Shaqiri in die Kosovo-Nati? «Dann werde ich das neu beurteilen»

Der Kosovo ist seit 2008 unabhängig. Gut möglich, dass er bald eine eigene Nationalmannschaft bekommt. Und denkbar, dass unsere Nati-Stars wie Xherdan Shaqiri, Granit Xhaka oder Valon Behrami dann zu diesem Land wechseln dürfen!

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Die Schweizer Spieler sind alle gut gelaunt nach dem tollen 2:0-Sieg in Slowenien. Bayern-Star Xherdan Shaqiri (20) ist entspannt. Er weiss nach diesem tollen Auftritt: Mit dieser Schweizer Mannschaft ist zu rechnen.

Ganz klar, dass er sofort auf nächsten Dienstag angesprochen wird. Auf das heisse Duell gegen Albanien in Luzern. Auf das Spiel gegen seine Heimat. Auf die Partie der gespaltenen Herzen. Auf Shaqiris Schuhen sind drei Flaggen abgebildet: je eine der Schweiz, Albaniens und des Kosovos.

In albanischen Zeitungen sei es immer wieder Thema, warum er sich für die Schweiz entschieden habe, so Shaqiri. «Aber die Albaner haben mich nie angefragt, ob ich für sie spielen möchte», sagt Shaqiri. «Trotzdem wird es ein sehr emotionales Spiel.»

Shaqiri ist Kosovo-Albaner. Er ist Angehöriger des albanischen Volkes, das im Kosovo lebt. Shaqiri stammt aus Gnjilan, wo er gerade ein Haus baut.

Seit 2008 ist der Kosovo unabhängig. 91 von 193 Uno-Mitgliedern anerkennen das, auch die Schweiz. Und genau hier kommt die neue Dimension ins Spiel. Es ist nämlich möglich, dass der Kosovo (gegen Widerstände aus Serbien und von der Uefa) bald eine eigene Nationalmannschaft bekommt. Die ganz heisse Frage: Dürften dann Spieler wie Shaqiri, Granit Xhaka oder Valon Behrami wechseln, obwohl sie schon für die Schweiz gespielt haben?

SonntagsBlick fragt Shaqiri: Könnten Sie sich vorstellen, plötzlich für den Kosovo zu spielen? Der Zauberzwerg sagt: «Klar macht man sich Gedanken. Ich komme ursprünglich aus dem Kosovo. Wenn der Kosovo eine Nationalmannschaft bekommt, werde ich diese neue Situation beurteilen.»

Shaqiri betont, dass es noch eine Weile gehen würde, dass zuerst Uefa und Fifa darüber befinden müssen, ob die vielen Topspieler aus dem Kosovo eine Nationalmannschaft bilden dürfen. Und sagt dann weiter: «Ich fühle mich sehr wohl in der Schweizer Nati.»

Auch Xhaka denkt über Nati-Wechsel nach

Auch Granit Xhaka lässt einen möglichen Wechsel offen: «Ich müsste es mir eventuell überlegen. Aber ich denke, dass es frühestens in drei bis fünf Jahren der Fall sein könnte. Wer weiss, was bis dahin alles passiert? Vielleicht setzt die Schweizer Nati dann ja nicht mehr auf mich. Das wäre eine neue Situation.»

SonntagsBlick fragt bei der Fifa nach. Der Weltfussballverband bestätigt eine rechtliche Unsicherheit. Er kann nicht ausschliessen, dass Shaqiri und Co. für Kosovo spielen dürften – da es eine neue Situation wäre und dementsprechend eine Ausnahme-Regelung zum Tragen kommen könnte.

Fifa-Kommunikationsdirektor Walter De Gregorio sagt: «Wir hatten noch nie einen solchen Fall. Zuständig ist die Spielerstatutkommission, wir wollen ihr bei einem allfälligen Fall nicht vorgreifen. A prima vista ist ein Wechsel aber eher unwahrscheinlich, da gemäss der Statuten nur Spieler für ein neues Land spielen dürfen, wenn sie ohne Verschulden ihre Staatsbürgerschaft verloren haben. Das ist hier nicht der Fall.»

Das macht Hoffnung, dass es gar nicht zur ganz heissen Situation kommt. Am 27./28. September trifft sich das Exekutiv-Komitee zur Sitzung. Das weitere Vorgehen im Fall Kosovo steht auf der Tages-Ordnung. Klar ist: Die Kampagne für die WM 2014 werden Shaqiriund Co. garantiert für die Schweiz bestreiten. Dass der Kosovo an der EM-Quali 2016 teilnehmen kann, ist hingegen nicht ausgeschlossen.

Beliebteste Kommentare

  • Martin  Meier , Zürich
    Für solche Aussagen, müsste man die gleich dort hin zurück schicken! Unterstützen und zahlen, dafür ist die CH gut genug... Wenns drauf ankommt, sieht man das wahre Gesicht...
  • Urs  Schweizer , Aarau
    Liebe Spieler der Nati: Es hält euch niemand zurück, wenn ihr lieber für eure wahre Heimat spielen wollt. Leben wollt ihr aber lieber hier, stimmts? Den Fünfer und das Weggli - so viel zum Thema Integration! Die nationale Auswahl im Fussball ist dann zwar zugegeben nicht mehr so gut, aber wieder eine Schweizer Nati.

Alle Kommentare (62)

  • Fidan  Lumani
    Ohne Ausländer wäre der schweizerische Fussball wohl ganz ganz unten! Also anstatt nur rumzumotzen und zu sagen das es scheisse wäre wenn sie gehen würden, bedankt euch für die schönen Momente die sie mit euch geteilt haben! Und wenn Shaqiri und alle anderen für den Kosovo spielen wollen dann habt doch Verständnis dafür, denn selbst ihr solltet wenigstens so viel Verständnis haben. Und ihr müsst es auch einsehen die Schweizer sind einfach nicht für den Fusball gemacht!
  • Detlef  Gröllheimer , Dättwil
    Es sollte endlich diese doppelte Staatsbürgerschaft abgeschafft
    werden, dann wäre die ganze Angelegenheit klar !
  • Kay  Mafli , Zürich
    Grundsätzlich ist dieses Thema vollkommen zum falschen Zeitpunkt gebracht worden. Und sowieso: Nur weil ein paar Kosovo Albaner in der SchweizerNati erfolg haben heisst das noch lange nicht das man dem Weltklasse nennen kann. Sollen sie halt dann wechsel, what else. Ich hoffe das dies bereits 2013 der Fall sein wird. Bei einer allfälligen Quali der CH darf man dann gespannt sein.
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