Trotz lockerem Sieg in Sion und uneinholbaren 16 Punkten Vorsprung will sich der FCB noch nicht zum Titel-Hattrick gratulieren lassen.
Nach dem Abpfiff im Tourbillon springen die Basler Ersatzspieler von der Bank auf, reissen die Arme in die Luft. Trainer Heiko Vogel klatscht seine Jungs ab, Captain Marco Streller & Co. lassen sich von den Fans bejubeln. Doch nach dem lockeren 3:0 gegen Sion fliesst kein Champagner, es gibt keine Meistershirts, keine Meistergesänge.
Ein Dreier ohne Feier. Dabei ist der FCB rechnerisch nicht mehr einzuholen. Warum also die Zurückhaltung? Weil die Basler eine andere Rechnung machen. Sie berücksichtigen die möglichen zwei Punkte, die Luzern noch am grünen Tisch bekommen könnte. Und nicht nur das: Auch die 36 Zähler von Sion hat der FCB gedanklich addiert. Trainer Heiko Vogel: «Wir haben das so abgesprochen. Für uns ist Sion immer noch die Nummer zwei. Für uns zählt keine Meisterschaft, die wir am grünen Tisch gewonnen haben, sondern auf dem Platz.»
Basel mit bestem Angriff und nun auch mit bester Abwehr
Heisst: Unabhängig vom Ausgang des Spiels GC gegen Luzern am nächsten Samstag, kann der FCB nach seiner Rechnung erst mit einem Heimsieg am Sonntag gegen Lausanne alles klarmachen – allen Eventualitäten zum Trotz. Markus Steinhöfer, der in Sion sein erstes Super-League-Tor erzielt: «Sonntag wollen wir zu Hause den Deckel draufmachen, das haben unsere Fans verdient.»
BLICK gratuliert dem FCB trotzdem schon zum Titel, auch wenn die Meisterparty frühestens am nächsten Wochenende steigt. Dieses Team hats einfach nicht verdient, auf weiteres Juristen-Hickhack warten zu müssen.
Das zeigt es auch beim vermeintlichen Spitzenkampf in Sion. Ganz souverän und hoch verdient fährt der FCB den nächsten Sieg ein, ist mittlerweile seit August ungeschlagen und hat in der ganzen Saison erst zweimal verloren. Basel hat seit gestern nicht nur den besten Angriff, sondern auch die beste Abwehr. Dazu mit Alex Frei, der mit seinem Doppelpack das Torekonto auf 21 Treffer hochschraubt, den besten Goalgetter.
Tut es nicht trotzdem weh, dass auf der Heimfahrt aus dem Wallis die Korken noch nicht knallen können? Frei vielsagend: «Ich habe gelernt, nicht alles zu kommentieren.» Steinhöfer: «Wir werden auch so ein Bierchen trinken. Aber wir wollen alle Eventualitäten ausschliessen. Man weiss ja nie, was noch passiert.»
Immerhin lässt sich Granit Xhaka schon zum Titel gratulieren. «Ja, ich denke, das ist okay. Nächste Woche werden sicher über 30 000 in den St. Jakob-Park kommen. Dann können wir richtig feiern.»
| Platz | Mannschaft | SP | Tore | Punkte |
|---|---|---|---|---|
| 1 | Basel | 33 | 59:30 | 66 |
| 2 | GC | 33 | 41:30 | 60 |
| 3 | St. Gallen | 33 | 49:32 | 56 |
| 4 | Zürich | 33 | 54:42 | 49 |
| 5 | Sion | 32 | 36:45 | 45 |
| 6 | Thun | 33 | 41:42 | 44 |
| 7 | YB | 33 | 44:43 | 42 |
| 8 | Luzern | 33 | 35:46 | 36 |
| 9 | Lausanne | 33 | 25:47 | 27 |
| 10 | Servette | 32 | 24:51 | 23 |