Rechtsextremes Konzert in Unterwasser SG Video zeigt Neonazis beim «Abhitlern»

UNTERWASSER - Tausende feierten am Samstag in Unterwasser ihre rechtsradikale Ideologie – jetzt kommt Videomaterial der Veranstaltung ans Licht. Zum Unmut der Szene.

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Das «Rocktobersfest» vergangene Woche in Unterwasser SG galt mit rund 6000 Besuchern als eines der grössten Neonazi-Konzerte im europäischen Raum. Trotzdem legen die Veranstalter grössten Wert auf Verschwiegenheit.

Auf dem Flyer war ganz klar vermerkt: «Handys und Kameras bitte im Auto lassen!!!» Es sollte kein Bild- oder Filmmaterial an die Öffentlichkeit gelangen. Weder Behörden noch anderen Institutionen soll Stoff für Kritik oder gar rechtliche Schritte geboten werden.

Trotzdem tauchen nun wenige Tage nach dem rechtsradikalen Konzert Videos aus dem Toggenburg auf. Darauf zu sehen: Rechtsradikale aus ganz Europa beim «legalen abhitlern», wie sie es auf Social Media gerne nennen. Mehr oder weniger synchron schreit die Masse «Heil». Tausende Hände werden zum Hitlergruss in die Luft gestreckt. Immer und immer wieder.

Diese Bilder verstören und sollten wohl niemals an die Öffentlichkeit gelangen. Dementsprechend reagiert die Szene mit Unmut auf das aufgetauchte Videomaterial.

Das Bildmaterial sollte nicht an die Öffentlichkeit

So fragt auf Facebook ein User nach Mitschnitten des «Stahlgewitter»-Konzerts – und wird mit vielen Ausrufezeichen auf das Handyverbot hingewiesen. «Im Netz kursiert schon ein Video rum leider von der Bühne aus gefilmt», weiss ein User. «Iss schon Scheisse», schreibt ein anderer.

Neonazikonzert in Unterwasser SG: Video zeigt legales «Abhitlern» play
Auf Facebook ärgern sich Anhänger der rechtsradikalen Bands über aufgetauchtes Filmmaterial. Facebook

Das «Rocktoberfest» sorgte schweizweit für Diskussionsstoff. Um an eine Bewilligung für die Veranstaltung zu kommen, täuschte der Organisator Matthias Melchner (29) aus Rüti ZH die Gemeinde mit falschen Angaben und auch die St.Galler Kantonspolizei erfuhr erst wenige Stunden vor dem Event, wo dieser stattfinden soll.

Die Behörden werden stark kritisiert, dass ein solcher Event in diesem Ausmass ungestört durchgeführt werden konnte. Die Stiftung gegen Rassismus und Antisemitismus (GRA) klagt nun wegen Verstosses gegen die Anti-Rassismus-Strafnorm gegen die Veranstalter und Bands und auch die Kantonspolizei St.Gallen prüft rechtliche Schritte.

Polizei will derartige Konzerte nicht mehr dulden

«Konzertveranstaltungen von rechts- oder linksextremen Kreisen sind im Kanton St.Gallen unerwünscht», schreibt die Kantonspolizei St.Gallen heute in einer Mitteilung. Man werde die Gemeinde- und Stadtbehörden dahingehend sensibilisieren. Die Polizei solle künftig über «Anlässe grösseren Ausmasses oder auffälliger Veranstalter» informiert werden.

Unterdessen steht jedoch schon die nächste rechtsextreme Musikveranstaltung im Kanton St.Gallen an: Die Partei national orientierter Schweizer (Pnos) feiert am kommenden Samstag die Gründung neuer Sektionen in der Ostschweiz. (SDA/kra)

Publiziert am 19.10.2016 | Aktualisiert am 14.11.2016
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18 Kommentare
  • Roman  Bachmair aus Naters
    20.10.2016
    "Sieg Heil" oder "Heil mir" waren auch die Worte von römischen Kaisern, wie auch das Hackenkreuz, welches bekanntlich sogar bei den Mayas nachgewiesen wurde, daher muss man wegen dem nicht in Panik geraten. Sollte der Blick ja eigentlich auch wissen.
  • Gerhard  Meier 19.10.2016
    Hier wird etwas unternommen, alles klar. Was ist denn genau mit all den Hasspredigern die in unserem Land, gegen unser Land hetzen? Das ist dann wieder okay? Eine tolle Richtung in die wir uns bewegen...
    • Bert  Steinegger aus Zürich
      20.10.2016
      Gegen dieses Konzert wurde - wie das Video doch recht deutlich illustriert - eben nichts unternommen, sonst würden wir nicht darüber diskutieren. Da geht ihr Punkt bereits ins Leere. Nebenbei wurde einem Pierre Vogel auch schon mal die Einreise verboten, als er zu einer Hasspredigt in unserem Land angesetzt hat. Das zählt aber offenbar auch nicht als "etwas unternehmen".

      Am Ende des Tages sollten wir über jede verhinderte Hassveranstaltung froh sein. Oder etwa doch nicht, Herr Meier?

    • Gian  Schumacher aus Köniz
      20.10.2016
      genau, das Privileg Polizisten anzugreifen, Innenstädte zu verwüsten, Drogendealer und andere Kriminelle zu schützen, ist eindeutig ein höheres Rechtsgut, das unbedingt geschützt werden muss, gell.
  • Peter  Mayer 19.10.2016
    Schon irgendwie bedenklich.
    Ein bewilligtes Konzert fand statt, keine Zwischfälle, Ausschreitungen, Randale, Beschädigungen, usw. aber man diskutiert nun das ganze.
    Halt weil es Rechte waren.
    Bei ähnlichen Veranstaltungen von Linken wo es Zwischfälle, Randale,Sachbeschädigungen, usw. immerwieder gibt, wird nicht gross diskutiert, weil es halt Links ist.
    Von dem her, was müsste verboten werden?
    Finde selbst Rechts noch Links gut aber wenn man das eine verbieten will, muss man auch das andere
  • Michi  Martin aus Aesch
    19.10.2016
    Passt mal alle gut auf, die Geschichte zeigt es : Ave César, oder Ave Augustus als Ruf für die Keiser und die rechte Hand nach oben, das war schon im alten Rom so, also nichts neues. Sieg Heil, OK, an den FCB Spielen macht die Pauke BUMM BUMM..... und alle Rufen dann SIEG usw, ist nun das ganze Publikum rechtsradikal ? Die Geswchichte leert uns, dass Nationalismus nicht erst im dritten Reich erfunden wurde, denkt daran, nur dank César haben die Helvetier überlebt, im Pax Romanum, nach Bibracte..
    • Bert  Steinegger aus Zürich
      20.10.2016
      Was wollen Sie denn damit aussagen? Dass Hitler gar nicht so schlimm war, oder dass die Teilnehmer des besagten Konzerts vielleicht gar nicht rechts sind und nur "Heil" rufen, weil sie das von der BUMM BUMM Pauke der FCB Spiele kennen?

      Absurd, aber doch klar, was die ganze Scharade soll. Um jeden Preis vom eigentlichen Thema ablenken.
  • Markus  Schweizer 19.10.2016
    Wer es nicht erkennt, sorry der hat rein gar nichts begriffen oder heisst diese Szene ganz einfach gut und gehört dazu. Da gibts rein gar nichts zu beschönigen.