Darum gehts
- Polens Aussenminister unterstützt Bundeswehr-Präsenz zur Sicherung eines Ukraine-Waffenstillstands in Polen
- Deutscher General befehligte polnische Brigade bei Übung in Polen
- Friedensmission: Mehrere Länder, darunter Frankreich, bereit für Polen-Einsatz
Polens Aussenminister Radoslaw Sikorski (62) hat sich gegenüber einer möglichen Entsendung von Bundeswehrsoldaten in sein Land zur Absicherung eines Waffenstillstands in der Ukraine aufgeschlossen gezeigt. Im Rahmen verschiedener Missionen seien Bundeswehrsoldaten schon seit Jahren in Polen im Einsatz, sagte Sikorski nach Beratungen mit seinen Kollegen aus Frankreich und Deutschland, Jean-Noël Barrot (42) und Johann Wadephul (62), im Format des sogenannten «Weimarer Dreiecks» in Paris. Eine Präsenz von Bundeswehrsoldaten auf polnischem Boden wäre insofern keine Neuigkeit.
Bei einer gemeinsamen Übung vor einigen Jahren in Polen habe ein deutscher General sogar eine polnische Panzerbrigade befehligt und umgekehrt ein polnischer General eine deutsche Brigade, sagte Sikorski. Der Minister dankte Deutschland ausdrücklich für die Präsenz deutscher Soldaten zur Absicherung des für die Unterstützung der Ukraine wichtigen Flughafens bei Rzeszow im Südosten Polens im vergangenen Jahr.
Bundeskanzler Friedrich Merz hatte am Dienstag erstmals die Beteiligung der Bundeswehr an einer Friedenssicherung in Aussicht gestellt – nicht in der Ukraine selbst, aber auf Nato-Boden nahe der Grenze. Wenn es zu einem Waffenstillstand und einer Friedensüberwachungsmission komme, hätten sich bereits zahlreiche Länder zu Vorbereitungsmassnahmen in Polen bereit erklärt, darunter insbesondere Frankreich, sagte der polnische Aussenminister. Die konkreten Beratungen dazu würden dann aber von den Generalstäben der beteiligten Länder geführt.