An St. Petersburger Wirtschaftsforum
Wirbel um Putin-Tochter Katerina Tichonowa (37)

Wladimir Putins Tochter Katerina Tichonowa trat überraschend beim St. Petersburger Wirtschaftsforum auf. Steigt sie nun in Russlands Politik auf?
Publiziert: 07.06.2024 um 05:36 Uhr
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Aktualisiert: 07.06.2024 um 10:27 Uhr
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Per Video zugeschaltet: Katerina Tichonowa.
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Georg NopperRedaktor News

Kreml-Chef Wladimir Putin (71) schirmt seine Familie weitgehend von der Öffentlichkeit ab. An einer Podiumsveranstaltung des St. Petersburger Wirtschaftsforums ist es am Donnerstag nun zu einem Auftritt von der Präsidenten-Tochter Katerina Tichonowa (37) gekommen.

Tichonowa war als Generaldirektorin von Innopraktika, einem Innovationsfonds der Moskauer Lomonossow-Universität, angekündigt. Dass es sich um Putins Tochter handelt, wurde nicht direkt erwähnt. Einzig der Umstand, dass sie als «Katerina Wladimirowna» vorgestellt wurde, deutet laut «Bild» auf ihren Vater hin.

Importe durch inländische Produkte ersetzen

Die Putin-Tochter wurde per Video zugeschaltet. An der Podiumsdiskussion nahmen zahlreiche Führungskräfte – unter anderem aus der Rüstungsindustrie – sowie wichtige Politiker teil. Tichonowa setzte sich in der illustren Runde dafür ein, Importe aus dem Ausland durch inländische Produkte zu ersetzen.

Dabei ging es auch um den militärischen Bereich: «Staatliche Souveränität ist eines der Schlüsselthemen der letzten Jahre, sie ist die Grundlage für Russlands Sicherheit», sagte sie. Aufträge im Wert von umgerechnet 863 Millionen Franken seien «aus dem Ausland an russische Unternehmen übertragen» worden, erklärte Tichonowa. Bei Aufträgen im Wert von 3,3 Milliarden Franken sei dies in Planung.

Nähe zur Verteidigungsindustrie

Steigt die Putin-Tochter nun in die Politik auf? Als Generaldirektorin von Innopraktika könnte Tichonowa Einfluss auf die russische Verteidigungsindustrie ausüben. Sie kam auch auf den neuen Verteidigungsminister Alexei Beloussow (65) zu sprechen und bedankte sich bei ihm für seine Unterstützung. Beloussow ist Wirtschaftswissenschaftler und Management-Spezialist. Putin könnte ihn zum Verteidigungsminister gemacht haben, um die Rüstungsindustrie weiter anzukurbeln, wie Experten vermuten.

Tichonowa ist die zweite Tochter von Putin. Sie wurde am 31. August 1986 in Dresden geboren. Ihr Vater war dort als KGB-Agent stationiert. 2013 heiratete Tichonowa einen einflussreichen Geschäftsmann, liess sich jedoch später von ihm scheiden. Die 37-Jährige soll eine Tochter mit dem russischen Ballett-Tänzer Igor Selenski (54) haben. Am Freitag steht auch Putins älteste Tochter Marija Woronzowa (39) auf dem Programm des Wirtschaftsforums.

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