Darum gehts
- Brahim B. (48) griff am Freitagabend in Paris einen Polizisten mit einem Messer an; die französische Polizei schoss ihn nieder
- Der Angriff wird als mutmasslicher Terroranschlag behandelt; der Täter schwebt in Lebensgefahr
- Der Mann war polizeibekannt und kündigte den Anschlag telefonisch an
Am Freitagabend gegen 18 Uhr kam es am Arc de Triomphe in Paris während der Zeremonie zur Wiederentzündung der Flamme des Unbekannten Soldaten zu einem mutmasslichen Terroranschlag. Ein Mann bedrohte einen Polizisten mit einem Messer und verletzte ihn leicht an der Hand, berichten verschiedene Medien übereinstimmend. Nach Angaben französischer Medien handelt es sich beim Tatverdächtigen um den französischen Staatsbürger Brahim B.* (48), der bereits 2013 wegen einer terroristischen Messerattacke auf zwei Polizisten in Brüssel verurteilt wurde.
Die Beamten schossen auf den Verdächtigen und «neutralisierten» ihn. Die Nationale Anti-Terror-Staatsanwaltschaft (PNAT) gab in einer Pressemitteilung bekannt, dass sie den Fall übernommen und Ermittlungen eingeleitet hat. «Ein Richter der Nationalen Anti-Terror-Staatsanwaltschaft ist auf dem Weg zum Tatort in Paris», so die PNAT.
Mutmasslicher Terrorist schwebt in Lebensgefahr
Wie «Le Parisien» berichtet, nahmen drei Mitglieder der mobilen Gendarmerie an der Zeremonie am Arc de Triomphe teil, als einer der Beamten von dem Mann attackiert wurde. Laut einer Quelle aus dem Umfeld der Ermittlungen sei noch unklar, warum Brahim B. den Gendarmen mit einem Messer attackierte. Nach Angaben mehrerer französischer Medien, darunter «Le Figaro», rief B. während der Attacke: «Man hätte unsere Frauen und Kinder nicht töten dürfen. Wir werden sehen, wer unter dem Arc de Triomphe triumphieren wird.»
Ein anwesender Gendarm, der als Fahrer fungierte, habe laut der Zeitung mehrere Schüsse abgegeben. Nach Informationen von «Le Parisien» befindet sich der mutmassliche Terrorist in einem kritischem Zustand und schwebt im Spital in Lebensgefahr.
Aus Sicherheitsgründen ist der Bahnhof Charles de Gaulle-Étoile für die Öffentlichkeit geschlossen, teilte der Pariser ÖV-Betreiber RATP auf der Plattform X mit.
Brahim B. soll die Attacke bei der Polizei angekündigt haben
Brahim B. sei der Polizei bekannt, berichtet der französische Sender TF1 unter Berufung auf eine Quelle aus dem Umfeld der Ermittlungen. Laut TF1 soll Brahim B. bereits am Freitagnachmittag die Polizeistation Aulnay-sous-Bois in Seine-Saint-Denis angerufen haben. «Ich werde einen Anschlag in Paris verüben und Soldaten töten», soll der er laut derselben Quelle gesagt haben.
Brahim B. wurde bereits 2013 in Belgien wegen einer Messerattacke auf zwei Polizisten in Brüssel im Juni 2012 verurteilt. Nach seinen damaligen Aussagen wollte er das Land für das Burkaverbot «bestrafen». Er wurde wegen Mordversuchs, Besitzes einer verbotenen Waffe und Widerstands gegen die Staatsgewalt zu 17 Jahren Haft verurteilt. Im Dezember 2025 war er jedoch vorzeitig entlassen worden.
Brahim B. wurde von der Polizei überwacht
Der mutmassliche Terrorist untersteht in Frankreich einer individuellen Überwachungsmassnahme (MICAS). Er sei an bestimmte Auflagen gebunden gewesen, beispielsweise die Pflicht, sich täglich bei der Polizei zu melden, berichtet TF1.
Der französische Innenminister Laurent Nuñez (61) ist vor Ort. Auf dem Place de l'Étoile sagte er gegenüber der Medien: «Ein Mann versuchte aus derzeit noch unbekannten Gründen, Gendarmen mit einem Messer anzugreifen. Einer der Gendarmen setzte seine Waffe ein.» Laut dem Innenminister befindet sich Brahim B. «in einem sehr ernsten Zustand». Bei dem angegriffenen Gendarmen handle es sich um ein Mitglied aus der Musikkapelle der Gendarmerie. Im Gegensatz zu Polizeibeamten gehören Gendarmen formell zur französischen Armee. Als Sicherheitskräfte sind ihnen unterschiedliche Aufgabengebiete zugewiesen.
Der Place de l'Étoile wurde vorübergehend von der Polizei gesperrt. Nach einer Unterbrechung kam der Verkehr rund um den Kreisverkehr Place de l'Étoile gegen 19.15 Uhr wieder teilweise zum Laufen. Dies beobachteten Journalisten von BMFTV.
*Name bekannt