arbeitskollege unter Verdacht
Österreichische Ermittler finden vermisste Mutter und Tochter in Kühltruhen

In Österreich wurden die Leichen einer 34-jährigen Syrerin und ihrer 10-jährigen Tochter in Tiefkühltruhen entdeckt. Zwei Brüder stehen unter Mordverdacht und befinden sich in Untersuchungshaft. Die Ermittlungen gestalten sich schwierig, die Leichen sind stark verwest.
Seit über einem Jahr wurden eine 34-jährige Mutter und ihre zehn Jahre alte Tochter in Innsbruck vermisst. (Symbolbild)
Foto: sda

Darum gehts

  • Leichen von Mutter und Tochter in Tiefkühltruhen entdeckt
  • Verdächtige versuchten Spuren zu verwischen, Möbel und Schmuck verkauft
  • Opfer seit Juli 2024 vermisst, Leichen im November gefunden
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Österreichische Ermittler haben die Leichen einer 34-jährigen Syrerin und ihrer zehnjährigen Tochter in zwei Tiefkühltruhen entdeckt. Unter Verdacht stehen ein 55-jähriger enger Freund und Arbeitskollege der Frau sowie dessen 53-jähriger Bruder. Beide sitzen in Untersuchungshaft. Das bestätigte die Staatsanwaltschaft Innsbruck. Zusätzliche Details wurden von der österreichischen «Kronen Zeitung» publik gemacht.

Die Frau und ihre Tochter waren seit Juli 2024 vermisst, nachdem ein in Düsseldorf lebender Cousin Alarm geschlagen hatte. Die Polizei stellte früh fest, dass die Angaben des 55-Jährigen – er behauptete, Mutter und Tochter seien in die Türkei gereist – widersprüchlich waren. Auch ihr Mobiltelefon blieb in der Wohnung zurück; ab dem 21. Juli wurden keine Anrufe mehr getätigt, sondern nur noch Nachrichten versendet, die nicht mehr in der Muttersprache Arabisch geschrieben waren.

Zeuge berichtet von «Mama-Rufen»

Wie «Kronen Zeitung» berichtet, schilderte ein Zeuge vor Gericht, dass er in der fraglichen Zeit «Mama-Rufe» aus der Wohnung gehört habe – ein Hinweis, der die Ermittler zusätzlich alarmierte. Zudem sollen die beiden Brüder versucht haben, Spuren zu verwischen: Möbel und Schmuck der Frau wurden verkauft, zwei Tiefkühltruhen angeschafft und in einem Lagerraum unter falschen Angaben angemietet.

Nach monatelanger Überwachung kam es im Juni zu den Festnahmen. Erst im November gab der Hauptverdächtige an, es habe einen Unfall gegeben und die Leichen befänden sich in einer Tiefkühltruhe. Bei der Durchsuchung der Wohnung des Bruders entdeckten Ermittler die beiden Körper – versteckt hinter einer eigens errichteten Rigipswand. Weil nach der Festnahme der Strom abgestellt wurde, befanden sich die Leichen in stark verwestem Zustand.

Die Staatsanwaltschaft geht weiterhin von Mord aus. Ein Motiv ist unklar, ebenso die genaue Todesursache; die Ermittlungen seien erschwert, da die sterblichen Überreste lange verwest seien. Die Beschuldigten bestreiten den Mordvorwurf.

Ausserdem habe er ihren Schmuck verkauft, hiess es. Kleine Zahlungen mit der Bankkarte der Frau deuten aus Sicht der Polizei darauf hin, dass auch falsche Fährten gelegt wurden.

Unfall mit Todesfolge?

Nach monatelanger Überwachung der Verdächtigen wurden sie im vergangenen Juni festgenommen. Erst vor wenigen Tagen räumte der 55-jährige Hauptverdächtige einen Unfall und das Verstecken der Toten ein. Daraufhin wurde die Wohnung seines Bruders in Innsbruck durchsucht und die Leichen gefunden.

Die Staatsanwaltschaft geht nicht von einem Unfall, sondern von Mord aus. Zum möglichen Motiv machte der Sprecher der Justizbehörde keine Angaben. Er teilte nur mit, dass zwischen der Syrerin und dem 55-Jährigen eine Freundschaft bestanden habe, «die als schwierig beschrieben wurde».

Wie die Frau und ihre Tochter getötet wurden, ist nach Angaben der Polizei ebenfalls noch unklar. Da während der Untersuchungshaft die Kühltruhen nicht in Betrieb waren, seien die Leichen stark verwest, hiess es. Die beiden Verdächtigen haben bislang nicht gestanden.

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