Garten-Serie mit Sarah Fasolin, Teil 2 Die Vorzüge von Natur pur

Gartenexpertin und -buchautorin Sarah Fasolin zeigt heute Martin Müllers Garten – ein dringend benötigtes Paradies für einheimische Tiere und Pflanzen.

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Gartenexpertin Sarah Fasolin in ihrem Reich. play
Expertin Sarah Fasolin führt durch Privatgärten. Aldo Elena

Martin Müller (68) ist Gartenbauer und schuf viele Naturgärten. Keinen jedoch so konsequent wie den eigenen am Steilhang in Lanzenhäusern BE.

Zehn Jahre baute Martin Müller mit Freunden an seinem Garten. Sie trugen in steiler Hanglage Humus ab und ersetzten diesen durch Kies. Entstanden sind drei mächtige Trockenmauern zur Terrassierung – aus 90 Tonnen Steinen, allesamt von Hand in den Garten gekarrt und in Trockenbauweise aufeinandergeschichtet. Kein einziger Löffel Zement kam im Garten zum Einsatz. Nicht um den Besitzer glücklich zu machen, sondern für die Natur. Das Paradies erstreckt sich über 3000 Quadratmeter, vor 16 Jahren legte er sein Fundament.

Ein Fleckchen Erde für Mauerfuchs & Co.

Der pensionierte Naturgartenbauer will darin bedrohten Tieren und Pflanzen ein Stück Lebensraum zurückgeben. In seinem Garten findet man folglich weder Hängematte noch Swimmingpool, dafür trifft man auf Wildrosen und für die Fauna wertvolle Gehölze wie Pfaffenhütchen oder Schwarzdorn sowie auf allerlei Wildstauden, darunter Hornklee, Kartäusernelke oder Ochsenauge. Mit etwas Geduld lassen sich auch Tiere beobachten. Der Mauerfuchs, der Braune Bär und andere Schmetterlingsarten verpflegen sich hier, Zaun und Mauereidechsen haben sich in den Mauernischen ein Zuhause eingerichtet. Selbst einen Hermelin gibts zu sehen, auch Blindschleichen und viele Vögel. Dass sogar die Gartengrasmücke, ein Singvogel, bei ihm ihre Jungen aufzieht, freut ihn besonders.

Die Balance machts

Müllers Refugium wirkt unbelassen. Damit es aber in Balance bleibt, muss er ein Auge auf die Konkurrenzpflanzen haben. Besonders auf jene, die sich leicht durchsetzen und andere verdrängen. Der Berg-Gamander etwa hat sich in den vergangenen zwei Jahren stark ausgebreitet – durch gezieltes Jäten wird er nun dezimiert. «Es ist ein Trugschluss zu meinen, ein Naturgarten gebe nichts zu tun», sagt Müller. Aber Mühe und Arbeit lohnen sich auf jeden Fall. «Man bekommt viel zurück», sagt er. Denn beim Jäten erlebe man viel Freudiges und Beglückendes – etwa wenn einem der Duft des Muskatellersalbeis um die Nase weht oder sich auf einmal ein Wolfsmilchschwärmer, der Schmetterling des Jahres 2014, auf einer Blüte niederlässt.

Morgen: Der Musikgarten

Intrumentebauer Urs Stieger hat seinen Garten nach streng mathematischen Formeln und nach Johann Sebastian Bach komponiert.

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Publiziert am 17.06.2016 | Aktualisiert am 17.06.2016
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