Caravan mieten oder kaufen? Mit diesen Tipps fahren Sie besser

Wer sich einen Caravan oder Camper anschaffen will, hat die Qual der Wahl. Hilfreich ist es, das Gefährt erst einmal zu mieten.

Drum prüfe, wer sich ewig bindet ... play

Drum prüfe, wer sich ewig bindet ...

Thinkstock

Aktuell auf Blick.ch

Top 3

1 Wenn ich gar keinen TV habe Muss ich so oder so Billag-Gebühren zahlen?
2 Mit Skifahren Kalorien loswerden So lange dauerts bei Bratwurst & Pommes
3 Fux über Sex «Ich möchte spontanen Sex»

Ratgeber

Immer informiert - Abonnieren Sie den Blick-Newsletter!
Bitte geben Sie eine gültige E-Mail-Adresse ein.
Schön, dass wir Ihnen unsere BLICK News des Tages senden dürfen. Möchten Sie zusätzlich den BLICK Sport Newsletter erhalten?
teilen
teilen
4 shares
3 Kommentare
Fehler
Melden

Mieten oder kaufen? Das ist für viele Caravan-Freunde die grosse Frage. Schliesslich ist die Anschaffung eines Fe­rienmobils eine rechte Investition. Und so ein massgeschneidertes Gefährt muss in allen Details den Bedürfnissen entsprechen. Längsbetten, Querbett, Doppelbett, Einzelbetten, Stockbetten, Hubbett – ja was soll es denn nun sein? Da ist guter Rat teuer.

Bei Mietwagen auf die mitgelieferte Ausstattung achten. play

Bei Mietwagen auf die mitgelieferte Ausstattung achten.

ZVG

Hilfestellungen leisten natürlich die mehr als 200 Hersteller ­respektive Ausbauer von Campingfahrzeugen in der Schweiz. Eine gute Möglichkeit, sich über die ­eigenen Bedürfnisse klar zu werden, ist aber, erst einmal ein Fahrzeug zu mieten, bevor man sich ein eigenes kauft. Sowohl Wohnwagen als auch Reisemobile kann man beinahe bei jedem Caravanhändler mieten, das Angebot ist fast flächen­deckend.

Lange im Geschäft ist beispielsweise Hans Peter Burri im zugerischen Sihlbrugg, der sich selbst als «Steinzeitvermieter» (seit 1978) deklariert. Der Euramobil-Vertreter hat beobachtet, dass «die meisten Einsteiger zuerst ein Fahrzeug mieten, bevor sie ein passendes Modell bestellen». Was der Profi auch für sinnvoll erachtet, denn die Erfahrungen sind positiv: «Etwa 20 Prozent der Kunden steigen mit ­einem Leasing in das Camperleben ein und sind damit glücklich.»

Worauf aber sollten Neulinge bei der Wahl des Reisemobils oder des Wohnwagens achten?

Zunächst natürlich darauf, für welchen Zweck sie es brauchen und in welcher Jahreszeit es eingesetzt werden soll. Ausschliesslich in der warmen Saison oder auch für das Wintercamping? Perfekt isolierte Modelle mit geschützten oder beheizten Wassertanks sind teurer, halten aber Aussentemperaturen bis weit unter null Grad stand. Ein wesentliches Kriterium ist auch die Nutzlast, sofern man mit dem Führerausweis Kat. B bis 3,5 Tonnen Gesamtgewicht verreisen will. Mit mehr als zwei Personen plus Velos kann es sonst sehr schnell eng werden mit der Zuladung.
 
Was die Schlafstellen betrifft: Nur im Praxistest lässt sich erfahren, ob man mit einem queren Doppelbett im Heck leben kann oder es besser ist, einen Grundriss mit längsinstallierten Einzelbetten zu wählen. Je häufiger man mit einem Reisemobil autark, also nicht auf einem Campingplatz, übernachten will, desto wichtiger werden zudem die Geräumigkeit der Nasszelle sowie das Fassungsvermögen von Kühl- und Wassertank.

Letztlich bleibt kaufen oder mieten natürlich auch eine Frage des Stellplatzes. Muss dieser bezahlt werden? Wie weit ist er vom Zuhause entfernt? Und last but not least: Wie oft ist man mit dem Camper definitiv unterwegs? Es ist wohl kein Zufall, dass die meisten Neuwagenkäufer saison- und ferien­unabhängige Pen­sionäre sind. Für Camper, die im ­Berufsleben stehen, ist die Miete meistens die vernünftigere, weil einerseits kostengünstigere, andererseits flexiblere Option. Schliesslich kann man dann ganz ohne Risiko festlegen, welche Ausstattung man glaubt haben zu müssen.

Peter Schafroth von Bantam Camping. ZVG

Kaufen oder mieten?

Herr Schafroth, mieten oder kaufen – zu was raten Sie?
Die meisten Kunden steigen über eine Miete in das Caravaning ein, ohne dass wir dazu raten müssen. Es erleichtert uns die Beratung, wenn die Kunden von vornherein wissen, welche Bedürfnisse sie haben. Spontankäufe passieren selten. Dank Internet ist man gut informiert oder kennt sich aus, weil man von einem Wohnwagen aufsteigen will. Manchmal müssen wir auf die Vor- und Nachteile von gewissen schönen Dingen hinweisen. Eine Wohnwagen-Miete macht Sinn, wenn am eigenen PKW bereits eine Anhängerkupplung montiert ist und man nur sporadisch campieren will. Familien mit Heranwachsenden mieten eher, ältere Kunden ten­dieren dagegen zum Kauf.

Vorteile, Nachteile?
Ein Kauf ist dann vernünftig, wenn man seine Freizeit unabhängig einteilen und spontan verreisen kann und/oder wenn man über einen günstigen, möglichst leicht erreichbaren Abstellplatz verfügt.

Was spricht gegen den Kauf?
Das teure Deponieren auf öffent­lichem Grund und die neuerdings hohen Verkehrssteuern für 3,5-Tönner im Kanton Zürich. Wir haben deshalb die ganze Mietwagen­flotte über unseren Stützpunkt in Hindelbank BE eingelöst. Wenn man das Reisemobil mit einer Wechselnummer fährt, bezahlt man das ganze Jahr Steuern für das Camping­auto, auch wenn man überwiegend einen Klein­wagen nutzt.

Tipps für Mieter und Käufer?
In beiden Fällen, vor allem wenn man spezifische Wünsche an das Fahrzeug hat: Frühzeitig reser­vieren oder bestellen! Gilt für Mieter speziell dann, wenn sie begehrte Grossereignisse besuchen möchten wie zum Beispiel das Eidgenössische Schwingfest oder die Tour de Suisse.

Mehr zum Thema
Publiziert am 10.11.2016 | Aktualisiert am 10.11.2016
teilen
teilen
4 shares
3 Kommentare
Fehler
Melden

3 Kommentare
  • markus  stebler aus trimbach
    11.11.2016
    Bei einem Womo gibt es keine An- und Abreise, der Weg ist das Ziel, und mein Urlaub beginnt vor der Haustüre.

    Was das "Gewichtsproblem" mit 3.5t angeht, wird es von der Industrie totgeschwiegen oder schöngeredet!! Alles was über 7m ist vor dem Kauf auf die Waage stellen, und was leer über 3t wiegt (für 2Personen!!) gleich beim Händler stehen lassen. Und ein 4Personen Womo mit 3.5t ist unmöglich!!!
  • Arnold  Sommerhalder aus Walterswil
    10.11.2016
    Was gegen das kaufen spricht ist auch folgendes: man muss immer von zu Hause aus los fahren. Wenn ich via Netz im Ausland miete, fliege ich dahin, nehme das WOMO entgegen und fahre im Ferienland los. So habe ich sicher 2 Wochen dort verbracht und muss nicht, je nach Land/Distanz, fast eine Woche (An- und Heimreise) Urlaub auf den (Reise)Strassen verbringen.
    • Heinz  Buehler 11.11.2016
      Wenn man ein Womo kauft, dann hat man auch nicht eine 2-Wochen-Reise im Auge - dafür ist das schlicht zu teuer.
      Und bei der Anreise hetzen, ist wohl genauso falsch, die Anreise darf ruhig selbst 2 Wochen dauern.

      Von dem her haben Sie natürlich recht: wenns sehr weit weg gehen soll, dann fliegt und mietet man besser.